Chain Split

Die Spaltung ist passiert: Bitcoin teilt sich in zwei Krypto-Währungen auf – Bitcoin Cash entsteht

Bitcoin, bzw. ihr physisches Pendant. © Antana/Flickr (CC BY-SA 2.0)
Bitcoin, bzw. ihr physisches Pendant. © Antana/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Der seit einigen Jahren schwelende Streit über die Zukunft der digitalen Währung Bitcoin hat seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht: Wie man etwa unter www.btcforkmonitor.info einsehen kann, ist der so genannte Chain Split rein technisch vollzogen. Bitcoin Cash spaltet sich von der führenden Krypto-Währung Bitcoin in einem so genannten „Hard Fork“ ab. Auch Peter Borovykh von Blockchain Driven und Erik Voorhees von ShapeShift bestätigten den Fork, auch wenn es im Hintergrund zu technischen Problemen gekommen sei. Noch ist aber kein neuer Block auf der neuen Chain geschrieben worden, deswegen ist es nicht absehbar, ob und wie viele Miner auf Bitcoin Cash setzen.

Der Bitcoin-Kurs ist nach dem Fork bis dato um rund sechs Prozent eingebrochen, Bitcoin Cash wird derzeit auf Future Markets zwischen 200 und 400 Dollar gehandelt.

Geburt einer neuen Krypto-Währung

In der Theorie bedeutet der Chain Split: Wer zuvor etwa 10 Bitcoins hatte, hat jetzt 10 Bitcoins (BTC) und 10 Bitcoin Cash (BCC oder BCH). Die Voraussetzung dafür, dass man künftig sowohl BTC als auch BCC auch tatsächlich sein Eigen nennen kann: Man muss sein Krypto-Geld in einer eigenen Wallet mit „Private Key“ haben. Liegt das Guthaben lediglich bei einer Online-Börse, ist nicht garantiert, dass man Bitcoin Cash bekommt. Coinbase etwa will Bitcoin Cash nicht unterstützen, Kraken hingegen hat angekündigt, seinen Nutzern Bitcoin Cash gutzuschreiben. Doch noch scheint es technische Probleme zu geben, Bitcoin Cash in den Accounts der Nutzer gutzuschreiben.

Vorangetrieben wurde die Spaltung von einer kleinen Gruppe in der Bitcoin-Community, die die Block-Größe der Blockchain, auf der Bitcoin basiert, von früher 1 auf 8 Megabyte zu erhöhen, um mehr Transaktionen in einen Block schreiben zu können und so das System schneller zu machen. Die große Mehrheit der Community hingegen einigte sich auf das so genannte „New York Agreement“: Per „SegWit2x“ soll in einem ersten Schritt die Speicherkapazität jedes Blocks durch die Auslagerung der Signaturen (eben „Segregated Witness“) erhöht werden, später soll die Größe der Datenblöcke auf zwei Megabyte erhöht werden.

„Bitcoin wird Hauptwährung bleiben“

“Ich finde gut, dass der Split passiert, weil sich im Laufe der Zeit herausstellen wird, welcher Ansatz sich durchsetzt”, sagt Max Tertinegg, Geschäftsführer von Coinfinity aus Graz, einem Kompetenzzentrum für Bitcoin und Blockchain-Technologie und Betreiber des ersten Bitcoin-Automaten in Österreich. Und fügt an: “Bei den Kursen kann es in den nächsten Tagen und Wochen zu starken Schwankungen kommen.”

„Die Hauptwährung wird Bitcoin bleiben“, sagt der Wiener Gerald Bäck, der sich aufs Traden mit Krypto-Währungen spezialisiert hat. „Für Leute, die gerne spekulieren, ist jetzt eine spannende Zeit. Man muss jetzt abwarten, wie viel Mining-Power auf Bitcoin Cash gehen wird. Wenn nur wenige Miner darauf setzen und einer 51 Prozent oder mehr der Rechen-Power hat, dann kann er in dem Netzwerk machen, was er will.“ Er geht davon aus, dass die wichtigsten Miner – also jene, die mit viel Rechenkraft Krypto-Geld schürfen -, bei der Hauptwährung Bitcoin bleiben werden.

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