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DiverCity: Grazer Start-up vernetzt kochende Migranten mit lokalen Gästen – und kommt bald nach Wien

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Speisen bei Fremden. © Divercity

Argentinisch, bulgarisch, vietnamesisch, spanisch, indonesisch, ägyptisch, russisch und American Brunch: In Graz haben entdeckungsfreudige Kulinarik-Fans seit kurzem die Möglichkeit, nicht nur in Restaurants zu speisen, sondern werden auch bei Menschen mit Migrationshintergrund als Gäste bewirtet. Zugang zu den Hobby-Köchen und ihren Wohnzimmertischen finden sie auf der Internet-Plattform DiverCity.at, die unter dem Motto „Tauche ein in die kulturelle Vielfalt deiner Stadt“ aktuell etwa 20 Gastgeber mit ihren Gästen vernetzt.

„DiverCity ist ein Marktplatz interkultureller Erlebnisse, auf dem Menschen mit Migrationshintergrund zum Kochen, Essen und Feiern einladen“, sagt Wolfgang Bergthaler, Gründer und Initiator der Plattform. „Unser Ziel ist es das immense multikulturelle Potential unserer Stadt für jedermann zugänglich und erlebbar zu machen.“ Wer bei einem der Gastgeber einen Abend buchen möchte, lässt sich auf einer Kartenansicht oder in einer Liste die verfügbaren Gastgeber anzeigen und bekommt auf einen Blick Preis, maximale Anzahl der Gäste sowie Fotos von Gerichten. Über die Webseite können die Gastgeber dann natürlich auch gleich kontaktiert werden, um Details auszumachen.

Die Zielgruppe von DiverCity beschreibt Bergthaler als urban, offen, 30-50 Jahre, klarerweise mit Interesse an Kochen, Reisen und Kulturen. Ihnen soll die Internet-Plattform Türen zu Küchen öffnen, die sie ohne Netz nie entdecken hätten können. Dass macht auch den Reiz von Angeboten wie Airbnb aus: Die Zimmervermittlungs-Plattform ist zu einem weltweiten Marktplatz für Privatunterkünfte gewachsen, die für seine Nutzer Türen zu Wohnungen oder Häusern von Fremden öffnet.

„Kein Geld für die Vermittlung“

„DiverCity ist als eine Non-Profit-Plattform. Ich nehme kein Geld für Vermittlung“, sagt Bergthaler. „Ich empfehle den Hosts einen Unkostenbeitrag von 10 bis 25 Euro pro Person und Abend zu kalkulieren. Dieser sollte in jedem Fall den Wareneinsatz voll abdecken und genug Spielraum für unvorhergesehene Ausgaben vorsehen.“ Eigentliches Ziel ist aber, dass gar nicht bezahlt wird. „Idealerweise verständigen sich Gast und Gastgeber am Ende des Abends auf eine Gegeneinladung. Dann wird nämlich gar kein Geld ausgetauscht, sondern einfach die Rollen gewechselt. Das ist eigentlich das primäre Ziel.“

Als Airbnb für Dinner möchte Bergthaler sein Angebot nicht verstanden wissen. „Ich möchte, dass ausschließlich Migranten-Angebote online sind. Wenn zig Österreicher Hausmannskost inserieren, verwässert mir das die Positionierung“, so der Gründer. „Da es aber hoffentlich zu einer Gegeneinladung der Gäste kommt, haben auch die Einheimischen die Gelegenheit zu hosten.“

Laut Bergthaler sei es sehr einfach und unkompliziert, als Gastgeber mitzumachen. „Divercity vernetzt Privatpersonen, um gemeinsam zu kochen, essen und feiern. Da auf Seiten der Gastgeber keine Gewinnabsicht besteht, liegt keine gewerbliche Tätigkeit vor. Somit unterliegen die Hosts auch weder Gewerbeordnung, Einkommensteuer- noch Sozialversicherungspflicht.“

Expansion nach Wien

Bei Graz soll es nicht bleiben, aktuell treibt Bergthaler die Expansion nach Wien an. Am 22. Februar findet im Lokal von Feinkoch im 6. Bezirk ein Launch-Event, wo das Konzept von DiverCity Interessierten erläutert werden soll. Idealerweise habe ich in Wien mindestens 10-15 internationale Gastgeber mit ihren Angeboten online, damit ich starten kann. Ich gehe davon aus, dass es spätestens Ende Februar so weit ist“, so Bergthaler.

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