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FACC: Der gebeutelte Luftfahrtzulieferer testet Flugtaxis jetzt in Österreich

Flugtaxi EHang 216. © FACC/Gortana
Flugtaxi EHang 216. © FACC/Gortana

Die luftige Zukunft der urbanen Mobilität mit autonomen Elektro-Drohnen ist noch ein Stück weit entfernt, aber es wird auf jeden Fall emsig an ihr gearbeitet. So auch das österreichische Luftfahrtunternehmen, dass im chinesischen Flugtaxi-Hersteller EHang einen wichtigen strategischen Partner gefunden hat. Bereits in Österreich für Medientermine vorgezeigt, wird nun im oberösterreichischen St. Martin im Innkreis weiter getestet.

Das von FACC produzierte autonome Fluggerät „EHang 216″ hat einer Pressemeldung einen erfolgreichen Testflug unter Aufsicht der Austro Control absolviert und erhielt auf Basis der durchgeführten Tests die Erprobungsbewilligung durch die österreichischen Behörden. „Der erfolgreiche Testflug unseres autonomen Flugtaxis im österreichischen Luftraum ist der Startschuss für ein umfassendes Testprogramm des EHang 216. Wir schaffen damit das Fundament für die Zulassung einer innovativen, hochflexiblen und nachhaltigen Verkehrs- und Transportlösung für urbane Ballungszentren“, so Robert Machtlinger, CEO der börsennotierten FACC AG.

Der „EHang“ 216 ist ein senkrecht startendes und landendes, autonomes Luftfahrzeug, mit sechzehn Elektromotoren. Es hat mit vollen Akkus eine Reichweite von derzeit ca. 40 Kilometern, eine maximalen Nutzlast von 220 Kilogramm und schafft eine Reisegeschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde für zwei Passagiere. „Das Einsatzgebiet ist vielschichtig und spannt sich von Such- und Rettungsdiensten, über Versorgungsflüge für Materialien in schwer zugängige Gebiete, Ambulanzflüge bis hin zu Taxiflügen in Mega-Cities“, so Macthlinger weiter.

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Corona-Krise beutelt Luftfahrtzulieferer durch

In China ist EHang mit dem Fluggerät bereits sehr weit. Nachdem dort bereits mehrere Tausend bemannte Flugstunden  absolviert wurden, hat das Fluggerät im Mai von der chinesischen Zivilluftfahrtbehörde (CAAC) die weltweit erste Genehmigung für den kommerziellen Betrieb für logistische Zwecke erhalten. Nun soll der österreichische Partner FACC die Sache in Europa vorantreiben.

Für FACC ist ein Erfolg des Projekts nicht unwesentlich. Als Luftfahrtzulieferer ist das börsennotierte oberösterreichische Unternehmen wie viele andere von der Corona-Krise hart getroffen worden. Im September 2020 wurde bekannt, dass FACC seine Stellen von 3.400 auf 2.750 kürzt. 650 Mitarbeiter der Werke in Ried, St. Martin und Reichersberg müssen das Unternehmen verlassen.

Auch anderswo wird das Flugtaxi-Business vorangetrieben. Das deutsche Startup Volocopter will seinen autonomen Zweisitzer in drei Jahren in Singapur für touristische Zwecke einsetzen, das Münchner Startup Lilium zielt darauf ab, Mit seinem Fünfsitzer als Zugersatz mittelgroße Städte schnell anzubinden.

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