Channel

Mobility

E-Mobilität

Elektro-Pickup: Rivian holt sich frische 2,5 Milliarden Dollar – auch bei George Soros

© Rivian
© Rivian

Auf der Ladefläche das Zelt, aus der Seite fährt ein Elektroherd aus: So stellt die Werbung die US-amerikanische Zukunft des Camping-Urlaubs dar. Es wäre nicht Amerika, wenn nicht das Vehikel dazu, sondern die Natur im Mittelpunkt der Erzählung stehen würde. Man spürt richtig, dass das Autoland, dessen Automobilindustrie einen langsamen Abstieg erfährt, sich diese neuen Erzählungen sehnlichst wünscht.

Die Story liefert nun nicht mehr nur Elon Musk mit Tesla, sondern auch Gründer RJ Scarnige. Er hat mit Rivian einen Hersteller von Elektro-Pick-ups gegründet, mit denen der amerikanische Traum neu geträumt werden kann. Dabei helfen frische Milliarden. Rivian hat nun bekannt gegeben, weitere 2,5 Milliarden Dollar Investment bekommen zu haben. Als Geldgeber kommen der Investmentfonds des US-Investors George Soros, Coatue, Fidelity und die Baron Capital Group frisch an Bord, Lead-Investor ist der T. Rowe Price Growth Stock Fund. Die bestehenden Investoren Amazon und Fonds, die von Blackrock gemanagt werden, ziehen ebenfalls mit.

Amazon als der große Abnehmer

Rivian konnte sich in der Autobranche einen Namen machen, weil den E-Pickups gerade am heimischen US-Markt großes Potenzial zugerechnet werden. Während die Modelle R1T und R1S am privaten Käufermarkt Elektro-Enthusiasten überzeugen sollen, könnte der große Coup der Deal mit Amazon werden. Denn der E-Commerce-Riese will seine Lieferflotte nach und nach auf Elektro umstellen, und da werden die Rivian-Autos ins Spiel kommen. 100.000 Stück soll Amazon Scaringes Firma abnehmen wollen. Bis 2022 will Rivian für Amazon 10.000 E-Transporter bauen, bis 2030 sollen es dann die gesamten 100.000 Fahrzeuge sein. R1T, R1S und die Liefer-Vans für Amazon sollen allesamt 2021 starten, und dafür wird nun ordentlich Geld gesammelt.

Amazon wird dabei bevorzugt behandelt. Die Konsumenten-Fahrzeuge hätten bereits 2020 ausgeliefert werden sollen, wegen der Corona-Krise wurde dann auf 2021 verschoben. Vermutlich wird man zuerst den elektrischen Lieferwagen von Amazon auf den Straßen sehen bevor man R1T und R1S in freier Wildbahn beobachten kann.

Schon in den letzten Jahren hat Rivian viel Risikokapital erhalten: 700 Millionen im Februar 2019 in einer von Amazon angeführten Runde; 500 Millionen von Ford im April 2019; 350 Millionen von Cox Automotive im September; und schließlich die 1,3 Milliarden-Dollar-Runde im Dezember 2019 (Trending Topics berichtete). Seit der Gründung 2009 hat Rivian in Summe bereits 5,6 Milliarden Dollar Investment erhalten.

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen
Corona-Krise