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„ICOs werden viele Zombie-Startups produzieren“

Bitcoin Bubbles. © Pixabay

Initial Coin Offerings (ICOs) haben für Blockchain-Startups Risikokapital als Early-Stage-Finanzierung abgelöst. Das Tech-News-Portal Techcrunch hat über einen Zeitraum von 14 Monaten ein weltweites ICO-Volumen von 4,3 Milliarden Dollar berechnet, kommt bei VC-Runden von Blockchain-Startups aber lediglich auf 1,3 Milliarden Dollar.

Nicht jedem Startup wird eine enorme Finanzspritze in diesem Stadium aber gut tun, waren sich die Teilnehmer eines Blockchain-Podiums am Investors Day der Austrian Angels Association (AAIA) einig. „Es wird eine Menge Zombie-Startups geben, die genug Geld haben, um einige Jahre zu überleben, obwohl sie gar kein Produkt haben“, sagte Chris Miess von dem Blockchain-VC Iconic Capital, der davor interimistischer CFO von TenX war.

„Als würden Startups mit einer Series D starten“

ICOs werden nicht nur zahlenmäßig mehr, sondern auch größer. Der durchschnittliche ICO brachte 2017 bereits 25 Millionen Euro ein, viel mehr als übliche Seed-Investments. Daniel Pichler von Bitcoin Austria und dem Krypto-Forschungsinstitut RIAT sieht ein zusätzliches Problem darin, dass es meistens bei dieser einen Runde bleibt: „Es ist dasselbe, als würden Startups gleich mit einer Series-D-Runde starten“.

Hohes Risiko für Investoren und Startups

Startups, die einen ICO machen, haben in der Regel nicht mehr als eine Idee und ein Team, erklärt Miess. Die ursprüngliche Idee von ICOs sei es gewesen, eine Entwickler-Community um sich zu scharen. Daraus sei mittlerweile ein etwas unkontrolliertes Fundraising geworden. „Bei einem ICO zu investieren, das ist ein bisschen wie das Extrem von Angel- oder Seed-Investing“. Und: „Für viele Startups könnten diese enormen Summen zum Problem werden, wenn sie den Fokus auf das Produkt verlieren“.

Bitcoin-Autorin Anita Posch meint, dass in Zukunft für Blockchain-Startups eine schlaue Mischung aus VC und ICO gut wäre. Dazu fehle es aber einerseits noch an Regulierung und andererseits an Business Angels mit genügend Erfahrung mit der Materie.

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