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Diagnosia: Apotheker-Verlag steigt groß bei Wiener Ärzte-App ein

Die Diagnosia-Manager Michael Mikesch und Lukas Zinnagl. © Diagnosia
Die Diagnosia-Manager Michael Mikesch und Lukas Zinnagl. © Diagnosia

Das 2011 gegründete Digital-Health-Unternehmen Diagnosia ist eines der Urgesteine der Wiener Startup-Szene. Wie mehrmals berichtet, hat die Firma rund um Gründer und Geschäftsführer Lukas Zinnagl mehrere Investment-Runden gemacht und selbst auch andere Online-Portale und Unternehmen gekauft. Nun Diagnosia einen großen neuen Mehrheitseigentümer: den Österreichische Apotheker-Verlag, kurz Apoverlag.

Für eine nicht öffentlich bekannte Summe ist der Apoverlag mit mehr als 50 Prozent bei Diagnosia eingestiegen, mittelfristig sollen 100 Prozent der Anteile übernommen werden. Zinnagl und der Manager Michael Mikesch sind beide noch am Unternehmen beteiligt und halten gemeinsam vorerst den Rest der Anteile. Die bisherigen Investoren Hansi Hansmann und Speedinvest finden sich nicht mehr im Cap Table des Unternehmens. Den Deal begleitet hat Johannes Raidl vom Wiener M&A-Berater i5invest. Das Austria Wirtschaftsservice und die FFG förderten das Startup ebenfalls.

Mehr als 9.000 Ärzte

Diagnosia gilt als die führende Ärzte-App in Österreich, mit der man den Barcode eines Medikaments scannen kann und dann Informationen zu Dosierung, Äquivalenzpräparaten oder Wechselwirkungen bekommt. Zusätzlich enthält die App auch Fach- und Erstattungsinformationen und macht sie offline verfügbar. Über eine integrierte Chat-Funktion kann man sich außerdem mit Experten und Kollegen austauschen. Hierzulande sind es mehr als 70 Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen sowie mehr als 9.000 Ärzte und über 30.000 User aus medizinische Fachkreisen, die die Software verwenden.

„Unsere Plattform ist die meist genutzte Informationsplattform für Ärzte in Österreich und auch schon in Deutschland erfolgreich im Markt eingeführt. Der Zusammenschluss mit dem Apoverlag ermöglicht uns die Erweiterung der Kundengruppe auf Pharmazeuten und die Stärkung unseres Enterprise-Produktes, das Krankenanstalten in Österreich, Deutschland und der Schweiz mit einer Software-Lösung für Arzneimittelinformationen versorgt“, so Zinnagl in einer Aussendung.

© Diagnosia
© Diagnosia

Gratis- und Premium-App

„Diagnosia hat in den letzten Jahren durch starkes Wachstum bewiesen, dass Ärzte und andere medizinische Fachkreise die Softwarelösung in ihre tägliche Arbeit einbeziehen. Über die große Marktdurchdringung in Österreich und Deutschland, sowie die laufend wachsende Funktionalität, hat Diagnosia in Österreich eine Innovationsführerrolle in diesem Marktsegment eingenommen“, so Heinz Wlzek, Geschäftsführer des Apoverlag, über den Einstieg bei der Wiener Firma.

Diagnosia monetarisiert in der App eigentlich wie ein Medienhaus, weswegen der Apotheker-Verlag mit Fach- und Kundenzeitschriften sowie Arzneimitteldatenbanken gut zu der Wiener Health-Firma passt. Die Basis-App ist kostenlos und wird durch gesponserte Inhalte finanziert, mit denen Unternehmen ihre Zielgruppe (Ärzte) erreichen können. Die Bezahlvariante ist frei von dieser Art von Werbung. Soll die App in Krankenhäusern eingesetzt werden, ist dafür eine Gebühr fällig. Die Gesundheitseinrichtungen können die App ihrem Personal zur Verfügung stellen und dann über Schnittstellen an die hauseigenen IT-Systeme anbinden.

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