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Ein Developer-Job ist vielleicht doch nicht so bombensicher für deine Karriere

Developers, developers, developers. © Unsplash
Developers, developers, developers. © Unsplash

Jeder soll programmieren lernen. Oder zumindest wissen, wie es funktioniert.

Programmierer auf die Mangelberufsliste, weil von Startups bis zu Corporates alle händeringend nach Entwicklern suchen.

Satte Gehälter für Developer, mit denen Unternehmen locken.

Heute kann man als junger Mensch sehr schnell zu der Erkenntnis kommen, dass eine Ausbildung zum Entwickler sich in Zukunft lohnen wird. Weil alles, was digitalisiert werden kann, auch ziemlich sicher digitalisiert werden wird, wird es künftig immer mehr Developer brauchen, die wissen, wie man mit Code umgeht. Programmiersprachen sind die neuen Fremdsprachen, die man sich schon in der Schule aneignen sollte, um später im Berufsleben Erfolg haben zu können. Das hört man überall.

Drohende „IT-Apokalypse“

Nur: Werden in Zukunft wirklich so viele Programmierer gebraucht? Der Cloud-Architekt Forrest Brazeal, der für das Consulting-Unternehmen Trek10 arbeitet und sich auf Amazon Web Services (AWS) spezialisiert hat, warnt jetzt vor einer „IT-Apokalypse„. Seine Annahme: Die Anbieter von Cloud-Diensten werden es mit grafischen Interfaces Nicht-Programmierern immer einfacher machen, zu programmieren. Als Beispiel nennt Brazeal ein Projekt von Amazon, das unter dem Codenamen AWS for Everyone Gestalt annimmt.

„Der eigentliche Trend, den es zu beobachten gilt, besteht nicht darin, dass die Cloud-Anbieter es für nicht-technische Mitarbeiter einfacher machen, sondern dass sie die Anzahl der für technische Lösungen erforderlichen Personen reduzieren“, folgert Brazeal. „Der durchschnittliche IT-Mitarbeiter ist in der unmittelbaren Gefahr, mehr automatisiert zu werden, und zwar genauso wie bei den verschwundenen Fabrikjobs der letzten 30 Jahre.“

Low-Code/No-Code für Mitarbeiter ohne IT-Kenntnisse

Neben Amazon gibt es zahlreiche Unternehmen, die an der Vereinfachung des Programmierens sowie an so genannten Low-Code- bzw. No-Code-Produkten arbeiten. Sie alle zielen darauf ab, dass das Software-Development teilweise oder vollständig automatisiert werden kann. „Immer mehr Unternehmen setzen Low-Code-Plattformen ein, um Applikationen schneller umzusetzen und gleichzeitig weniger Entwicklungsressourcen dafür einzusetzen“, schrieb Gastautor Thomas Peham bereits 2018 in einem Gastkommentar auf Trending TopicsDem Marktforscher Forrester zufolge wird der Markt für Low-Code- Plattformen bis 2020 auf 15,5 Milliarden Dollar wachsen.

Erst diese Woche hat ein Startup auf sich aufmerksam gemacht, das die Programmierung von Industrierobotern durch Mitarbeitern ohne IT-Kenntnisse ermöglicht. drag&bot will vor allem kleineren Firmen dabei helfen, oft teure, externe Dienstleister zu sparen, die die Programmierung der Fabriksroboter übernehmen. In der Praxis funktioniert das so: „Der Nutzer führt zum Beispiel den Roboterarm per Handführung, Teach Pendant oder über die Navigation im System an die gewünschte Position“, heißt es seitens drag&bot. „Das Bewegungsmuster erkennt und übernimmt der Wizard anschließend automatisch.“

Wenn Künstliche Intelligenz programmieren kann…

In die Zukunft gedacht könnte sich aber folgendes Szenario ergeben: Ein Manager erklärt einer Künstlichen Intelligenz, welche App oder Software er gerne hätte, und die AI besorgt den Rest – angestellte Programmierer braucht seine Firma dann nicht mehr, sondern nur mehr den Zugang zu dem Cloud-Dienst, der ihm das ermöglicht.

Unwahrscheinlich ist ein solches Szenario nicht. Bereits 2017 haben es Forscher von Google, dem MIT und OpenAI geschafft, eine AI, um selbstständig neue AI-Software zu schreiben. Dass soll jungen Menschen nicht die Freude nehmen, das Programmieren zu erlernen. Laut Brazeal würde es in der Zukunft weiterhin Top-Programmierer brauchen, aber viele andere Stellen darunter nicht mehr. So sollte man immer dran denken: Alles, was automatisiert werden kann, wird auch automatisiert werden. Auch Developer-Jobs.

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