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Drohnen: „Es gibt derzeit mehr Bedarf beim Katastrophenschutz“

Startbereit: Drohne von Smart Digital. © Smart Digital
Startbereit: Drohne von Smart Digital. © Smart Digital

In China hatten Drohnen im Zuge der Corona-Krise bereits ihren großen Auftritt. Sie wurden und werden unter anderem dazu eingesetzt, um Menschen in Quarantäne mit Medikamenten zu versorgen oder um aus der Luft die Temperatur zu messen. In Mitteleuropa kommen die fliegenden Roboter eher zaghaft zum Einsatz – so hat die Wiener Polizei Verkehrsdrohnen verwendet, um zu Beginn der Ausgangsbeschränkungen Menschenansammlungen aufzuspüren (Trending Topics berichtete).

In der Corona-Krise sehen Unternehmen, die mit Drohnentechnologien arbeiten, jedenfalls mehr Nachfrage am Markt. In den USA etwa boomt der Lieferservice von Wing – also der Google-Schwester, die sich auf die Zustellung kleiner Pakete per Drohne spezialisiert hat. In Österreich ist es etwa das Startup Smart Digital, das über eine steigende Nachfrage am Markt berichten kann.

„Hubschrauber kommt bei Preis-Leistung nicht mit“

„Es gibt derzeit mehr Bedarf im Katastrophenschutz und bei der Unterstützung für die Grenzüberwachung. Und es geht heute auch um den Schutz der Spitäler”, sagt Alexander Schuster, CEO von Smart Digital, im Gespräch mit Trending Topics. Sein Unternehmen, das auch mit dem französischen IT-Riese Atos ein Joint-Venture betreibt, hat sich seit der Gründung 2017 einen Namen bei der Überwachung von Infrastruktur mit Hilfe von Drohnen gemacht – etwa Brücken, Kraftwerke oder großer Waldflächen. Nun steigt das Interesse seitens der öffentlichen Hand an der Technologie – etwa auch beim Grenzschutz. Nach dem Schließen vieler Grenzen ist eine intensivere Überwachung notwendig – und Drohnen können den Behörden viel Arbeit abnehmen.

Smart-Digital-CEO Alexander Schuster. © Smart Digital
Smart-Digital-CEO Alexander Schuster. © Smart Digital

“Wir wollen unseren Kunden wirklich ermöglichen, ein Ergebnis zu erwirtschaften und nicht nur lustig mit Drohnen zu fliegen”, sagt Schuster. Die Drohnen, die seine Firma aufsteigen lässt, gibt es von klein bis groß – manche von ihnen bleiben bis zu 30 Stunden in der Luft. Was gerade die großen Drohnen ersetzen wird im Vergleich schnell klar. “Ein bemannter Hubschrauber kommt da bei Preis-Leistung nicht mit”, sagt Schuster. Zu den Kunden bisher zählen Namen wie APG (Austrian Power Grid), Raiffeisen, Palfinger, Deutsche Bahn, BP oder Magenta.

Blockchain Marke Eigenbau

Einige Drohnen von Smart Digital wie die Modelle „SkyLark“ und „SkyX 4“ (mit Nutzlasten von bis zu 2,5 bzw. bis zu 8 kg) werden vom Unternehmen selbstgebaut. Eigenbau gehört überhaupt zur Philosophie des Startups. Denn auch die Software, die im Zusammenspiel mit den Drohnen werkt, wird größtenteils selbst entwickelt. Denn die Daten, die die Drohnen erfassen, werden mit Hilfe von Blockchain unveränderbar im System festgehalten. Das ist essenziell, um später bei Haftungs- oder Versicherungsfragen Belege zu haben. Schuster: “Wir haben einen komplett eigenen Hyper Ledger aufgebaut, weil viele andere Systeme nicht so funktionieren, wie es versprochen wird.”

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