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E-Mobility

Die nächste Generation von E-Bikes hat Solarpanels, Dächer und Kofferraum

© Wello

Das Fahrrad der Zukunft muss deutlich mehr leisten. Der alte Drahtesel reicht nicht mehr aus. Das Fahrrad muss schnell sein und mit dem Komfort eines Autos mithalten können, aber trotzdem so umweltfreundlich bleiben wie bisher. Das war eindeutig der Trend auf der Movin’on-Messe von Michelin in Montreal. Trending Topics hat sich die neueste Technologie vor Ort angeschaut.

Wello: „Wir leihen uns die Erde von unseren Kindern“

Viel Aufmerksamkeit erhält ein Dreirad von Wello mit Sitz auf der sonnigen Insel La Réunion. Mit dem 80 cm breiten, solarangetriebenen Stadt-Fahrrad kann man eine Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h erreichen. Allerdings sind in den meisten europäischen Ländern nur 25 km/h auf den Fahrradwegen erlaubt, ansonsten muss man ab auf die Straße und dort vor Autofahrern umhertingeln. Für die elektronische Fahrhilfe sorgen Solar-Panels auf dem Dach bzw. eine Batterie. Laut Wello schafft eine Ladung eine Fahrt mit einer Reichweite von bis zu 100 km.

„Wir leihen uns die Erde von unseren Kindern“, sagt der CEO von Wello Arnaud Chéreau zu Trending Topics in Montreal. Der Luftfahrtingenieur hat das Unternehmen 2015 gegründet, um einen Beitrag zum Erhalt der Umwelt zu leisten. Für das gute Gefühl zeigt die dazugehörige Plattform an, wie viel CO2 man während der Nutzung im Vergleich zu anderen Fahrzeugen spart. Laut Wello verursacht das Solar-Dreirad nur 6,37 g CO2 je km. Ein Pkw würde die Umwelt im Durchschnitt mit 142,3 g CO2 pro km belasten.

 

Ein weiteres Schmankerl ist, dass jedes Rad personalisierbar und daher vor allem für B2B-Kunden spannend ist. So konnte sich Wello schon den Stromriesen EDF als Kunden angeln. „Wir sind stolz, ein Teil der Mobility von morgen zu sein“, sagt Marion Hatton, Leiterin der Geschäftsentwicklung von Wello, zu Trending Topics. In Kürze eröffne Wello ein Büro in Frankreich, so Hatton weiter. Von dort aus wolle man den kontinental-europäischen Markt erobern. Der Preis für ein Wello liegt zwischen satten 3.900 und 7.800 Euro.

Veemo: Sharing-Modell für E-Bikes

Noch in der Entwicklung steckt das Elektro-Dreirad-Auto Veemo des Startups VeloMetro Mobility aus Kanada. Veemo funktioniert als Sharing-Modell. Dabei soll das Dreirad, welches eine elektronische Starthilfe hat, den Komfort eines Autos bieten. Bei Wind und Wetter lassen sich etwa Einkäufe damit leicht transportieren. Mit der Veemo-App findet man den Standort des Fahrrads und öffnet es auch damit. Das E-Bike schafft eine Geschwindigkeit von bis zu 32 km/h.

Nach einer Testphase mit der Universität British Columbia werde der Prototyp weiter modifiziert, erklärt Chris Tacit, Mitarbeiter von VeloMetro Mobility, im Gespräch mit Trending Topics. Bald wolle das Startup mit einer Auflage von 100 Stück in Vancouver starten.

Dem 2013 gegründeten Unternehmen wurde von der Stadt erlaubt die Parkplätze zu benutzen, die auch für Sharing-Autos vorgesehen sind. Der Preis soll deutlich unter dem des Car-Sharing liegen, kündigt Tacit an. Nun halte der Gründer und CEO Kody Baker Ausschau nach einem Investor um die Manufaktur in Gang zu bringen.

Rool’in: Solarpanel auf Rädern

Das Elektro-Bike des französischen Startups Rool’in schafft eine Geschwindigkeit von bis zu 50 km/h. Das Fahrrad speichert durch die von Solar-Panels gewonnene Energie in einer Batterie, welche aber auch über eine Steckdose aufgeladen werden kann.

„Damit zu fahren, ist wirklich bequem“ schwärmt Felix d‘ Acremont, Programmierer bei Rool’in. 2017 wurde das Solar-Photvoltaik-Fahrrad mit Eigenantrieb auf der CES in Las Vegas mit dem Mov’eo-Preis ausgezeichnet. Das 2013 gegründete Startup lässt seinen Prototypen, genannt Sun-E, schon von der Post in Frankreich testen. Danach sollen die gewonnen Daten ausgewertet werden. Derzeit ist das Unternehmen nur in Frankreich aktiv, hofft aber in Zukunft zu expandieren.

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Die Reise zur Movin’on-Messe in Montreal wurde von Michelin bezahlt. Vielen Dank für die Einladung. 

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