Channel

International

Initiative

„EU Startup Nations Standard“ soll Mitarbeiterbeteiligungen vereinfachen

© Photo by Calvin Hanson on Unsplash
© Photo by Calvin Hanson on Unsplash

Damit es inmitten der Corona-Krise nicht untergeht: Im Rahmen der neuen Industriestrategie für ein „weltweit wettbewerbsfähiges, grünes und digitales Europa“ hat die EU-Kommission auch Startups und Scale-ups ihren Platz eingeräumt. Neben einem Aktionsplan für geistiges Eigentum, der Dekarbonisierung energieintensiver Industrien, einer Allianz für sauberen Wasserstoff gibt es auch eine neue KMU-Strategie. Und Teil dieser KMU-Strategie ist der so genannte „EU Startup Nations Standard„.

Dieser soll dafür sorgen, dass bewährte Verfahren in den Mitgliedsstaaten schneller ausgetauscht und übernommen werden können, um Hightech-KMU und Startups ein schnelleres Wachstum zu ermöglichen. „Viele Mitgliedstaaten verfolgen bereits bewährte Verfahren, um Startups bei der Bewältigung von Herausforderungen wie der Gründung von Unternehmen und der Gewinnung und Bindung  von Talenten zu unterstützen“, heißt es seitens EU-Kommission. „Die Europäische Kommission wird im Jahr 2020 einen „EU Startup Nations Standard“ aufstellen, um solche Praktiken in der gesamten EU zu vervielfachen und Europa zum attraktivsten Kontinent für Neugründungen und Unternehmensgründungen zu machen.“

Altbekannte Neuerungen

Folgende Punkte sollen erleichtert werden:

  • Gründung und Expansion über Grenzen hinweg erleichtern
  • Visa- und Aufenthaltsanträge für Talente aus Drittländern vereinfachen
  • Beteiligung von Mitarbeitern an Unternehmen attraktiver machen
  • Gründung von Unternehmen und den Technologietransfer von Universitäten fördern
  • Zugang zu Finanzmitteln in der Wachstumsphase  vereinfachen

Für langjährige Beobachter der Startup-Szene sind das keine neuen Forderungen, sondern finden sich im Forderungskatalog von AustrianStartups in ähnlicher Form. Interessant ist nun jedenfalls, dass diese verschiedenen Ideen, die es ja auch in anderen EU-Ländern gibt, nun die höchste Ebene der EU-Politik erreicht haben.

Über einen Innovation Radar sollen Europas Vorzeige-Projekte auf einer Landkarte Sichtbarkeit bekommen. Das ist derzeit noch ein wenig rudimentär umgesetzt, eingetragen sind derzeit 3.631 Innovationen, davon gerade einmal 200 aus Österreich – da geht noch mehr! Jedenfalls soll diese Innovations-Landkarte dazu dienen, sie mit passenden Investoren bzw. Investitionsmöglichkeiten via Dealflow.eu bekannt zu machen.

Mitarbeiterbeteiligung vereinfachen

Der spannendste Punkt für viele Beobachter ist das Vorhaben, die Beteiligung von Mitarbeitern am Unternehmen zu verbessern. Das ist für Gründer ein wichtiges Instrument, um Schlüsselfachkräfte und Talente an die Firma zu binden und zu verhindern, dass sie vom Mitbewerb abgeworben wird.

Damit würde die EU einer etwa zwei Jahre alten Forderung von etwa 700 Startup-CEOs, -Mitarbeitern und -Investoren nachkommen. Diese hatten in einem offenen Brief im Rahmen der „Not Optional“-Kampagne gefordert, Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, einen Teil des Unternehmens, für das sie arbeiten, zu erwerben – und zwar ohne sich dann teilweise gar strafbar zu machen. Die Regeln, die derzeit in ganz Europa für die Mitarbeiterbeteiligung gelten, sind oft archaisch und höchst ineffektiv“, hieß es damals in dem offenen Breif. „Einige sind so strafend, dass sie unsere Startups gegenüber ihren Kollegen im Silicon Valley und anderswo, mit denen wir um die besten Designer, Entwickler, Produktmanager und mehr konkurrieren, stark benachteiligen.“

Die Initiative der EU-Kommission mit „EU Startup Nations Standard“ wird von Vertretern der oben angeführten „Not Optional“-Kampagne begrüßt. Nun bleibt abzuwarten, wie die EU dabei hilft, zeitgemäße Regeln in allen Mitgliedsstaaten zu verbreiten.

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen
Corona-Krise