Project Stella

Europäische und japanische Zentralbanken halten dezentrale Transaktionstechnologien für „unreif“

Europäische Zentralbank in Frankfurt. © European Central Bank
Europäische Zentralbank in Frankfurt. © European Central Bank

Nach einem halben Jahr Testzeit hat die Europäische Zentralbank in einem vorläufigen Statement festgehalten, dass dezentrale Transaktionssysteme („Distributed Ledger Technology“, kurz DLT) noch nicht reif für den Einsatz in der Praxis sind. Gemeinsam mit der japanischen Zentralbank (Bank of Japan, BoJ) hat sich die EZB im Project Stella“ angeschaut, ob sich die Technologie bereits für Systeme wie BOJ-NET and TARGET2 verwenden lässt. Die beiden Systeme stellen die technische Infrastruktur für den Zahlungsverkehr in der EU und Japan dar.

Dem Schlussbericht von „Project Stella“ zufolge wäre DLT noch keine Alternative zu einem zentral gemanagten Transaktionssystem. Zwar wird festgehalten, dass in Experimenten die Anforderungen der so genannten „Real Time Gross Settlement“-Systeme (RGTS) erfüllen würden und Performance-Spitzen im Traffic bewältigen könnten. Doch je größer das Netzwerk und die Zahl der Nodes werde, desto länger würden Transaktionen brauchen und desto wahrscheinlicher werde es, dass das System einzelne Transaktionen ignoriert.

„Auch wenn die Testserie vielversprechende Resultate gebracht hat, sollten keine direkten Rückschlüsse vom Test-Setup auf den tatsächlichen produktiven Einsatz gezogen werden, „heißt es in einem gemeinsamen Statement von EZB und BoJ. „Aufgrund der relativen Unreife sind DLT im aktuellen Entwicklungsstadium keine Lösung für große Anwendungsfälle wie BOJ-NET oder TARGET2.“

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