DigitalDays2018: Wenn die Stadt Wien urbane Innovationen ins Zentrum rückt

Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die städtische Infrastruktur der Zukunft, wie werden wir uns fortbewegen und wie kann man die Digitalkompetenz aller Generationen einer Stadt fördern? Wie werden Automatisierung, selbstfahrende Autos und Virtual Reality Wien verändern? Diesen Fragen widmete sich Anfang Oktober die fünfte Auflage der DigitalDays am Erste Campus. „Digitalisierung wird sichtbar sein, aber sie wird sozusagen im Untergrund in unserem Leben Einzug gefunden haben. Wir werden es oft gar nicht merken“, sagt Dominic Weiss von Urban Innovation Austria, das die Veranstaltung für die Stadt Wien mitorganisiert hat.

„Bekämpfung des Fachkräftemangels“

Unter dem Motto „New technology and talents“ rückte das zweitägige Event den Menschen in den Fokus. „Es ging uns in diesem Jahr nicht zuletzt darum, etwas zur Bekämpfung des Fachkräftemangels beizutragen“, erklärt Joe Pichlmayr, Mitgründer der DigitalCity.Wien und Geschäftsführer bei Ikarus Security Software.

Die Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops waren hochkarätig besetzt, unter anderem mit whatchado-Gründer und EU-Jugendbotschafter Ali Mahlodji, dem Director der neu geschaffenen österreichischen Digitalisierungsagentur (DIA), Andreas Tschas oder Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl.

„Aktiv mit neuen Technologien auseinandersetzen“

Um Digitalisierung angreifbar zu machen, haben in der groß angelegten „TalentStreet“ insgesamt 35 Unternehmen die Besucher eingeladen, Innovationen der Zukunft selbst auszuprobieren. „Wir wollten sowohl junge Talente, egal ob noch in der Ausbildung oder schon im Beruf, als auch ‚Quintastics‘, die Generation 60+, einladen, sich bei den DigitalDays aktiv mit neuen Technologien auseinanderzusetzen“, erklärt Ulrike Huemer, DigitalCity-Mitgründerin und CIO der Stadt Wien.

Award für Salzburger IT-Forscherin

Erstmals wurde im Rahmen der DigitalDays auch der „Hedy Lamarr Award“ vergeben. Der Preis für Frauen in der IT-Forschung ging an die Salzburger Forscherin Verena Fuchsberger-Staufer (Trending Topics berichtete). Die 35-Jährige arbeitet als Forscherin am Center for Human-Computer Interaction an der Universität Salzburg. Dort beschäftigt sich die Psychologin mit der Vermittlung zwischen Mensch und Maschine, ein Thema, das auch auf den DigitalDays eine wichtige Rolle spielte: „Wir können noch so tolle Technologien haben, aber wenn wir nicht die Menschen haben, die das für die Bürger auch in einen Nutzen übersetzen, haben wir nichts gewonnen“, sagt Martin Giesswein, Mit-Initiator der DigitalDays.

Die Stadt Wien will Vorzeige-Metropole für digitale Innovation in einem städtischen und sozialen Kontext sein. „Wir können mit Fug und Recht sagen, dass wir die Digitalisierung in den letzten Jahren richtig in Angriff genommen haben“, sagt Digitalisierungsstadtrat Peter Hanke. „Aber, das ist ein Weg, der niemals endet. Wir sind mittendrin“.

mehr anzeigen