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Ex-Politiker Guttenberg: „Europa ist der 60-Jährige in der Disco“

Karl-Theodor zu Guttenberg spricht über Europas Herausforderungen. © Madlen Stottmeyer
Karl-Theodor zu Guttenberg spricht über Europas Herausforderungen. © Madlen Stottmeyer

Karl-Theodor zu Guttenberg warnt vor dem digitalen Rückstand der EU. „Europa ist der 60-Jährige der immer noch in der Disko steht“, sagte der Ex-Politik-Star bei einer Podiumsdiskussion im Finanzministerium in Wien. „Der 60-jährige will aber nicht raus, weil er befürchtet, dass er nicht weiß, was er machen soll, wenn die Musik ausgeht.“ Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) lud den ehemaligen deutschen Minister für Wirtschaft und Technologie (CSU) zu der Veranstaltungsreihe „Finanz im Dialog„.

„Europa spielt beim Wettbewerb bei der Digitalisierung keine führende Rolle“

Wichtiges Thema am Montagabend war das Hinterhertänzeln Europas bei der Digitalisierung gegenüber China und der USA. Europa gebe keine Impulse und würde sich „durchwurschteln“, kritisiert der Ex-CSU-Hoffnungsträger. Wo in China mit „Siebenmeilenstiefeln vorangeschritten“ wird, sehe er in Europa nur „Mängelverwaltung“. Beim digitalen Wettbewerb spiele Europa keine führenden Rolle. Europa gestalte nicht, sondern sei „reaktionär“.

Guttenberg empfiehlt Europa mehr AI und Data-Analytics

Was Europa zum Aufholen braucht, erklärt Guttenberg Trending Topics am Rande der Veranstaltung. Vor allem Artificial Intelligence (AI) in Koppelung mit Data-Analytics sollte vorangetrieben werden, sagt der Chairman von der Investmentfirma Spitzberg Partners in New York. Man dürfe das Feld nicht anderen überlassen.

„Was die Chinesen momentan machen, ist Data-Analytics mit AI und Super-Computing mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit miteinander zu verbinden.“ Man müsse ein Beispiel setzen, wie man ein wirtschaftliches Momentum setzen kann, aber gleichzeitig auch Kreativität schafft. „Wir haben riesige Chancen in der Plattform-Ökonomie durch die Industrie die wir in Europa haben“, sagt Guttenberg. Das müsse nur zusammengebunden werden.

Lob für Österreichs EU-Ratspräsidentschaft

Österreich habe während der EU-Ratspräsidentschaft viel erreicht, so Finanzminister Hartwig Löger. „Es bedarf hier noch ein größeres Verständnis.“ Jedes Land würde bei Innovation und Forschung zu sehr auf sich schauen. Wie Trending Topics berichtete, kündigte Löger „Regulary Sandboxes“ für Fintechs im Jahr 2019 an. Nach der Veranstaltung sagte der Finanzminister zu Trending Topics, dass er sich dazu mehr Koordination auf europäischer Ebene wünscht. Der Fintech-Beirat des Finanzministeriums würde zu diesem Themen auf EU-Ebene Input liefern. Europa habe durchaus viele Initiativen z.B. in Holland, Dänemark, Schweden sowie Deutschland, so Löger. Das was fehlt, sei die Koordination dazu. „Das aus einer Kraft zu machen.“ Weil es den Wettbewerb zwischen den Ländern gebe, tue man sich schwer, sich zu öffnen.

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