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Europäische Fintech-Einhörner nehmen den US-Markt ins Visier

© Transferwise
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Der Sprung über den großen Teich – der steht derzeit im Fokus von vielen Fintech-Unternehmen aus Europa. Jüngstes Beispiel: Transferwise der beiden estnischen Gründer Taavet Hinrikus und Kristo Käärmann bietet seine Bankkarte seit heute auch US-Nutzern an. Das Startup, das mittlerweile von Investoren mit 3,5 Milliarden Dollar bewertet wird, will so sein Multi-Währungs-Konto auch für Kunden in den USA anbieten.

Der Zweck: Insbesondere Menschen, die viel Reisen oder Geschäfte im Ausland tätigen, sollen mit dem „Borderless Account“ Geld auf einem Konto in unterschiedlichen Währungen aufbewahren können. Dieses Geld kann dann in den jeweiligen Ländern für Zahlungen oder Überweisungen so genutzt werden, als hätte man dort ein Bankkonto.

„Großer Schritt“

Das Konto bietet derzeit fünf lokale Bankverbindungen für Euro, britischen Pfund, US-Dollar, den Australischen Dollar und den Neuseeländischen Dollar an. Mit dem Transferwise-Konto kann man in 49 Währungen ohne Wechselkursgebühren bezahlen. Für die Nutzung der Karte (eine Mastercard) fallen unterschiedliche Gebühren an.

„Unser Ziel ist es, Bankverbindungen für jedes Land auf der Welt in einem Konto anzubieten. Seit unserem Start in Europa haben Kunden bereits zehn Milliarden US-Dollar auf Multi-Währungs-Konten eingezahlt. Jetzt gehen wir den nächsten großen, spannenden Schritt und bieten das Konto auch in den USA an“, so Transferwise-Mitgründer Hinrikus.

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Die Staaten locken Unicorns an

Transferwise ist nicht das einzigen Fintech-Unicorn, dass 2019 den US-Markt angeht. Auch die drei Challenger-Banken N26, Revolut und Monzo wollen dieses Jahr in den Vereinigten Staaten starten. Damit kehren sie einen Trend um, der bisher bekannt war: US-Startups werden im Heimatmarkt groß und kommen dann nach Europa.

„Da kommen zwei Faktoren zusammen“, sagt Patrick Pöschl, Obmann von Fintech Austria, gegenüber Trending Topics. „Beim Mobile Banking ist die User Experience Lichtjahre davon entfernt von dem, was wir in Europa gewohnt sind. Und: Die Challenger-Banken haben ein Level erreicht, wo sie diese Expansion wirklich schaffen können. Sie haben genügend Funding, um diesen attraktiven Markt anzugehen.“

Eine US-Firma profitiert immer

Die vier erwähnten Fintechs aus Europa halten allesamt bei Firmenbewertungen von mehr als einer Milliarde Dollar. N26 wurde von Investoren mit 500 Millionen Dollar Risikokapital ausgestattet, Revolut mit 340 Millionen, Monzo mit 413 Millionen. Transferwise bringt derweil mit einer Bewertung von 3,5 Milliarden Dollar deutlich mehr auf die Waage als die erwähnten Challengerbanken.

Eine US-Firma hat bei all diesen Fintechs aber immer die Finger im Spiel: Mastercard. Das Kreditkartenunternehmen stellt all diesen Fintech-Startups aus Europa die Karten bereit, mit denen die Zahlungen in Shops oder im Netz gemacht werden – und verdient bei jeder Transaktion mit.

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