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DEX 2019: „Digitale Transformation funktioniert nicht ohne Transpiration“

Gen-Revolution, Doktor AI und automatisierte Maschinen in allen Lebensbereichen: Die digitale Transformation hin zum „Augmented Human“ kommt Experten zufolge viel früher als wir denken. Bereits 2030 wird sich die Welt in vielerlei Hinsicht geändert haben, künstliche Intelligenzen werden Menschen in zahlreichen Aspekten unterstützen. Der Frage, wie diese Zukunft aussehen wird, widmete sich die „Digital Experience“-Konferenz in Wien.

Die Kapsch DEX 2019 (kurz für Kapsch Digital Experience) ging vergangenen Dienstag in der Expedit-Halle im zehnten Wiener Bezirk über die Bühne. Zahlreiche Unternehmen zeigten ihre Lösungen, während auf dem Podium über AI und Big Data diskutiert wurde. Begrüßt wurden hunderte Besucher von einer künstlichen Intelligenz mit visualisiertem Gesicht, die auch durch den weiteren Verlauf der Veranstaltung führte. Das Thema „Artificial Intelligence“ war der große gemeinsame Nenner des Business-Vormittags.

Das zeigte sich schon beim Auftritt von Sebastian Raßmann, einem Trendforscher, mit dem Titel „The World in 2030“. Auf einer rund 50-minütigen Reise führte Raßmann durch die verschiedenen Bereiche, in denen neue Technologien künftig eingesetzt werden. Sony und Samsung beispielsweise würden bereits Patente für smarte Kontaktlinsen eingereicht haben, Google arbeite hingegen an implantierbaren Chips für das Auge.

Auf dem Weg zum „Tipping Point“

Auch Kapsch forscht seit Jahren an der Gesichtserkennung, und das Fraunhofer-Institut konnte sogar schon mit einer Demo der eigenen Technologie aufwarten. Danach spielten das „Intelligent Home“, das erkennt, wie sich die Bewohner fühlen, und der Weg zur Arbeit eine Rolle. Dieser soll in wenigen Jahren in autonomen Fahrzeugen passieren, wie auch Kapsch eines entwickelt. Auch Mercedes und Toyota haben ernsthafte Pläne, den Individualverkehr zu verändern. Den „Tipping Point“, also jenen Punkt, an denen die Akzeptanz der Menschen mit den technischen Möglichkeiten zusammentrifft, sieht Trendforscher Raßmann im Jahr 2025. Das könnte hinkommen: Waymo, ein autonomes Auto der Stufe 5, fährt bereits in Arizona. Lizenzen für weitere US-Bundesstaaten hat das Unternehmen bereits.

Trendforscher Sebastian Raßmann erklärt seine Vision der Zukunft. ©TrendingTopics

Danach ging es über das Büro der Zukunft hin in Richtung Transhumanismus – also die technologische Verbesserung des Menschen und zum „Augmented Human“. Roboter in voll automatisierte Werkstätten und Restaurants zeigte Raßmann ebenfalls. Künftig könnte auch die eigene  DNA analysiert werden, um die Mahlzeit perfekt auf die essende Person abzustimmen. Erste Pilotprojekte in diese Richtung gibt es bereits.

Bei aller Euphorie, die die neuen Technologien entfachen, nennt der Trendforscher aber auch Hürden für eine vollständige Akzeptanz. Er erwartete einen „Progress von Change“ bis 2030, in dem eine Kultur geschaffen wird, die sich mit solchen (Anm: die Digitalisierung betreffenden) Themen beschäftigt. Als wichtigste neue Technologie nennt er mit 5G den in den nächsten Jahren kommenden neuen Funkstandard. Auch das Thema CRISPR sieht er wichtig: In Zukunft sollen Mediziner die DNA von Embryonen verändern können, um Krankheiten auszuschließen. Raßmann nennt das die „Gen-Revolution“.

Technologie für Menschen mit Behinderungen

Eine beeindruckende Geschichte hatte Gregor Demblin, Managing Partner von tech2people, im Gepäck. Er hatte bei der Maturareise einen folgenschweren Unfall, bei dem er querschnittgelähmt wurde. Demblin sagt heute: „Technologie hat das Potenzial, Menschen mit Behinderung zu helfen“. Darum hat er sich ein Netzwerk aufgebaut und nach langer Suche ein Exoskelett entdeckt, dass er dann auch in Europa ausprobieren konnte.

Ein „fantastisches Erlebnis“, das Gregor Demblin dazu inspirierte, ein Hightech-Rehazentrum in Döbling zu eröffnen. Dort finden ambulante Therapien mit dem Exoskelett statt. Die Resultate sind hervorragend: Die Therapie ist acht Mal so effizient wie eine herkömmliche Therapiestunde und wirkt sich auch positiv auf die Psyche der Menschen aus.

Gregor Demblin über seinen Leidensweg und die neuen Möglichkeiten durch Exoskelette. ©TrendingTopics

Forschung und Entwicklung werden durch die Daten, die die Skelette sammeln, vorangetrieben. Man will künftig als Partner für Tech-Hersteller reüssieren. „Technologie wird das Thema Behinderung in den nächsten Jahren komplett verändern“.

Österreich als digitaler Nachzügler

Danach ging es weiter mit Ricardo Vybrial und seinem Austrian Digital Business Check 2019. „Big Data“ sei beim KSV1870 schon länger ein Thema, beispielsweise bei Kreditfinanzierungen, die der KSV in Echtzeit ausliefert, oder auch beim Monitoring. Grundsätzlich sagt er, die „Wirtschaft in Österreich ist top“, man surfe auf einer Konjunkturwelle, die Geschäftslage sei sehr gut. Auch die Finanzpölster würden stimmen, die Eigenkapitalquote liegt im Schnitt bei über 15 Prozent. 43 Prozent der Unternehmen würde investieren, die Mehrheit in IT und Werbung/PR, nur 25 Prozent allerdings in die Digitalisierung. „Ist Österreich ein digitaler Nachzügler?“

Teilweise ja. Im EU-weiten DESI-Ranking liegt das Land auf Rang 13, die Geschwindigkeit der Digitalisierung ist laut Vybiral sehr schwach ausgeprägt. Talentierte junge Fachkräfte würden nicht nach Österreich kommen, sondern in die nordischen Staaten, die USA oder China gehen. Es scheitere an der Transformation in echte Projekte, das Eigenkapital und die Investitionsfreudigkeit seien schließlich gegeben. Er vermisst allerdings eine „digitale Agenda“, Tradition würde in Österreich oft Projekte bremsen.

Was sind also die Barrieren, warum Unternehmen in Österreich in „digitaler Lethargie“ leben? Laut Vybrial lassen sich folgende Problemstellen erkennen:

  • Keine ausgeprägte Risikokultur (auch bei Venture Capital)
  • Fokus auf das Bestehende
  • Laufende IT frisst Budgets auf
  • Fehlende Visionen

Seine Empfehlungen: „Schwitzen und arbeiten, das Budget nutzen und experimentieren und priorisieren. Digitale Transformation funktioniert nicht ohne Transpiration“.

Die Zukunft der AI

Danach sprach Jochen Borenich von Kapsch BusinessCom zum Thema „Digital Trends: Data-driven Business and AI“. Er beschäftigte sich mit der Frage, wie sich KIs entwickeln werden und welche Auswirkungen das auf unseren Alltag und auf Unternehmen haben wird. Wichtig seien die jeweiligen Erfolgsfaktoren, die sich seit jeher zeigen würden: Jäger und Sammler mussten auf den Erfolgsfaktor Stärke setzen, die erste Industrie später auf Erfindergeist und Kapital, der Dienstleistungssektor der neueren Jahre auf das Humankapital der Mitarbeiter.

Das Ziel von Kapsch BusinessCom ist es, verschiedene Bereiche mit digitalen Automatisierungsmöglichkeiten auszustatten. Für die Land- und Forstwirtschaft beispielsweise arbeitet Kapsch an Sensoren für die Automatisierung, für den Dienstleistungsbereich (Versicherungen oder Banken) an maßgeschneiderten Produkten, die von einer KI erstellt werden. Auch dem Arzt der Zukunft soll eine künstliche Intelligenz zur Seite stehen; ebenso dem Handel, dort aber in Form von virtuellen Verkaufsassistenten.

Drei Anwendungsbeispiele

Sinan Tankaz, Head of AI bei Kapsch BusinessCom, machte dann den Abschluss. Er zeigte konkret an drei Beispielen, wie KI Menschen bereits heute helfen kann. Dr. Baumgartner beispielsweise ist Arzt in Salzburg und für Sinan Tankaz nach wie vor eine Art Jäger und Sammler. Warum? Die medizinischen Daten seiner Patienten nimmt er händisch oder über den PC auf, bei schwierigen Diagnosen sucht er manuell in Nachschlagewerken und Fachliteratur. Frau Ebner hingegen arbeitet in einem Call Center, wo sie ebenfalls Daten sammelt und nach den richtigen Antworten auf die Fragen der Kunden sucht. Und Herr Langer wiederum ist Werksleiter in einem Stahlunternehmen, in dem die Digitalisierung noch nicht einzogen ist. Informationsbeschaffung ist laut Sinan Tankaz das Jagen und Sammeln der Neuzeit.

Sinan Tankaz erzählte von drei Beispielen aus der Praxis. ©TrendingTopics

Für all diese Personen beziehungsweise Unternehmen hat die Kapsch BusinessCom „den Boden aufbereitet“. Zum Einsatz kommt „Kapsch Symphony“, die AI-Plattform des Konzerns. Das Ziel: Die KI soll die Daten und Infos so anordnen, dass der Kunde einen Mehrwert, einen Business Value, generiert. Kapsch Symphony verfügt über sechs verschiedene Skills: Bilderkennung, Texterkennung, Erkennung von Audiosignalen, strukturierte Datenerfassung, Erkennung von Zeitreihen und das Labeln von Daten.

Im konkreten Anwendungsfall bringen die Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz dann ganz unterschiedliche Vorteile mit sich: Der Arzt Baumgartner setzt auf die Bilddiagnostik und Dokumenten-Analyse der KI. Derzeit erkennt das intelligente Helferlein schon Zusammenhänge, in den nächsten Schritten soll dann eine vollständige „AI Assistance“ implementiert werden.

Frau Ebner bekommt Unterstützung von Voice- und Chatbots, außerdem analysiert Kapsch Symphony E-Mails und Dokumente automatisch. Fritz Langer wiederum nutzt die KI-basierende Unterstützung bei der Wartungs- und Auslastungsplanung. Sämtliche Module lassen sich individuell an den jeweiligen Einsatzzweck anpassen.

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