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Digitaler Euro: Grundsatzentscheidung zwischen Anonymität oder Innovation

Symbolbild für den digitalen Euro. © EZB
Symbolbild für den digitalen Euro. © EZB

Die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Zentralbanken des Euroraums prüfen derzeit, ob ein digitaler Euro eingeführt werden soll. Bis Mitte 2021 soll eine Entscheidung getroffen werden – doch zuvor wird das europäische Volk sowie Stakeholder (Banken, Unternehmen etc.) dazu befragt, was sie überhaupt von der Idee halten.

Kurz zur Idee: Ausgelöst haben die Bestrebungen der EZB, eine so genannte Central Bank Digital Currency (CBDC) einzuführen, der Bitcoin-Hype auf der einen Seite, aber auch die CBDC-Bestrebungen anderer Staaten auf der anderen Seite. China hat den digitalen Yuan bereits im Test – und natürlich wird dieser auch als Machtinstrument gegen andere dominierende Währungen wie den Dollar und (in geringerem Maße) den Euro gesehen. So wäre es denkbar, dass sich digitales Geld aus China auch sehr schnell in Europa verbreitet.

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Außerdem gibt es Druck seitens Privatunternehmen wie Tether oder Coinbase/Circle, die eigene Stablecoins (USDT bzw. USDC) geschaffen haben. Diese werden bereits in großem Umfang auf Krypto-Börsen eingesetzt, auch wenn sie den Sprung in den Alltag – etwa zum Bezahlen in Online-Shops – noch nicht geschafft haben. Auch Facebook lässt von seinem Stablecoin-Projekt Diem (vormals Libra) nicht ab und bemüht sich nach wie vor um Zulassung in der Schweiz.

Aber zurück zum digitalen Euro: Er wäre eine elektronische Form von Zentralbankgeld in Ergänzung zum Bargeld und verspricht, alltägliche Zahlungen schneller, einfacher und sicherer zu machen. „Ein digitaler Euro würde dazu beitragen, die Auswirkungen extremer Ereignisse – wie Naturkatastrophen oder Pandemien – abzufedern, wenn herkömmliche Zahlungsdienste nicht mehr funktionieren. Außerdem könnte er eine wichtige Rolle spielen, wenn die Menschen zunehmend auf digitale Zahlungsmittel aus anderen Ländern zurückgreifen sollten. Eine solche Entwicklung könnte die Finanzstabilität untergraben und die Währungshoheit im Euroraum gefährden“, heißt es seitens EZB.

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Zwei denkbare Ansätze

Wie würde der digitale Euro aber nun konkret gestaltet werden? Diese Frage reicht die EZB derzeit an die Öffentlichkeit weiter. Ein zentraler Knackpunkt: Soll Fokus auf Anonymität und Offline-Nutzung gelegt werden, oder sollen Intermediäre die Transaktionen überprüfen und so Raum für Innovationen geschaffen werden. Beides hätte laut EZB Vor- und Nachteile. Konkret heißt es:

„Für den digitalen Euro sind zwei Ansätze denkbar, einer mit Intermediären, die zur Verarbeitung der Zahlung zwischengeschaltet sind, und einer ohne Intermediäre.

Wenn wir einen digitalen Euro entwickeln, bei dem für die Verarbeitung der einzelnen Zahlungen keine Zentralbank und kein Intermediär erforderlich sind, würde sich der digitale Euro eher wie Bargeld anfühlen, aber eben in digitaler Form. Sie könnten den digitalen Euro sogar nutzen, wenn Sie nicht mit dem Internet verbunden sind, und Ihre Privatsphäre und personenbezogenen Daten wären besser geschützt.

Die andere Möglichkeit wäre ein digitaler Euro, bei dem Intermediäre die Transaktion dokumentieren. Dies würde online geschehen und ein größeres Potenzial für zusätzliche Dienstleistungen bieten, die der Bevölkerung und den Unternehmen angeboten werden können. Es würden Möglichkeiten für Innovationen und potenzielle Synergien mit bestehenden Dienstleistungen geschaffen. So wäre es beispielsweise einfacher, den digitalen Euro in bereits heute verfügbare elektronische Bankdienstleistungen und -anwendungen einzubinden.“

Wie die Befragung ausgeht, wird in einigen Monaten von der EZB bekannt gegeben. Sollte die Entscheidung wirklich für einen digitalen Euro fallen, dann werden vermutlich noch einige Jahre vergehen, bis er Realität wird. In den USA scheint es derzeit so, dass Banken erlaubt wird, dass diese ihre eigenen, vom US-Dollar gedeckten Stablecoins herausgeben können. Das unterscheidet sich deutlich vom chinesischen Ansatz, wo der Staat den digitalen Yuan gestaltet und unters Volk bringt.

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