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Ein Grazer Gründer verkauft jetzt CBD in alten Zigarettenautomaten

Ulrich Zwirchmaier, Gründer der Grazer UMZG GmbH. © U. Zwirchmaier
Ulrich Zwirchmaier, Gründer der Grazer UMZG GmbH. © U. Zwirchmaier

„Schatz, ich geh‘ kurz raus Cannabis-Öl holen.“ Diesen Satz kann man in Österreich seit Kurzem anbringen. Denn Grazer Unternehmen haben damit begonnen, Automaten aufzustellen, an denen man sich CBD-Öl oder CBD-Riechkraut kaufen kann – so wie man sich auch Zigaretten rund um die Uhr besorgen kann. CBD ist der kleine, legale und nicht berauschende Bruder von THC und ein in Österreich erlaubtes Cannabis-Produkt. Gerade 2018 ist ein echter Trend zu bemerken und CBD (kurz für Cannabidiol) ist zu einem neuen Lifestyle-Produkt avanciert, das es nicht nur in spezialisierten Läden, sondern auch in Supermärkten, an Tankstellen oder gar als Beigabe auf Pizzas zu kaufen gibt (Trending Topics berichtete).

“Wir verkaufen unsere CBD-Produkte über alte Zigarettenautomaten”, sagt Ulrich Zwirchmaier, der mit der Marke Peacock CBD und seiner dahinterstehenden neu gegründeten Firma UMZG GmbH in Graz seit kurzem drei solcher CBD-Automaten betreibt. Dort kann man sich CBD-Öl oder das erwähnte Kraut in der Menge von 2 Gramm für 20 Euro kaufen. “Bei CBD ist man nicht high, aber es kann schmerzlindernd wirken”, sagt Zwirchmaier. Als Krebspatient („mir geht es mittlerweile wieder gut, danke!“) hat er sich mit dem Cannabis-Produkt intensiv auseinandergesetzt, ihm hätte es damals geholfen. “Mir hat es sehr bei Schlafstörungen während der Chemotherapie geholfen und habe mir so die Schlaftabletten erspart”, so der Gründer.

Cannabis aus der Schweiz

Nun will Zwirchmaier die bewusst gewählte Nähe seiner Automaten zu Gesundheitszentren nutzen, um Patienten eine einfache Möglichkeit zu geben, sich CBD rund um die Uhr besorgen zu können. “So wollen wir chronische Patienten gewinnen, die nicht in einen CDB-Laden gehen wollen”, so Zwirchmaier. Nicht jeder wolle Shops, die CBD-Produkte verkaufen, aufsuchen, und zudem sei der Betrieb von Geschäftslokalen zum Start teuer. “Mit Automaten ist das viel günstiger zu betreiben.”

Der Automat von Peacock CBD. © U. Zwirchmaier
Der Automat von Peacock CBD. © U. Zwirchmaier

Die Cannabis-Ware kommt bei Peacock aus der Schweiz. “Ich würde gerne in Österreich gerne kaufen, aber hier ist es sehr teuer. Deswegen beziehen wir von einem Schweizer Bio-Hanfbauern”, sagt der Gründer. Bevor die Produkte verkauft werden können, werden sie darauf getestet, ob sie den gesetzlichen Maximalwert von 0,3 Prozent THC nicht überschreiten. “CBD wird gerade sehr gehypt“, sagt Zwirchmaier und freut sich über steigende Nachfrage. “Wir haben bis jetzt jede Woche eine Umsatzsteigerung verzeichnet.” Die Automaten stammen dabei übrigens aus Salzburg, wo ein Händler alte Zigarettenautomaten für Peacock umrüstet.

Konkurrenz und unsichere Zukunft

Mit seinen CBD-Automaten tritt Zwirchmaier in Konkurrenz zu der ebenfalls aus Graz stammenden Firma Dr. Greenthumb (eine Anspielung auf einen Track von Cypress Hill). Diese hat zusätzlich zu ihrem Online-Shop dieses Jahr in Graz und in Wien auf der Mariahilferstraße ebenfalls Automaten aufgestellt, an denen man CBD-Produkte erstehen kann.

Offen ist, wie die österreichische Regierung künftig mit dem Thema umgeht. Im Regierungsprogramm wurde festgehalten, dass ein Verbot des Verkaufs von Hanfsamen und Hanfpflanzen angestrebt wird. Ob das auch CBD-Öl oder das erwähnte Riechkraut betreffen kann, ist derzeit fraglich. Denn diese werden meist als Aromaprodukte verkauft, was der Kunde letztendlich damit tut (z.B. das Kraut raucht), liegt im Dunkeln.

Der Wirtschaftsverband Cannabis setzt sich in Österreich deswegen für eine Regulierung und gegen ein generelles Verbot ein (Trending Topics berichtete). Derzeit gebe es rund 200 Hanfshops in Österreich, die rund 1.000 Mitarbeiter beschäftigen und einen Jahresumsatz von mehr als 150 Millionen Euro erwirtschaften – ein Wirtschaftsfaktor also. In anderen Ländern wie einigen US-Bundesstaaten oder Kanada wird und wurde Cannabis (auch THC) bereits teilweise legalisiert.

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