Sponsored Story

Die Höhle der Löwen: „Das Geld ist eh unwichtig“

Die zehnte Folge dieser Staffel bringt gleich zu Beginn ein Gründer-Ehepaar auf die Bühne. Erfunden haben die beiden „Elixr“, ein Öl, dass den Mundraum reinigen soll. Damit beruft man sich auf die Jahrtausende alte Tradition des „Öl Ziehens“.

75.000 Euro möchten die beiden Gründer Jenny und Philipp für 20 Prozent der Firmenanteile. Über 70.000 Euro stecken laut eigener Aussage bereits in dem Produkt. Elixr wird in kleinen Mengen im Mund aufgenommen, danach ein paar Minuten in alle Bereiche bewegt und wieder ausgespuckt. Das ganze Ritual soll Bakterien binden und Zähne und Haare schöner machen. Drei Geschmacksrichtungen stehen zur Auswahl, jede davon mit einer anderen Wirkung. Langfristig soll dann eine ganze Marke aufgebaut werden.

Die Löwen scheinen das Thema zwiespältig zu sehen, Frank Thelen verabschiedet sich als Erster – mit bekanntem Wording: „Nicht mein Bereich“. Dagmar Wöhrl folgt, sie findet die Produkte nicht innovativ, kennt derartige Öle bereits aus Asien. Dann wird es spannend: Carsten Maschmeyer prescht vor und will sich mit Ralf Dümmel auf ein Kombiangebot einigen. „Das Geld ist eh unwichtig“, ist von Ralf Dümmel zu hören. Während die beiden Herren diskutieren, macht mit Judith Williams die letzte verbliebene Dame ein Angebot über die gewünschten 75.000 Euro. Dümmel und Maschmeyer kontern mit der doppelten Summe für 25 Prozent – ein Angebot, das Judith Williams aber erwidert. Die beiden Gründer besprechen sich lange, entscheiden sich letztlich aber für Judith Williams. Deal.

Schnuller aus der Box

Auch der nächste Gründer ist Vater. Sebastian Stahl hat die „Binkybox“ erfunden, einen Spender für Schnuller. Babys und Kinder können damit selbstständig einen neuen Schnuller aus der Box ziehen, wenn sie ihren verlieren. Der Gründer zeigt sich hoffnungsvoll, „mindestens drei Löwen sind vom Nutzen überzeugt“, meint er eingangs. In den Schnullerspender passen fünf Schnuller. Die Binkybox wird einfach an den Rahmen des Gitterbettes montiert und leuchtet in der Nacht, damit die Kleinen auch wissen, wohin sie greifen müssen. Über 250.000 Euro hat der Erfinder bereits in seine Idee investiert, 49,95 Euro soll eine Binkybox nun kosten.

Der Haken: Bislang hat Sebastian Stahl erst 15 Stück verkauft. Das – und die Tatsache, dass der Gründer die kompletten Kosten bislang selbst beziehungsweise mit einem Bankkredit übernommen hat, schrecken aber ab. Carten Maschmeyer findet die Idee nett, aber „zu kleinteilig“. Frank Thelen bedient den Klassiker: „Das ist gar nicht spannend, nicht mein Thema“. Ralf Dümmel sieht das Risiko zu groß während Georg Kofler „keinen Markt sehen“ kann. Zuletzt verabschiedet sich auch Nils Glagau mit ähnlicher Argumentation.

Ein keimendes Investment

Keimster“ hieß das dritte Unternehmen, dass um die Löwen buhlte. Die beiden Gründer Michael und Erik verkaufen gekeimte Getreideprodukte. Die sollen bekömmlicher und gesünder sein als ihre „normalen“ Pendants. Das Problem mit der geringen Haltbarkeit gekeimter Produkte habe man durch ein spezielles Verfahren in den Griff bekommen, erklären die beiden Junggründer eingangs. Danach spielt die Nervosität aber einige Streiche, vor allem bei den Zahlen zeigen sich die Michael und Erik nicht ganz sattelfest. Dagmar Wöhrl will außerdem wissen, warum Kunden genau bei Keimster kaufen sollen – was nicht wirklich beantwortet wird.

Das ist Frank Thelen ein Dorn im Auge: „Ihr seid heute nicht kompetent bei mir angekommen“, verabschiedet sich Thelen recht rasch. Georg Kofler legt nach. Ihm ist der Markt zu speziell, Marketing sei schwierig, „und das traue ich euch nicht zu“, schließt der nächste Löwe kritisch. Judith Williams fehlt die Begeisterung bei den Gründern. Zwei Angebote gibt es dann trotz all der Kritik, je eines von Dagmar Wöhrl und von Ralf Dümmel über je 300.000 Euro, wie eingangs von den Gründern gefordert. Statt 15 Prozent der Anteile wollen die Löwen aber jeweils doppelt so viele Prozente, also je 30. Ralf Dümmel erklärt das mit der zu hohen Bewertung, auch wenn er ansonsten „viele Gründe zu investieren“ habe. Das überzeugt die Erfinder von Keimster. Deal mit Dümmel.

+++Die Höhle der Löwen: „Jetzt wird die Twitter-Gemeinde wieder lachen“+++

(Keine) Ratten an Bord

Tierisch geht es beim vierten Pitch zu. Jaqueline und Simon versuchen ein Investment für eine Erfindung ihres Vaters Leo zu ergattern. Wer ein Boot besitzt, könnte das Problem kennen: Ratten bahnen sich über die Taue ihren Weg in Richtung Jacht, Motorboot oder Ruderboot und können dort großen Schaden anrichten – vom hygienischen Standpunkt ganz zu schweigen. Die Schweizer Familie hat also einen Rattenstopper erfunden und nennt diesen „No Rats on Board„. Dabei handelt es sich um eine drehbare Scheibe, die einerseits den Weg versperrt und die Ratte ins Wasser wirft, sollte sie auf den Stopper klettern. Das sorgt für viel Erstaunen und angeregte Diskussionen.

Das Produkt ist durchdacht und scheint tatsächlich ein Problem zu lösen, die Zahlen sind aber weniger begeisternd. Bislang konnten nur wenige Einheiten verkauft werden, 150.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile ist das keinem Löwen wert. Frank Thelen findet die Erfindung „over-engineered“, Dagmar Wöhrl schließt sich an und gibt zu bedenken, dass die Ratten ertrinken, wenn sie ins Wasser fallen. Als Tierschützerin könne sie da nicht investieren. Kofler und Glagau zeigen sich nicht überzeugt, Carten Maschmeyer ist außerdem der Markt zu nischig. Kein Deal.

Kolumbianischer Rohrzucker

Die Frankfurterin Anna Elisabeth Segovia hat ein Faible für das Land Kolumbien und im Zuge dessen begonnen, mit dortigen Zuckerrohrbauern zusammenarbeiten. Ihr Ziel: Die hochwertige und gesunde Panela in Deutschland und Europa zu etablieren. Dabei handelt es sich um ein Lebensmittel, das durch Verkochen von Zuckerrohrsaft bei hohen Temperaturen gewonnen wird. Ihr Unternehmen heißt „Guatavita„. Die Investoren sind von der Idee begeistert und auch die Kostproben schmecken den Löwen.

Gleich drei Angebote liegen letztlich auf dem Tisch: Ralf Dümmel, Dagmar Wöhrl und Georg Kofler bieten jeweils die gewünschten 200.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile. Dümmel will das Produkt sofort in allen Läden anbieten, Kofler meint, dass der Onlineshop und sein Social-Media-Know-How das Produkt und die Story am besten zum Kunden bringen, Wöhrl hingegen möchte ihr Netzwerk in der Restaurant- und Hotelbranche nützen. Zudem bringt sie Erfahrungen mit dem Land Kolumbien und der dortigen Kultur mit. Nach einem kurzen Beratungsgespräch mit ihrem Mann entscheidet sich Anna Elisabeth Segovia für Dagmar Wöhrl – wie sie selbst meint „aus dem Bauchgefühl heraus“. Die Löwin freut sich, die Gründerin auch – Deal.

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen