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Ex-Google-CEO

Diesen Tipp gibt Eric Schmidt österreichischen Startup-Gründern

Eric Schmidt mit Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck © BMDW/Hartberger
Eric Schmidt mit Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck © BMDW/Hartberger

„Von den sieben wertvollsten Tech-Unternehmen der Welt kommt kein einziges aus Europa“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz vergangene Woche im gut gefüllten Audi-Max der Wirtschaftsuniversität in Wien. Das Problem ist altbekannt und das Publikum quälte sich auch nicht für Kurz durch eine strenge Sicherheitskontrolle. Nach mehrfachen Versuchen war der ehemalige Google-CEO und Vorstand von Alphabet, Eric Schmidt, der Einladung des Bundeskanzlers nach Österreich gefolgt und sollte hier Wirtschafts- und Technik-Studenten erklären, wie Österreich das nächste Google schaffen könnte.

Nach einem eher allgemein gehaltenen Vortrag an der WU, traf Schmidt auf eigenen Wunsch mit einigen Deep-Tech-Startups aus Österreich zusammen – organisiert wurde dieses Event in familiärer Atmosphäre von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck. In der Nationalbibliothek versammelten sich unter anderem Lithoz, Contextflow, Enpulsion, Yodel.io, Isar Aerospace, Ondewo, Xephor Solutions, Monstyle, Saphenus, Invisible-Light Labs, Procedural Design, Invision Digital Imaging, EnliteAI und byrd zu dem „Kamingespräch“. Thematisiert wurde ein Dilemma, vor dem viele europäische Startups stehen: Daheim gibt es zu wenig Risikokapital und die Märkte sind meist zu klein, um zu skalieren. Das Ziel sind deshalb früher oder später die USA.

Wie kommen Startups an Google, Microsoft und Co. heran?

Das Silicon Valley ist aber ein eingeschworener Freundschafts-Club, der sich kaum für Außenstehende öffnet. Wie man denn an große Firmen wie Google oder Microsoft herankommen könne, lautete eine Frage, die gleich mehrere österreichische Startups an Schmidt richteten. Schmidt machte kein Geheimnis daraus, dass das schwierig ist. Die meisten Silicon-Valley-Bosse seien bereits zusammen in die Schule oder zur Uni gegangen.

Den AI-Startups aus Österreich empfahl er, etwas „Außergewöhnliches“ zu entwickeln und dann möglichst viel Aufmerksamkeit zu generieren. Das klinge banal, aber viele Startups würden diesen Punkt zu wenig beachten. Ganz konkret: „Macht eine gute Landing Page, lasst die Leute eure Innovation ausprobieren und dann werden die entsprechenden Abteilungen der großen Firmen von selbst auf euch aufmerksam“. Das sei der einzige Weg.

Europa: Unis zu arm, Gründer risikoavers

Die Message des Vortrags davor, an Studenten an der WU, könnte man so zusammenfassen: Gründet in den USA! „Software-Entwickler werden die Zukunft bestimmen“, sagte Schmidt. Und davon habe Europa einfach zu wenige. US-Universitäten seien mit viel mehr Geld ausgestattet und Europäer hätten darüber hinaus zu wenig Risikobewusstsein. „Change what you are doing by taking more risk“, empfahl er den Studenten.

Vorhandene Technologien nutzen, um große Probleme zu lösen

AI-Technologien müssten nicht neu erfunden werden, beispielsweise Google stelle aufwändig entwickelte Machine-Learning-Algorithmen zur Verfügung. Nun gehe es darum, mit diesen Technologien drängende Probleme zu lösen, denn „Computer können Muster erkennen, die Menschen nie sehen würden“.

Schmidt lieferte auch gleich ein Problem, das er gerne mittels AI gelöst haben würde. In der 8. Schulstufe (ca. mit 12 Jahren), werde der Mathematik-Unterricht in den USA so anspruchsvoll, dass die meisten beginnen würden, das Fach zu hassen. Hier sieht er den Scheideweg: Gelingt es, in der 8. Schulstufe mehr Kids für Mathematik zu begeistern, gäbe es auch mehr leidenschaftliche IT-Forscher wie ihn selbst. Ob man nun mittels AI nun mehr junge Menschen in Richtung Computerwissenschaft lenken, oder einfach gleich den ITler-Mangel mit AI ausgleichen soll, ließ er aber offen.

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