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EU-Bank: Kein Geld mehr für fossile Energien, dafür eine Billion Euro für erneuerbare Energie

Windräder von oben. © Photo by Thomas Richter on Unsplash
Windräder von oben. © Photo by Thomas Richter on Unsplash

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist uns erst kürzlich unter gekommen, als sie dem Kärntner Videostreaming-Startup Bitmovin Finanzmittel in der Höhe bis zu 20 Millionen Euro zugesprochen hat. So soll die Firma die Produktentwicklung vorantreiben und gilt als Beispiel dafür, wie die EU europäische Innovationen unterstützt. Bei einer neuen Klimastrategie geht es aber um ganz andere Beträge.

Denn die EIB wird die Finanzierung von Projekten mit fossilen Energien inklusive Gas ab Ende 2021 komplett stoppen und will stattdessen für Investitionen von einer satten Billion Euro in erneuerbare Energien bis 2030 sorgen. „Das Klima ist das wichtigste Thema auf der politischen Agenda unserer Zeit“, sagte EIB-Präsident Werner Hoyer. Entschieden wurde der Schritt in Luxemburg von Vertretern der EU-Mitgliedsstaaten. Die Bank hat bereits seit mehreren Jahren keine Kohlekraft mehr direkt gefördert, Ausnahmen gab es aber für Erdgasprojekte.

„Ehrgeizigste Strategie für Klimainvestitionen“

Und weiter: „Wissenschaftler schätzen, dass wir derzeit auf 3-4°C Temperaturerhöhung bis zum Ende des Jahrhunderts zusteuern. Wenn das geschieht, werden große Teile unseres Planeten unbewohnbar, mit verheerenden Folgen für die Menschen auf der ganzen Welt. Die EU-Bank ist seit vielen Jahren die Klimabank Europas. Heute hat sie beschlossen, einen Quantensprung in ihren Zielen zu machen. Wir werden die Finanzierung fossiler Brennstoffe einstellen und die ehrgeizigste Strategie für Klimainvestitionen aller öffentlichen Finanzinstitute weltweit auf den Weg bringen.“

Das Ziel ist ein CO2-neutrales Europa bis 2050. Die neuen Prinzipien der EIB sehen vor, in der EU bis 2030 einen Anteil bei erneuerbaren Energien bis 2030 von 32 Prozent zu erreichen. Laut einer Aussendung soll ein größerer Fokus auf die dezentralisierte Energieproduktion (das sind vor allem Solar und Wind), auf innovative Energiespeichersysteme und auf Elektromobilität gelegt werden. Die EIB kann die Kosten von bis zu 75 Prozent von Projekten stemmen, der Rest muss dabei aber aus Eigenmitteln kommen.

Signal vor der COP 25

Zwar wurden in der Vergangenheit und werden auch noch in den nächsten zwei Jahren noch Projekte mit fossilen Energienträgern (u.a. auch Gas) gefördert, doch das soll ein Ende haben. In den letzten fünf Jahren hat die EIB Projekte und Unternehmen für erneuerbare Energien mit rund 65 Milliarden Euro gefördert.

Die Ankündigung der EIB gilt als starkes internationales Signal. Denn in zwei Wochen werden die Vereinten Nationen in Madrid die Klimakonferenz 2019 abhalten, die unter dem Kürzel COP 25 (kurz für „25th Conference of the Parties“) bekannt ist. Zu dieser sind nich nur hochrangige Politiker, Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter unterwegs, sondern natürlich auch Klimaaktivistin Greta Thunberg.

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