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#glaubandich Landessieger

„Die schlaue Box“ aus dem Burgenland hilft Kindern mit Autismus oder ADHS

Die Gründerin Petra Ott, mit ihren Söhnen Niklas und Fabian. © Die schlaue Box
Die Gründerin Petra Ott, mit ihren Söhnen Niklas und Fabian. © Die schlaue Box

Rund 80.000 Menschen sind in Österreich von einer Form des Autismus betroffen, doch laut Caritas gibt es bislang kein ausreichendes therapeutisches und schulisches Angebot für die Betroffenen. Die Burgenländerin Petra Ott setzt hier an und hat „Die schlaue Box“ entwickelt. Sie soll Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten wie Autismus oder ADHS helfen, mehr Struktur in ihren Alltag zu bekommen. Mit dieser Idee hat Petra Ott die Jury der #glaubandich-Challenge im Burgenland von sich überzeugt und zieht daher ins Finale des Wettbewerbs am 25. Juni in Wien ein.

„Wir wollen über Autismus aufklären“

„Die schlaue Box“ bietet eine visuelle Strukturierungshilfe. Sie besteht aus einem Koffer mit 170 bis 200 Teilen. Auf einer Magnettafel wird mit unterschiedlichen Karten der exakte Tagesablauf dargestellt. Damit kann kontrolliert werden, an welchem Tag, zu welcher Uhrzeit, welche Tätigkeit ausgeführt wird. So hat das Kind die Möglichkeit abzuhaken, was es schon erledigt hat. Nicht nur für Kinder mit Autismus oder ADHS sei Struktur wichtig, erklärt Ott: „Pädagogen haben mir das Feedback gegeben, dass rund zwei Drittel der Kinder so eine Kontrollfunktion benötigen würden“. Das Ziel der Box sei es, die Kinder selbstständig zu machen und ihnen den Alltag zu erleichtern. Nun sollen Schulen und Privathaushalte bestückt werden.

„Die schlaue Box“, kostet 495 Euro und kann über die Homepage der Gründerin, die von der Wirtschaft Burgenland unterstützt wird, bezogen werden. Gerade bei Familien ist der Preis oft ein Thema, erklärt die Gründerin. Deshalb hat sie mittlerweile auch eine kleinere und günstigere Box für unterwegs entwickelt, die ab Juli produziert wird. Unter Eltern sei die Nachfrage sehr hoch, Familien sind aber bereits durch hohe Therapiekosten belastet. Die Burgenländerin überlegt deshalb auch ein Sponsoring-System einzuführen, bei dem Unternehmen Familien unterstützen können.

Autistische Kinder stehen vor großen Herausforderungen

Die Idee zur „schlauen Box“ stammt ursprünglich nicht von der Eisenstädterin selber, sondern von ihrem Sohn, der an einer Form des Asperger-Autismus leidet. Fabian besucht heute die fünfte Klasse eines Gymnasiums, doch der Weg dorthin war für ihn steinig. Bereits die Volksschule brachte viele Herausforderungen mit sich, eine Rückstufung in die Sonderschule stand im Raum.

Menschen mit Asperger sind unruhig und unkonzentriert. Sie werden von Reizen überflutet, ihnen ist es meist viel zu laut und sie hören das gesagte Wort oftmals nicht. Sie sind perfektionistisch, brauchen genaue Rituale, Strukturen und Anweisungen – das soll ihnen „Die schlaue Box“ bieten. „Mein Sohn hat mir erklärt was er gebraucht hätte, damit es ihm in der Volksschule besser ergangen wäre und dann haben wir angefangen an dem Ganzen zu basteln“, so die Gründerin, „Lange Zeit habe ich mich mit Autismus-Experten, Pädagogen, betroffenen Kindern und Eltern ausgetauscht bis die Box in der jetzigen Form fertig war.“

 

 

 

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