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ING-Rückzug: Mitbewerber reagieren mit Zinssenkungen auf Sparguthaben

Reinhold Baudisch, Geschäftsführer durchblicker.at. © Sebastian Freiler/durchblicker
Reinhold Baudisch, Geschäftsführer durchblicker.at. © Sebastian Freiler/durchblicker

430.000 Sparkunden müssen sich in Österreich wegen dem Rückzug der ING aus dem Privatkundengeschäft eine neue Bank suchen. Und könnte ja, sollte man meinen, auch dafür sorgen, dass andere Banken attraktive Angebote bringen, um diese hunderttausenden Kunden zu sich zu locken. Allerdings findet das nicht statt, wie jetzt das Vergleichsportal durchblicker.at aufzeigt.

Nachdem sich ab April 430.000 Sparkunden eine neue Bank suchen müssen, haben mehrere Banken diese Woche umgehend die Zinsen auf Sparguthaben gegen Null gesenkt bzw. ihre Vermarktungsaktivitäten eingeschränkt, heißt es seitens durchblicker. „Banken bemühen sich derzeit eher nicht darum, dass die hunderttausenden ING-Kunden ihre Sparguthaben zu ihnen transferieren. Im Gegenteil: Mit dem bevorstehenden Nachfrageüberhang hat sich die Zinslage für Sparer in Österreich umgehend weiter verschlechtert. Wer jetzt aktiv um ING-Kunden wirbt, hat die 50.000 Girokonto-Besitzer im Visier“, sagt durchblicker-Geschäftsführer Reinhold Baudisch.

Buhlen um Girokonto-Kunden

Genau das hat sich in den letzten Tagen auch am digitalen Werbemarkt gezeigt. Die Berliner Challenger-Bank N26 sowie die Post-Tochter bank99 haben jeweils Kampagnen gestartet, um ING-Kunden abzuwerben – doch gelockt wird nicht mit Sparkonten, sondern eben mit den Girokonten und deren digitalen Vorzügen (Trending Topics berichtete).

Neobanken buhlen jetzt um die österreichischen ING-Kunden

Damit sind also nicht die ganzen 430.000 Privatkunden der niederländischen Direktbank für andere Banken interessant sondern, nur ein Bruchteil davon. Die meisten ING-Kunden hatten ein Zweitkonto, um dort eben Spareinlagen zu sammeln – immerhin war die ING vor mehreren Jahren für ganz gute Zinsen bekannt. Die Niederländer haben nun angekündigt, nach Ende der Kündigungsfrist Sparguthaben an das angegebene Referenzkonto und damit in der Regel an die eigentliche Hausbank zu überweisen.

Überblick über Sparzinsen

Im aktuellen, ziemlich mauen Zinsumfeld rät Baudisch dennoch dazu, das Geld nicht einfach auf der Hausbank liegen zu lassen. Sparbuch-Zinsen seien zwar selbst bei den Online-Direktbanken inzwischen mehr als überschaubar, aber einige wenige würden doch noch geringe Guthaben-Zinsen zahlen. Für täglich fällige Sparguthaben erhält man laut durchblicker derzeit zwischen 0,01  und 0,30 Prozent. Bei einem Jahr Bindung sind es 0,05  bis 0,71 Prozent, ab 3 Jahren Bindung vereinzelt über 1 Prozent. Für Bausparer mit 6-jähriger Bindung liegen die variablen Zinsen aktuell bei 0,10 bis 4,0 Prozent.

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