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„GlobalCoin“: Facebooks Kryptowährung soll im Juni vorgestellt werden

Facebook-Logo auf Holz. © Photo by Alex Haney on Unsplash
Facebook-Logo auf Holz. © Photo by Alex Haney on Unsplash

Auf der einen Seite Werbung für Blockchain- und Krypto-Projekte im eigenen Netzwerk blockieren, auf der anderen Seite im Hintergrund selbst an einem eigenen Krypto-Asset arbeiten. Ja, so sieht die Welt von Facebook aus. Neuen Insider-Informationen von The Information zufolge soll es bereits diesen Monat eine Präsentation zu einer Kryptowährung geben, die für Transaktionen in Facebooks hauseigenen Apps WhatsApp, Messenger und Instagram gedacht ist. Die Veröffentlichung eines Whitepapers ist für den 18. Juni anberaumt.

Blockchain-Netzwerk im Aufbau

Um an dem Blockchain-Netzwerk, in dem die Transaktionen auf der Blockchain verifiziert werden, als Node teilnehmen zu dürfen, verlangt Facebook jeweils zehn Millionen Dollar pro Betreiber. So soll ein halbwegs dezentrales System geschaffen werden, dem man nicht vorwerfen kann, dass es nur von Facebook kontrolliert wird.

Auch Gespräche mit den einstigen Mitgründern von Facebook, den Winklevoss-Zwillingen, mit denen sich Mark Zuckerberg einen Rechtsstreit lieferte, soll es gegeben haben. Denn Cameron und Tyler Winklevoss haben den Exchange Gemini gegründet. Auch Gespräche mit Finanzinstituten und Behörden soll es bereits gegeben haben.

Stabelcoin zum Zahlen

Insgesamt erhofft sich Facebook, mit rund 100 Nodes eine Milliarde Dollar aufstellen zu können. Dieses Geld soll dafür verwendet werden, um den geplanten Stablecoin zu backen. Denn anders als Bitcoin oder Ethereum soll der „Facecoin“ nicht volatil sein und zum Traden einladen, sondern vielmehr als eine Art digitales Bargeld fungieren, mit dem man auch in Shops bezahlen kann. „Geld zu versenden soll so einfach sein wie ein Foto zu versenden“, sagte Zuckerberg auf der hauseigenen Developer-Konferenz F8 vor einigen Wochen.

„Der Wert des Facebook Coin soll durch einen Korb von Fiat-Währungen stabil gehalten werden“, sagte Laura McCracken, Head of Financial Services & Payment Partnerships Northern Europe bei Facebook, in einem Interview mit der WirtschaftsWoche. Das Krypto-Asset wird also nicht nur an den Dollar gekoppelt sein.

Tochterfirma in der Schweiz

Laut The Information ist auch geplant, physische Crypto-ATMs aufzustellen, an denen Nutzer Fiatgeld gegen den Stablecoin eintauschen können. Wie berichtet wird, soll sich das Angebot vor allem an Menschen in Schwellenländern richten. Als digitale, grenzübergreifende Währung soll es keine Transaktionsgebühren geben.

Für das Projekt gibt es verschiedene Namen – fb Coin, GlobalCoin oder Libra sind im Umlauf. Letzterer Name geht auf die Libra Networks GmbH zurück – eine Facebook-Tochter, die in Genf in der Schweiz eingerichtet wurde. Die Firma soll einem Eintrag im Genfer Handelsregister zufolge für Big Data, Blockchain und Finanzdienst-Technologien zuständig sein. Die Schweiz und speziell der kleine Ort Zug sind bekannt dafür, dass dort viele Blockchain-Projekte angesiedelt werden – etwa auch die Ethereum Foundation.

Vor kurzem hat Facebook auch wieder sein Verbot für Werbung für Kryptowährungen in seinem eigenen Netzwrk gelockert. Es deutet also alles darauf hin: Der „Facecoin“ wird bald kommen.

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