Zusammenführung

WhatsApp gibt Telefonnummern zu Werbezwecken an Facebook weiter – aber man kann es verhindern

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Facebook schwappt auf WhatsApp über. © Facebook, Montage TrendingTopics.at
Facebook schwappt auf WhatsApp über. © Facebook, Montage TrendingTopics.at

Die Facebook-Tochter WhatsApp macht ernst und wird bis zum Ende des Jahres seine Monetarisierungsstrategie umsetzen. Wie berichtet will die Messaging-App im Besitz des Social Networks es Firmen erlauben, in Konversation mit Unternehmen zu treten – etwa, damit Nutzer über den Kanal einen Tisch in einem Restaurant reservieren kann, ohne dafür telefonieren oder eine Webseite besuchen zu müssen. Die zugehörigen Business-Tools werden für Unternehmen kostenpflichtig sein.

Im Zuge dieser Monetarisierung wird WhatsApp auch damit beginnen, die Telefonnummern von Nutzern an Facebook weiterzugeben. So sollen Accounts zusammengeführt werden, sofern der User beide Dienste verwendet. „Indem deine Telefonnummer mit den Facebook-Systemen verbunden wird, kann Facebook dir besser Freunde vorschlagen und dir passendere Werbung anzeigen, falls du einen Account dort haben solltest“, heißt es seitens WhatsApp. „Du könntest z. B. Werbung von einem Unternehmen sehen, mit dem du bereits in Kontakt standst, anstatt eines vorgeschlagen zu bekommen, von dem du noch nie gehört hast.“

Weiters wird beteuert, dass trotz der engeren Zusammenarbeit mit Facebook verschlüsselte Nachrichten privat bleiben sollen und Nummern weder verkauft noch an Werbeagenturen weitergegeben würden.

WhatsApp dient künftig der Facebook-Werbung

Bedeutet in der Praxis: Facebook wird den Account im Social Network und den Account in der Messaging-App als einen behandeln und den Nutzer über beide Dienste hinweg tracken, um die personalisierung von Werbebotschaften weiter zu verfeinern. Die Zusammenführung beider Services hat im Hintergrund bereits stattgefunden: WhatsApp ist bereits auf die Infrastruktur, also die Server, von Facebook übersiedelt. In der iPhone-App von WhatsApp kann man mit einem Klick schon länger seine Daten (Foto, name, etc.) von Facebook in die Messaging-App importieren.

Das Prozedere, dem WhatsApp unterzogen wird, kennt man schon von der zweiten Facebook-Tochter Instagram. Dieses wurde zuerst um den Facebook-Login erweitert, mittlerweile basiert das Targeting der Nutzer stark auf Facebook-Daten. Denn Instagram erkennt, wenn ein Facebook-Nutzer sich einloggt und kann die beiden Accounts miteinander verknüpfen. Die Instagram-Ads werden von Werbern übrigens über das gleiche System gebucht wie die Anzeigen auf Facebook.

So funktioniert das Opt-out

Wer nicht will, das seine WhatsApp-Daten zu Werbezwecken an Facebook weitergegeben werden, muss Folgendes tun:

  • Bevor man den aktualisierten Nutzungsbedingungen zustimmt, klickt man auf „Lies mehr…“ und nimmt dann das Häkchen bei der entsprechenden Option, die die Datenweitergabe beschreiben, weg
  • Wenn man den neuen Nutzungsbedingungen schon zugestimmt hat, dann hat man noch 30 Tage Zeit, die Datenweitergabe zu widerrufen. Dazu geht man in der App auf Einstellungen > Account > Meine Account-Info teilen

Aber Achtung: Facebook bekommt dann trotzdem die Daten, weil man diese zur “ Verbesserung von Infrastruktur und Zustellsystemen, des Verstehens der Art der Nutzung unserer bzw. ihrer Dienste, der Absicherung der Systeme und der Bekämpfung von Spam, Missbrauch bzw. Verletzungshandlungen“ braucht. Die Daten werden dann eben nur nicht zu Werbezwecken verwendet.

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