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EU-Börsenaufsicht will Untersuchung von Neobrokern einleiten

© Trade Republic
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Die Gamestop-Geschichte hat nicht nur in den USA Folgen: Nachdem unter anderem der CEO der Trading-App Robinhood vor dem US-Kongress aussagen musste, will sich jetzt auch Brüssel dem Thema widmen. Der Chef der EU-Börsen- und Wertpapieraufsicht ESMA, Steven Maijoor, hat angekündigt, dass künftig auch Neobroker in der EU näher ins Visier genommen werden sollen. So geht es auch darum, wie deren Geschäftsmodelle funktionieren.

Denn bei Trading-Apps wie jenen von Trade Republic, Justtrade, Gratisbroker oder Smartbroker werden Nutzer mit niedrigen oder sogar gar keinen Handelsgebühren gelockt. Dass sie so günstige Konditionen am Markt anbieten können, hat aber auch damit zu tun, dass sie so genannte Kickbacks (also Rückvergütungen) von Market Makern im Wertpapierhandel erhielten, berichtet die FAZ.

Maijoor will nun erkunden, ob Neobroker möglicherweise einen Interessenskonflikt haben, wenn sie auf der einen Seite günstigere Gebühren etwa als Banken anbieten können, auf der anderen Seite aber mit Market Makern zusammen arbeiten und von diesen Geld bekommen. Maijoor will prüfen lassen, ob die Rückvergütungen für Handelsaufträge die Anforderungen der EU-Finanzmarktrichtlinie (MIFID 2) erfüllen.

Robinhood-CEO Vlad Tenev entschuldigt sich bei Kleinanlegern

Gamification als Problem

Außerdem geht es dem Chef der EU-Börsenaufsicht auch um das Thema Gamification. Denn die Apps von Neobrokern machen es Nutzern sehr einfach, in Aktien, ETFs. und Co zu investieren. Dieser spielerische Umgang mit Geld und vor allem mit Hebeln könnte seiner Meinung nach das Risikobewusstsein von Kleinanlegern beeinträchtigen.

In die Kritik geraten ist etwa die deutsche Trading-App Trade Republic. DIese hatte ähnlich wie Robinhood in den USA während der WallStreetBets-Kampagne den Aktienkauf von GameStop Corp., AMC Entertainment Inc., BlackBerry Limited, Nokia Corp., Express Inc. sowie Bed Bath & Beyond Inc. ausgesetzt – um sich bald darauf bei den Nutzern (einige von ihnen drohten gleich mit Beschwerde bei der Bafin) zu entschuldigen.

Trade Republic: Deutscher Neobroker entschuldigt sich für Aktien-Handelsstopp

Wie das Geschäft der Neobroker funktioniert und wie es funktioniert, um Nutzern sehr geringe oder keine Handelsgebühren anbieten zu können, hat uns kürzlich auch Manuel Heyden vom deutschen Neobroker nextmarkets im Podcast erläutert. Diesen gibt es hier zu hören:

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