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So funktioniert das neue Digital-Imperium der Zehetmayr-Brüder

Das Team von apilayer © apilayer
Das Team von apilayer © apilayer

2015 war Julian Zehetmayr 22 Jahre alt. Während seine Freunde vielleicht studierten oder erste Jobs annahmen, verkaufte Zehetmayr seine erste Firma. 17,6 Millionen Euro bezahlte die Matomy Media Group dem einzigen Gesellschafter für sein Mobile-Advertising-Startup Mobfox. Es dauerte nicht lange, bis der Jung-Millionär sein nächstes Projekt anging. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Paul gründete er apilayer mit dem Ziel kostengünstige Schnittstellen anzubieten. Die Idee entstand aus eigener Not und ist vier Jahre später zu einem großen Digital-Imperium mit mehr als 4 Millionen Kunden gewachsen.

Millionenumsätze dank günstiger Einstiegs-Pakete

Currencylayer.com war das erste Produkt von apilayer. Die Plattform bietet Schnittstellen für die Umrechnung von Währungen. „Mittlerweile haben wir 13 Nischenprodukte, die in ihrer Nische zum Marktführer geworden sind“, erzählt Paul Zehetmayr im Gespräch mit Trending Topics. „Das hat uns ganz gutes Kapital gebracht“. Das Geschäftsmodell ist immer gleich: Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Accounts, wobei der Einstiegspreis mit 9,99 Dollar pro Monat für den Enterprise-Bereich sehr niedrig ist.

„Unsere Strategie war es immer, besser und kostengünstiger als die Konkurrenz zu sein und dadurch noch schneller zu wachsen“, so Zehetmayr. Die Rechnung geht auf. Obwohl nur fünf bis zehn Prozent der Nutzer sich tatsächlich für ein Bezahl-Abo entscheiden, bedeutet das bei 4 Millionen Nutzern Umsätze in Millionenhöhe. Das Team besteht derzeit aus den zwei Gründern und elf Mitarbeitern.

Marketing, Werbung, Übernahme

Die Zehetmayr-Brüder sind Meister im Blitz-Scaling. Sie können selbst Programmieren und brachten ihr jüngstes Produkt, eversign, nur drei Monate nach der Idee auf den Markt. Es folgten massives Marketing und Online-Werbung und nun eine Übernahme. Apilayer hat für das Wachstum von eversign aber nicht irgendeine kleine Plattform gekauft, sondern Docracy, ein 8 Jahre altes Scale-up aus New York, das sich bei renommierten Investoren 850.000 Dollar geholt hatte. Den Kaufpreis wollen die Geschäftspartner nicht verraten, aber man kann eine siebenstellige Summe erahnen.

500.000 neue Nutzer

Docracy bringt eine Community von 500.000 aktiven Nutzern in die Ehe ein. „Die Seite ist sehr populär und Community-getrieben“, sagt Zehetmayr. Die Nutzer laden Vorlagen für Verträge und rechtliche Dokumente hoch und herunter – 15.000 Muster zählt die Plattform mittlerweile. Eversign, das Produkt der Zehetmayrs, bietet derzeit rund 100.000 Nutzer die Möglichkeit, Dokumente kostengünstig digital zu unterzeichnen. Kostenlos für Einsteiger und ab 9,99 Dollar für Profis.

„Mit der Verbindung beider Plattformen können Kunden von Docracy jetzt noch einfacher Dokumente über eversign digital unterzeichnen. Gleichzeitig bekommen unsere Kunden Zugriff auf alle Docracy-Vorlagen direkt über den eversign Account. Dies erlaubt es uns den gesamten Unterschriftsprozess aus einer Hand anzubieten – von der Erstellung des Vertrags bis hin zur Unterschrift aller Parteien und der Vertragsarchivierung“, wird Julian Zehetmayr in einer Aussendung zitiert.

Apilayer soll zum Enterprise-Riesen werden

Das Ziel der Brüder? „Wir wollen mit apilayer eine Produktpalette anbieten, an der man als Firma online nicht mehr vorbeikommt“, so der jüngere der Beiden. Invoicely, 2016 gestartet, ist heute bereits die größte Invoice-SaaS für KMU weltweit. Mit eversign ist noch ein Weg zu gehen, denn in den USA wartet harte Konkurrenz. „Wir nehmen uns zuerst Europa vor, hier ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt“.

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