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Dvel: Neues Start-up will mit Foto-App Nutzern helfen, blitzschnelle Entscheidungen zu treffen

Jung, dynamisch und vielleicht bald auch erfolgreich: das Dvel-Team rund um Peter Buchroithner. © Dvel
Jung, dynamisch und vielleicht bald auch erfolgreich: das Dvel-Team rund um Peter Buchroithner. ©TomRoschanek

Oh nein, nicht schon wieder eine Foto-App, mag man sich denken, wenn man das erste Mal von Dvel hört. Doch Dvel ist beim zweiten Blick doch ein wenig anders. Gestern für das iPhone gestartet (Android kommt im Laufe des Jahres), will die App ihren Nutzern bei Entscheidungen helfen: Etwa beim Shoppen schießt man zwei Schnappschüsse von zwei Paar Schuhen, sendet das Foto-Duell via Facebook, Twitter oder WhatsApp an seine Online-Kontakte und wartet dann darauf, für welches Foto diese abstimmen.

„Dvel ist der schnellste Weg, über den man Feedback von Freunden bekommen kann“, verspricht Peter Buchroithner, der Dvel gemeinsam mit Philipp Holly und Manfred Strasser gegründet hat. “Das Coole an Dvel jetzt schon ist, dass man innerhalb von 30 Sekunden die ersten fünf Entscheidungshilfen bekommt.” Beim Einkaufen, im Restaurant, bei der Wahl des Outfits – die Dvel-App soll für unschlüssige User jener Kanal werden, über den man schnell die Meinung anderer einholen kann.

Voten, voten voten

Schickt man eine Abstimmung an seine Freunde aus, bekommen diese einen Link zugestellt. Hat man Dvel bereits am Smartphone installiert, dann öffnet sich die App, ansonsten landet man auf einer (mobilen) Webseite, wo man ohne Login und anonym abstimmen kann. Nur, wenn man sich für den Dienst anmeldet, darf man auch das Ergebnis einsehen. Ein Foto-Duell ist 24 Stunden aktiv, wenn man vermeiden will, dass andere Dvel-Nutzer es sehen, kann man es auf “privat” setzen – dann können nur jene abstimmen, die den Direkt-Link bekommen haben.

Dvel-Gründer Peter Buchroithner im Gespräch mit TrendingTopics.at. © Jakob Steinschaden
Dvel-Gründer Peter Buchroithner im Gespräch mit TrendingTopics.at. © Jakob Steinschaden

Dvel lässt sich aber auch hervorragend passiv nutzen: In der App kann man bei öffentlichen Abstimmungen mitmachen und per Touch anderen Nutzern bei A-oder-B-Fragen helfen. Zu sehen gibt es natürlich viele Shopping-, Produkt- und Outfit-Duelle, doch die Kreativität der Nutzer kennt keine Grenzen – etwa, wenn Screenshots von Google Maps gemacht werden, um eine Umfrage für einen Kurzurlaub in einer europäischen Hauptstadt zu machen.

“Schnell ist besser als schön”

“Es gibt sicher viele Foto-Apps, aber bei Dvel geht es nicht wie bei Instagram um Hammerfotos mit fancy Filtern, sondern darum, Menschen schnell bei Entscheidungen zu helfen. Ich kann nicht ausschließen, dass es bei uns mal Fotofilter geben wird, aber unsere Devise lautet: Schnell ist besser als schön”, sagt Buchroithner. “Wir glauben, dass wir es relativ schnell unter die Top 10 Apps in der Social-Network-Kategorie im App Store schaffen können.”

Für Verbreitung der App soll vor allem Social-Media-Sharing sorgen, und dabei sollen vor allem Messaging-Apps eine wichtige Rolle spielen. “Wir glauben, dass das Sharing via WhatsApp und Messenger am wichtigsten ist, weil man oft einzelne Personen und nicht öffentlich alle Facebook-Freunde fragen will”, so Buchroithner.

App als Marktforschungs-Tool

Die Monetarisierung der App ist quasi schon vorgezeichnet. Bevor man Dvel entwickelte, haben Buchroithner und Co. das Start-up Troutloud gestartet, bei dem es um Fotowettbewerbe von Brands ging. „Troutloud war ein sehr komplexes System, das nur schwer zu kommunizieren war. User sollten dafür belohnt werden, Marken zu repräsentieren. Das funktioniert an sich, aber die Umsetzung war das Problem. Wir sind mit einer Facebook-App gestartet, zu einer Zeit, wo es schon zu spät für eine Facebook-App war“, so Buchroithner.

Die Kernidee von Troutloud findet sich auch bei Dvel wieder: “Marken haben auch Fragen. Wenn BMW ihre Community fragt, ob sie mehr auf Cabrio oder mehr auf Limousinen stehen, dann haben sie nicht nur coolen Content für ihre Social-Media-Plattformen, sondern lernen gleichzeitig über ihre User”, so Buchroithner. Dementsprechend wird man Dvel Unternehmen sowohl als Marketing- als auch als Marktforschungskanal anbieten wollen.

Bevor man bei dem Start-up mit Sitz in Wien aber an die Monetarisierung denken kann, muss man einmal auf eine relevante Zahl an Nutzern wachsen. Unterstützung wird es dafür bald von einem Business Angel so wie von einem Entwickler geben: Kevin Snajda, der maßgeblich am Design der Runtastic-Apps beteiligt war, ist der erste fixe Mitarbeiter von Dvel.

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