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drd: Wiener Health-Startup bringt kostenlose Videocalls mit Hausärzten

© drd
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Eigentlich war der Launch des Wiener Health-Startups drd (kurz für „doctors recommended by doctors“) für den Sommer 2020 geplant. Doch die Corona-Krise hat Gründer Clemens Billek – diesmal im positiven Sinne – einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und so ist der Online-Dienst, der in vielen Fällen den Gang zum Hausarzt erspart, bereits jetzt verfügbar. Und das sogar kostenlos.

drd funktioniert folgendermaßen: Nutzer können über die App bzw. über die Webseite (derzeit nur Chrome und Firefox) verwendbar. Videocalls mit ausgewählten Hausärzten führen. Die Ärzte sind dabei Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr verfügbar. Um einen Call zu bekommen, meldet sich der Nutzer der App für eine Konsultation an und wird dann vom nächsten verfügbaren Allgemeinmediziner zurückgerufen, sobald dieser Zeit für eine neue Patientenbehandlung hat. Dokumente wie Befunde, Überweisungen und Privatrezepte können über die App übertragen werden.

Drei und Generali übernehmen im April die Kosten

Normalerweise kostet ein Videocall bei drd mit einem Hausarzt 49 Euro. Doch bis zum 30. April übernehmen der Mobilfunker Drei und die Generali-Versicherung diese Kosten. „Die Corona-Pandemie hat unser Leben radikal verändert. Der schnelle Zugang zu Ärzten ist derzeit besonders wichtig. Gemeinsam mit drd und Generali möchten wir in den nächsten Wochen mit digitalen Möglichkeiten einen Beitrag dazu leisten, das Infektionsrisiko zu senken. Wir stehen damit allen Österreicherinnen und Österreichern mit medizinischer Hilfe zur Seite, ohne dass Sie ein Wartezimmer betreten müssen“, heißt es seitens Rudolf Schrefl, Chief Commercial Officer von Drei.

Bevor man drd verwendet, sollte man einige Dinge wissen. Hat man den Verdacht, am Coronavirus erkrankt zu sein, sollte man sich gleich an die offizielle Hotline 1450 wenden. Auch ist zu beachten, dass die Ärzte, mit denen man verbunden wird, nur Privatrezepte ausstellen können. Eine Umschreibung in ein Kassenrezept in Apotheken kann also nicht garantiert werden.

15 Minuten pro Gespräch

Derzeit kann es zu einer Wartezeit von etwa einer Stunde kommen, bis der nächste Arzt Zeit für einen Videocall hat. Ein Gespräch ist derzeit auf 15 Minuten begrenzt. Wenn dann telemedizinisch keine Diagnose gestellt werden konnte, wird man sich einen Termin in einer Praxis ausmachen müssen. Bei der Videokonsultation entscheidet der Hausarzt abhängig vom konkreten Einzelfall, ob auch eine physische Abklärung erforderlich oder sinnvoll ist.

Wer den Dienst nutzen möchte, muss in seinem Account Fotos von Pass und eCard hochladen – so wird die Identität überprüft. Eine direkte Übertragung der Daten im Account an das Gesundheitssystem ELGA gibt es derzeit nicht. Gespeichert werden die Daten, die man hochlädt, beim Hosting-Provider Hetzner in Deutschland.

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