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Die Höhle der Löwen: Mal zu teuer, mal zu früh, mal zu komplex

Alexander Kirchmaier (27) mit seinen Mitgründern Anton Vänskä (26) aus Finnland und Tim Schulz (27) aus Deutschland. © VOX
Alexander Kirchmaier (27) mit seinen Mitgründern Anton Vänskä (26) aus Finnland und Tim Schulz (27) aus Deutschland. © VOX

Mit einer angestrebten Firmenbewertung von 8 Millionen Euro zu treten – das ist jedenfalls mutig. In der dritten Folge der aktuellen Staffel von „Die Höhle der Löwen“ wagen es jedenfalls die Gründer des Berliner Startups Stickerstars, sich mit diesem Preis in die Startup-Show zu begeben. Das Konzept, das die Berliner seit der Gründung vor mehreren Jahren verfolgen: sie ermöglichen es Vereinen in Deutschland, Sticker-Alben zu machen, und der lokale Supermarkt trägt die Kosten dafür zu Marketing-Zwecken.

„Da fühl‘ ich mich über den Tisch gezogen“

Und ja, die Investoren sind von Stickern angetan. Nur leider nicht von der Millionenbewertung des Startups, der 5,9 Millionen Euro Umsatz in den vergangenen vier Jahren gegenüberstehen. „Ihr gehört zu den Top-Top-Top-Gründern, die hier aufgetreten sind“, so Ralf Dümmel. Dennoch: die Firmenbewertung ist für ihn zu hoch. Auch Carsten Maschmeyer, Nils Glagau und Dagmar Wöhrl sind raus.

Investor Georg Kofler bringt es dann am drastischsten auf den Punkt. „Ich hätte Lust, da mitzumachen – aber unmöglich für diese Bewertung. Da fühl‘ ich mich über den Tisch gezogen, eure Bewertung ist nicht akzeptabel.“ Die drei Gründer müssen ohne Investor wieder abziehen und sehen ein: „Wir sind an der hohen Bewertung gescheitert.“

+++ DHDL: Die Investoren – die Startups – die Deals – die Hintergründe +++

Die Mini-Zapfanlage für die Flasche

Mit Taste Hero haben Jürgen Schade, Jana Schade und Thorsten Schäfer quasi eine Miniatur-Zapfanlage für Flaschen erfunden. Der Zweck: Vor allem Bier aus der Flasche soll mit dem Aufsatz wie Frischgezapftes schmecken. Dabei wird beim Ausgießen Sauerstoff zugeführt und der Kohlensäuregehalt etwas zurückgefahren.

Den Taste Hero will die drei Gründer nun vom Prototypen zur Serienreife weiter entwickeln. Vier bis sieben Euro würden die Leute laut einer Befragung für das Bier-Gimmick bezahlen, „und wir wollen natürlich die sieben Euro“, so die Gründer. 50.000 Euro wollen sie haben, 20 Prozent der Firma würden sie hergeben.

Die Mehrheit der Investoren finden das Projekt zu frühphasig, doch Nils Glagau (50.000 Euro für 20 Prozent) und Ralf Dümmel (50.000 Euro für 25 Prozent) wollen beide einsteigen. Taste Hero entscheidet sich für Ralf Dümmel als Investor. Der glaubt fest daran, dass das ein „Millionen-Seller wird“.

„Finde Impact Investing ja gut…“

Lisa Wendzich und Bryce Flemingham sind nicht nur privat, sondern auch beruflich Partner. Mit SunCrafter wollen sie mobile Solaranlagen vertreiben, die man überall aufstellen kann – etwa als Handy-Ladestationen auf Festivals, aber auch in entlegenen Gebieten in Afrika oder Asien, wo sonst jegliche Stromversorgung fehlt. Voll funktionsfähige, ausrangierte Solar-Module werden dafür verwendet.

200.000 Euro wollen die beiden Gründer aufstellen. Für ihr Projekt erhalten sie viel Lob von den Löwen – doch für mehr reicht es nicht. „Man tut was Gutes, und verdient auch Geld“, meint Ralf Dümmel, allerdings ist es nicht er, der für das Projekt Geld springen lässt. Auch Georg Kofler will nicht. „Ich finde Impact Investing ja gut. Wenn das funktioniert, dann ist das ein toller Impact, aber ich sehe das Investment nicht. Geschäfte in Afrika zu machen, das ist mir zu komplex.“ Den anderen Investoren offenbar auch.

iCapio ködert Maschmeyer

„Nicht jeder Angeltag ist auch Fangtag.“ Christopher Rupp aus Hannover, selbst leidenschaftlicher Angler, will den Köder neu erfunden haben. Mit iCapio will er Fische überlisten und Kapseln mit Lockmitteln entworfen, die man mit Haken oder Kunstködern kombinieren kann. Sie verströmen im Wasser eine Geruchsspur (hering oder Garnele), die den Geruchssinn der Fische reizen und sie öfter beißen lassen sollen. Rupp will von den Löwen 95.000 Euro für 20 Prozent seiner GmbH.

Und tatsächlich: Gleich drei der Investoren beißen an. Maschmeyer, Dümmel und Kofler und reißen sich um den Gründer. „Ich hätte mir nicht verziehen, wenn ich es nicht mache“, meint Dümmel. Als der iCapio-Erfinder dann den Raum verlässt und sich am Telefon berät, steigt die Spannung unter den Investoren. Rupp entscheidet sich schließlich für Maschmeyer – und will die Vision, iCapio zu den rund 60 Millionen Anglern in den USA zu bringen, jetzt vehement weiter verfolgen.

Renjer: Der Österreicher im Rennen

Wie berichtet, nimmt mit Alex Kirchmaier in der aktuellen Staffel erstmals auch ein Österreicher teil. Er hat gemeinsam Anton Vänskä (26) aus Finnland und Tim Schulz (27) aus Deutschland in Schweden das Startup Renjer gegründet. Das Produkt: Trockenfleisch von Wildtieren (Rentier, Hirsch, Elch), das als Jerky zum Snakcen zwischendurch im Premium-Segment positioniert ist.

„Wildfleisch ist zehn Mal besser fürs Klima als einige Gemüsesorten, die einmal um die halbe Welt geschippert werden“, argumentiert Kirchmaier vor den Investoren – und sagt auch gleich dazu: „Das Produkt ist zu 100 Prozent nicht vegan.“ 130.000 Euro sucht das Startup und will dafür zehn Prozent der Firma hergeben.

„Ich finde euer Outfit super“, sagt Löwin Judith Williams zu den Rot-Schwarz gemusterten Holzfällerhemden, in denen die drei Renjer-Gründer auftreten. Aber: „Fleisch ist für mich keine Form der Innovation.“ Das sehen drei andere Ivestoren gänzlich anders: Dümmel, Dagmar Wöhrl und Frank Thelen sind sichtlich begeistert. Ihnen schmeckt nicht nur das getrocknete Wildfleisch, sondern auch der Plan, das Produkt auf den deutschen Markt zu bringen. Die Founder entscheiden sich schließlich für Dümmel, wobei der Deal aus der TV-Show (150.000 Euro für 15 Prozent) sich in den Nachverhandlungen etwas ändert und der Investor mit zehn Prozent am Unternehmen beteiligt wird.

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