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Emmy: Deutscher Sharing-Dienst mit Elektro-Mopeds startet in Wien

emmy-Roller in der Wiener Innenstadt. © emmy
emmy-Roller in der Wiener Innenstadt. © emmy

Berlin, Hamburg, München und Düsseldorf – und jetzt Wien. Das deutsche Elektroroller-Startup emmy expandiert nach Österreich und hat vor kurzem die ersten 50 E-Mopeds in den Bezirken 1 bis 9 aufgestellt. Wie bei anderen Anbietern kann man die Roller (nicht zu verwechseln mit E-Scooter) per App mieten, dann bezahlt man 23 Cent pro Minute bzw. 29 Euro Pro Tag. Parkt man während der Leihe, kostet die Parkminute 13 Cent.

Mit Wien startet Emmy, das 2015 von Valerian Seither und Alexander Meiritz gegründet wurde, seine erste nicht-deutsche Stadt. Über den Herbst und Winter will man die Operations aufbauen und dann im Frühjahr 2020 die Flotte in Wien auf mehrere hundert Roller aufstocken. In Deutschland hat emmy mittlerweile mehr als 2.000 Roller in Betrieb und eigenen Angaben zufolge 250.000 Kunden. Betont wird auch, dass die Akkus mit grünem Strom aufgeladen werden. Im Koffer sind auch zwei Helme enthalten, somit kann man einen Roller auch zu zweit nutzen.

goUrban-Kunden werden übernommen

In Wien trifft emmy auf einige Konkurrenz – allen voran easy way, dem Angebot des Mobilitätsclubs ÖAMTC (Trending Topics berichtete). Ein kleiner Mitbewerber von emmy ist vor einiger Zeit weggefallen: Das Wiener Startup goUrban, das eine eigene Sharing-Flotte von Elektrorollern betrieben hat, hat sich aus dem Markt zurück gezogen und auf Software-Lösungen für Sharing-Dienste spezialisiert. Im Rahmen des Markteintritts in Wien übernimmt das deutsche Startup die Sharing-Sparte von goUrban. Den bisherigen Kunden von goUrban will emmy einen reibungslosen Übergang ermöglichen und alle User per Email mit allen Infos informieren.

Alexander Meiritz und Valerian Seither, die Gründer von emmy sharing. © emmy
Alexander Meiritz und Valerian Seither, die Gründer von emmy sharing. © emmy

Valerian Seither, einer der beiden Gründer von emmy, erläutert im Interview mit Trending Topics, warum man in Wien im Herbst gestartet ist und warum E-Scooter keine Konkurrenz für das eigene Angebot sind.

Warum habt ihr gerade Wien als erste nicht-deutsche Stadt ausgesucht?

Valerian Seither: Wir sind Marktführer in Deutschland und wollen das nun auf weitere Regionen ausweiten. Wien ist die zweitgrößte deutschsprachige Stadt und somit für uns der logische nächste Schritt. Darüber hinaus ergibt Wien aber aus vielen weiteren Gründen Sinn. Zum einen sind die Wiener durch verschiedene eScooter- und Carsharing-Anbieter für den Markt sensibilisiert, zum anderen bietet die Stadt eine gute Infrastruktur, um als neuer Anbieter einzusteigen. Wir freuen uns nun richtig darauf, den Wienern eine neue Mobilitäts-Alternative anzubieten.

Warum der Start im Herbst? Es ist leider schon recht kalt und verregnet hier.

Ganz ehrlich: Da hast du Recht. Allerdings war es uns wichtig, so schnell wie möglich erst einmal zu starten und die Operations aufzubauen, um dann im nächsten Jahr auf dieser Basis unsere Flotte ausbauen zu können.

Macht ihr Winterpause?

Wir planen keine Winterpause zu machen. Wenn die Witterung es nicht zulässt, werden wir die Roller kurzfristig aber deaktivieren, sodass diese in der App nicht mehr anzumieten sind.

Wie ladet ihr die Roller wieder auf? Machen das die Nutzer, oder ein Service-Team?

Alle unsere Roller sind mit Austauschakkus ausgestattet. Mit voller Ladung kommt ein Roller zwischen 80 und 100 Kilometer weit und sobald der Akku leer ist tauscht einer unserer Servicemitarbeiter den Akku aus. Nebenbei kann so der Roller auch noch auf Verkehrstüchtigkeit überprüft und kurz gereinigt werden.

Wien ist voller E-Scooter (Bird, Lime, etc.). Seht ihr das als Mitbewerb, oder sprecht ihr andere Zielgruppen an?

Wir sehen die Tretroller nicht wirklich als Wettbewerb an. Eine klassische Fahrt von uns ist zwischen 4 bis 5 Kilometer lang, ersetzt so häufig eine Fahrt im eigenen PKW oder im Carsharing-Auto. Die Tretroller ersetzen häufiger den Fußverkehr, weil sie auf Strecken um einen Kilometer eingesetzt werden. Somit sind diese Angebote eher komplementär zu sehen.

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