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Erste Vision Capital: Neue Finanzierungsform übernimmt Lebenshaltungskosten für Gründer

Natalia Corrales-Diez und Peter Bosek stellen Erste Venture Capital vor.
Natalia Corrales-Diez und Peter Bosek stellen Erste Venture Capital vor.

„Die Kapitalgeber gehen davon aus, dass Gründer weder essen, noch trinken, noch schlafen“, sagt Peter Bosek, Vorstandsmitglied der Erste Bank. „Sie sollen nicht durch finanzielle Risiken abgehalten werden, ihr Visionen zu erfüllen. Selbstständigkeit sollte vor allem eine Sache der persönlichen Leistungsbereitschaft sein.“ Deshalb unterstützt die Erste Group Gründungswillige finanziell bei ihrem Weg in die Selbständigkeit durch eine neue Form der Investition. Erste Vision Capital investiert in Gründer mit aussichtsreichen Geschäftsmodellen und stellt pro Person einen Betrag von bis zu 60 000 Euro zur Verfügung. Im Gegenzug beteiligt sich der Fonds an den zukünftigen Einnahmen des Unternehmers.

Persönlichkeitstest und „Streetfighter-Mentalität“

Ausschlaggebend für die Investition: Persönlichkeit und fachliche Expertise. Keine Rolle spielen Sicherheiten oder die finanzielle Situation. Natalia Corrales-Diez, Leiterin des „Fund of Excellence“ initiierte das Programm. Damit wirkt die Bank der Tendenz entgegen, dass natürlichen Personen nur die Möglichkeit haben Fremdkapital aufzunehmen. Durch den Fonds können EPUs bis zu 1.500 Euro pro Monat erhalten. Eltern können auf einen Kinderbonus hoffen. Das Programm richtet sich an Gründerinnen zwischen 25 und 40 Jahren, angehende Selbständige und Unternehmen in der Pre-Seeds-Phase, die ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben. In der ersten Phase sollen 100 Personen, die den Persönlichkeits-Test erfolgreich bewerkstelligen, in das Programm aufgenommen werden. Die Erste Bank ist damit das weltweit erste Kreditinstitut, das ein derartiges Produkt anbietet. Wir suchen nach Menschen, die eine Street-Fighter-Mentalität haben. Dazu ist kein MIT-Abschluss nötig“, sagt Natalia Corrales-Diez, Leiterin des Fund of Excellence, der hinter dem Programm steht.

Österreich: Land der Gründer
Laut einer Erhebung der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) haben die Österreicher Lust auf Neugründungen: 2016 wurden fast 40 000 Gründungen

So funktioniert Erste Vision Capital.
So funktioniert Erste Vision Capital.

vollzogen, Tendenz steigend. „Der Gründer-Hype hält auch in Österreich an. Wir sehen noch viel Potential und möchten Menschen unterstützen, die zwar einen Traum, aber nicht die finanziellen Mittel haben“, erklärt Peter Bosek, Vorstandsmitglied der Erste Group. Erste Vision Capital investiert genau in diese Persönlichkeiten und ermöglicht ihnen mit Hilfe einer Basisfinanzierung, sich vollständig auf ihr Vorhaben zu konzentrieren. „Wir wollen eine Alternative zu den traditionellen Gründerförderungen oder Krediten anbieten und haben erkannt, dass viele Menschen keine Sicherheit bieten können außer ihr Engagement.“, so Bosek.

Kein Kredit, sondern Investment

Erste Vision Capital investiert in Menschen, nicht in Unternehmen. Nach erfolgreichem Durchlaufen eines Auswahlverfahrens, das sich aus einem Online Assessment Center und einem persönlichen Gespräch zusammensetzt, wird ein individueller Investitionsrahmen festgesteckt. Dieser umfasst  Lebenserhaltungskosten von bis zu 1500 Euro im Monat und 100% Weiterbildungsgebühren. Im Gegenzug beteiligt sich der Fonds zwischen 2-10% an dem zukünftigen Einkommen des Visionärs für einen vorher vereinbarten Zeitraum. Bei Erste Vision Capital handelt es sich um ein Investment und keinen Kredit, der zurückgezahlt werden muss. Besicherungen oder eine Bürgschaft sind nicht nötig; bei finanziellen Engpässen müssen keine Zahlungen an den Fonds geleistet werden.

 

 

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