Expansion

Eversports: Wiener Start-up übernimmt zwei Firmen, um Sportbuchungen „social“ zu machen

Eversports ist bald auch in Smartphone-Apps nutzbar © Jakob Steinschaden
Eversports ist bald auch in Smartphone-Apps nutzbar © Jakob Steinschaden

Nein, das ist kein Tippfehler. Das Wiener Start-up für Online-Sportbuchungen Eversport hat jetzt ein „s“ hinten dran, weil man sich die .com-Domain und weitere freie Eversports-Domains in Europa geschnappt hat. Seit Oktober 2015 hat die Jungfirma insgesamt 1,6 Millionen Euro in zwei Finanzierungsrunden (jeweils 800.000 Euro, TrendingTopics.at berichtete) aufgestellt, und das Geld wurde nicht nur in die neuen Web-Adressen investiert.

Wie Eversports-CEO Hanno Lippitsch heute in Wien auf einer Pressekonferenz bekannt gab, hat man mit den Investmentgeldern vor allem in den Zukauf von zwei Firmen gesteckt: Sprenger Software aus Frankfurt und 11Spielmacher aus Köln. Über die Kaufpreise wollte sich Lippitsch nicht äußern, jedenfalls sollen die Geschäftsführer neben Cash auch Anteile an Eversports erhalten haben. “Wir haben die zweite Runde gemacht, um die Firmen kaufen zu können und weiter schnell zu expandieren“, so Lippitsch.

Vermittlungsgebühren und Software-Lizenzen

Bei Eversports kann man im DACH-Raum sowie in den Niederlanden aktuell bei insgesamt 500 Partnern (in der Regel Sportcenter) Plätze für Fußball, Tennis, Volleyball und viele andere Sportarten buchen. 2016, so Lippitsch, konnte seine Firma bis dato rund 90.000 Buchungen an Sportcenter (und vermehrt auch Kursanbieter wie Yoga, Pilates, etc.) vermitteln. In den schwarzen Zahlen dürfte das Start-up aber noch nicht sein – laut Lippitsch reicht das derzeit vorhandene Risikokapital bzw. der Umsatz bis zur nächsten Finanzierungsrunde.

Eversports, das sich als Marktführer in Europa sieht und etwa nach Frankreich, Spanien, Skandinavien oder die Türkei expandieren will, baut derzeit auf drei Einnahmequellen: Es erhält eine Vermittlungsgebühr von 20 Prozent bei Buchungen, die über die Plattform kommen, bekommt eine Gewinnbeteiligung bei Neukunden und lizensiert außerdem die Verwaltungs-Software „Smile“ von Sprenger Software an Sportcenter-Betreiber, mit der Eversports-Buchungen, aber auch andere Buchungen gemanagt werden können (je nach Umfang 40 bis 300 Euro/Monat, entweder für Windows-Desktops oder in der Cloud). Sprenger Software hat neben der Smile-Software außerdem eine Reihe an Kunden zu Eversports gebracht.

Gruppenbuchungen einfacher machen

Auf Seiten der Nutzer geht Eversports mit der Integration von 11Spielmacher ein bekanntes Problem an: Weil die meisten Reservierungen storniert werden, wenn Nutzer nicht genug Leute (z.B. für ein Fußball-Match) zusammenbringen, will man jetzt das Organisieren leichter machen. Über die Plattform können Buchende sehr einfach andere zum Sport einladen und einsehen, wie viele Leute wirklich zugesagt haben. 11Spielmacher, dessen Team jetzt für Eversports arbeitet, ist auch für die bald startenden Apps für Android und iPhone zuständig.

Geplant ist auch so genanntes „Split Billing“. Wenn mehrere Nutzer gemeinsam eine Sportstätte buchen, sollen sie sich via Eversports einfach die Rechnung teilen können. Auch soll es bald möglich sein, vor der Buchung andere Sportler einzuladen, um zu sehen, ob überhaupt genug kommen.

Ob Eversports profitabel wird, hängt vor allem davon ab, ob genug Nutzer über die Online-Plattform buchen. Derzeit habe man 100.000 Nutzer in der Datenbank, doch das inkludiere auch viele Karteileichen, die Sportcenter übertragen haben. Zwischen 25 und 30 Prozent davon wären wirklich aktiv, so Lippitsch. Einiges investieren muss man künftig auch in SEO (Search Engine Optimization) und Google-Werbung, um bei entsprechenden Suchanfragen nach Sportstätten möglichst weit oben in den Treffern zu landen.

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