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Der nächste Sargnagel für die E-Mail: WhatsApp bringt eine eigene App für Mac und PC

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WhatsApp am Desktop.
WhatsApp am Desktop.

Telegram und Facebook Messenger haben sie schon, jetzt ist die Facebook-Tochter WhatsApp an der Reihe: In der Nacht auf Mittwoch hat die Messaging-App mit mehr als einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer eine eigenständige, native Desktop-App für Mac und PC veröffentlicht – sie steht zum kostenlosen Download bereit. Hat man sie einmal per QR-Code-Scan mit der App am Smartphone zur Authentifizierung verknüpft, kann man in dem Programm mit seinen Kontakten schreiben (und kommt in den Genuss von Tastaturkürzeln).

Laut WhatsApp soll man so in Kontakt mit Freunden und Familie bleiben können, auch wenn das Smartphone in der Tasche bleibt, doch im Pressetext ist erstmals ein ungewöhnliches Wort zu lesen: Büro. Das ist die eigentliche Stoßrichtung. Man gibt mit der Desktop-App Nutzern die Möglichkeit, bequem während der Arbeit mit allen möglichen Menschen zu chatten – und das werden immer häufiger auf geschäftliche Kontakte sein.

Slack macht´s vor

„Nutzer können heute schon PDF-Dateien per WhatsApp verschicken. Künftig werden wir weitere Dateiformate hinzufügen, auch für Mitarbeiter in Unternehmen, die Geschäftsdateien austauschen wollen“, sagte WhatsApp-Gründer Jan Koum in einem Interview mit Focus. Wenn nun die WhatsApp-Software neben dem Mail-Programm liegt, könnten immer mehr Menschen von dem alten zu dem neuen Kanal wechseln – immerhin ist ein Chat via WhatsApp einfacher als das Hin und Her beim E-Mail.

Dass Messaging-Apps in der Arbeitswelt im Vormarsch sind, zeigt die US-Firma Slack vor. Sie ist quasi ein „WhatsApp für Unternehmen“ und hat das Ziel, die E-Mail bei der firmeninternen Kommunikation abzulösen. Damit lässt sich sogar Geld verdienen: Slack hat mehr als 2,3 Millionen Nutzer, die eine monatliche Gebühr für zusätzliche Funktionen zahlen. In Österreich gibt es mit dem Start-up Grape einen kleinen Slack-Rivalen, der auf den in Europa stärker nachgefragten Datenschutz setzt: Die Firmen-Chats werden auf Servern in Deutschland gespeichert.

Franz als Meta-Software

Dass es verstärkte Nachfrage nach Desktop-Lösungen für Messaging-Apps gibt, die eigentlich alle aus dem Mobile-Bereich kommen, zeigt das Beispiel Franz (TrendingTopics.at berichtete). Der Wiener Stefan Malzner hat eine Software für Mac und PC entwickelt, die WhatsApp, Messenger, Telegram, Slack, Skype und Co. in einer Desktop-App zusammenfasst. Anstatt auf die Webseiten gehen oder die einzelnen Desktop-Apps nutzen zu müssen, kann man bei Franz einfach zwischen den unterschiedlichen Kanälen wechseln. Innerhalb kürzester Zeit erreichte Franz 10.000 aktive Nutzer.

Derzeit für Mac verfügbar. © Stefan Malzner
Derzeit für Mac, Windows und Linux verfügbar. © Stefan Malzner

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Be smart and nice ;)

  • Werner Schrittesser

    Häufig hängt an Emails ein ganzer Rattenschwanz anderer EmpfängerInnen (zK), was für diese ganz schön nervig sein kann. Bei Chats wird man sich vll. hüten, mit mehr Menschen als unbedingt nötig in Kontakt zu treten.

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