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diego5: Österreichische Agentur vermarktet heimische YouTuber – inklusive einer Elfjährigen

High five! © diego5
High five! © diego5

In den USA, Großbritannien oder Deutschland sind YouTube-Netzwerke bereits seit Jahren in der Vermarktung von populären YouTubern tätig, jetzt hat mit diego5 auch Österreich sein erstes bekommen. Gegründet von Rudi Kobza (Eigentümer der Kobza Integra Public Relations) und Sandra Thier (ehemalige RTL II-News-Moderatorin), wird diego5 ab sofort 19 österreichische YouTube-„Stars“ bei der Vermarktung und Produktion der Videos unterstützen – dem Selbstverständnis nach fungiert man als „Berater, Unterstützer und Begleiter“ der jungen YouTube-Stars. Hierzulande sind regelmäßig etwa 2,7 Mio. Menschen auf YouTube aktiv, vor allem bei der jüngeren Zielgruppe zwischen 12 und 29 Jahren ist die Video-Plattform von Google besonders beliebt.

Die jüngste YouTuberin, die bei diego5 unter Vertrag steht, ist die elfjährige Lara-Marie, die Kochvideos veröffentlicht, viele der anderen Videobloggerinnen, die zu Themen wie Beauty, Lifestyle oder Fashion Clips produzieren, sind zwischen 12 und 20 Jahren alt, außerdem sind einige Sportler, Comedians oder andere Infotainer unter Vertrag. Ihre YouTube-Kanäle haben teilweise mehrere zehntausende Abonnenten, andere Kanäle mit sehr wenigen Abonnenten befinden sich noch im Aufbau. Über Verlinkungen und gemeinsame Videos will diego5 die kleinen Kanäle mit Hilfe der reichweitenstarken YouTuber wachsen lassen.

Pre-rolls und Produktplatzierungen

„Wir leisten Pionierarbeit, weil wir das erste echte YouTube-Netzwerk in Österreich sind“, so Thier zum HORIZONT. Die ProSiebenSat.1-Tochter „Studio 71“ ist bereits in Österreich bei der Vermarktung von YouTubern (z.B. Michael Buchinger) von Berlin aus tätig, allerdings liegt sich ProSiebenSat.1 Puls 4 mit Google Austria wegen Urheberrechten in den Haaren und hat in punkto YouTube-Vermarktung in letzter Zeit kaum etwas von sich hören lassen.

Beiden Multichannel-Netzwerken ist jedenfalls gemeinsam, dass sie eng mit YouTube-Eigentümer Google zusammenarbeiten. Werber können bei den Videos Pre-rolls schalten. „Der YouTuber bekommt mehr als 50 Prozent der Werbeeinnahmen“, so Thier, die restlichen Umsätze teilen sich Google und diego5. Außerdem ist möglich, dass Marken oder Firmen ganze Clips sponsern oder Produktplatzierungen machen – zu sehen ist das etwa dann, wenn eine junge YouTuberin sich ein Video lang mit einem Kosmetikprodukt auseinandersetzt. Im Ausland etwa sind Preislisten durchgesickert, denen zufolge Werber im Schnitt 80 Euro pro 1000 Abonnenten bezahlen, die erreicht werden – je nach Popularität des YouTubers kann der Preis auch höher bzw. niedriger liegen. Bei diego5 gibt es derzeit keine Auskunft zum Preisgefüge.

Fix ist jedenfalls, dass sich diego5 bei Product Placement und anderen Produktempfehlungen durch den YouTuber an die Richtlinien von Google sowie an die rechtlichen Rahmenbedingungen in Österreich halten muss. diego5 ist aber nicht nur in der Vermarktung der Bewegtbildinhalte tätig, sondern unterstützt ihre jungen Vertragspartner auch bei der Produktion von Videos und produziert auch selbst Content (z.B. mit dem Start-up-Experten Daniel Cronin). Das böte die Möglichkeit, diese Eigeninhalte etwa an Medienhäuser zu lizensieren, so Thier.

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