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Der große Vergleich: So helfen 7 österreichische Steuerberater Startups mit vergünstigten Paketen

Wenn Berater zur Seite stehen. © Pixabay
Wenn Berater zur Seite stehen. © Pixabay

„The Big Four“, „die Großen Vier“ – das sind wohl jene Wirtschaftsprüfer, die einem als erstes einfallen. Doch neben Deloitte, Ernst & Young, KPMG und PricewaterhouseCoopers (Trending Topics berichtete) gibt es in Österreich eine ganze Reihe an Unternehmensberatern, Wirtschaftsprüfern bzw. Steuerberatern, die heimischen Startups – teilweise sehr unterschiedliche – Leistungen bieten. Das Spektrum reicht von vergünstigten Stundensätzen über Jahrespakete bis hin zu Kooperationen, hauseigenen Acceleratoren und Mentoring-Programmen, die Jungunternehmer in Anspruch nehmen können.

Trending Topics hat bei 7 Wirtschaftsprüfern/Unternehmensberatern/Steuerbratern nachgefragt, welche Leistungen sie Jungfirmen bieten (Reihung nach Alphabet):

1. AUSTIN|BFP

Herbert Pock, von Austin BFP. © Austin BFP
Herbert Pock von Austin BFP. © Austin BFP

“Für uns ist das Geschäft mit Startups essenziell, wir machen zwischen zehn und zwanzig Prozent des Umsatzes mit Startups. Zudem bekommen wir Aufträge von größeren Unternehmen, die Innovationsprozesse starten, weil wir uns eben mit dem Thema auskennen”, sagt Herbert Pock, Partner und Geschäftsführer des Steuerberaters und Wirtschaftsprüfers AUSTIN|BFP mit Hauptsitz in Graz. Pock und sein Team haben eigenen Angaben zufolge bis dato rund 200 Jungfirmen beraten (u.a. Usound Makava, Stirtec, Liimtec, Salomon Automation). AUSTIN|BFP ist außerdem an dem Startup The Longevity Labs (TLL) beteiligt, eine enge Zusammenarbeit besteht unter anderem mit der Beteiligungsgesellschaft eQventure aus Graz.

Neben standardisierten Angeboten für Startups im Bereich Buchhaltung und Steuerberatung (50 Prozent bis maximalen Wert von 4.000 Euro) werden je nach Projekt spezielle Pakete geschnürt, um etwaige Lücken im Gründerteam zu schließen. Außerdem betreibt Austin|BFP mit X-ON einen eigenen Accelerator, in dem alle zwei Jahre ein neues Unternehmen aufgenommen wird (z.B. TLL). Bei TLL wurden Pock zufolge Leistungen im Wert von rund 300.000 Euro zur Verfügung gestellt, dafür ist man mit 25 Prozent an der Firma beteiligt.

 

2. BDO Österreich

Berndt Zinnöcker, Partner bei BDO Österreich. © BDO Österreich
Berndt Zinnöcker von BDO Austria. © BDO

„Startups sind einer unserer Wachstumsmotoren, der Anteil am Gesamtgeschäft ist aber noch gering. Der Neukundenzulauf in diesem Bereich ist aber sehr groß“, sagt Berndt Zinnöcker vom Wirtschaftsprüfer und Steuerberater BDO Austria mit Hauptsitz in Wien. Seit ungefähr zweieinhalb Jahren bietet BDO österreichischen Startups spezielle Leistungen an. Ein Startup-Package bietet für 2.000 Euro pro Jahr (maximale Laufzeit 2 Jahre) Buchhaltung, Bilanzierung und Erstellung von Steuererklärungen, außerdem sind in dem Paket auch vergünstigte Stundensätze enthalten.

Damit Startups – BDO definiert diese als Neugründungen mit technologischem oder sozialem Impact – in den Genuss des Pakets kommen, wird ein kostenloses Erstgespräch geführt, bei dem entschieden wird, ob der Startup-Tarif in Frage kommt. Außerdem hat BDO Partnerschaften in der Branche mit INiTS, HK Incube, der AWS, dem Sallinger Fonds und der Entrepreneurship Avenue. Direkt investiert wird in Startups nicht, es gibt auch keine Revenue- oder Investment-Share-Deals.

 

3. Ecovis

David Gloser, Geschäftsführer von Ecovis. © Ecovis
David Gloser von Ecovis. © Ecovis

„Ecovis sieht in der Beratung von Start-ups eine Investition in das zukünftige Unternehmertum. Am wesentlichsten sind natürlich die Innovation der Idee und die tatsächliche Möglichkeit der Vermarktung. Sehen wir oder einer unserer Kooperationspartner dahinter Potential, werden diese von uns besonders gefördert.“, sagt David Gloser, geschäftsführender Gesellschafter des Wirtschaftsprüfers und Steuerberaters Ecovis mit Hauptsitz in Wien. Seit rund 18 Monaten bietet Ecovis spezielle Preise und Leistungen für Startups an. Vergünstigungen sind abhängig davon, ob das Startup in einem Inkubator-Programm ist, mit dem Ecovis kooperiert.

Partnerschaften bestehen etwa mit den Inkubatoren 5starts im sektor5 und dem „Investment ready“-Programm des Impact Hub, weitere Kooperationen gibt es mit der Austrian Angel Investors Association sowie primeCrowd. Ecovis hat eigenen Angaben nach auch bereits direkt in ein Startup investiert, das gut zur eigenen Branche passt, allerdings stellen solche Investments Ausnahmefälle dar.

 

4. Horvath Pregetter-Großauer Steuerberater

Mario Pregetter von HPWT. © HPWT.at
Mario Pregetter von HPWT. © HPWT.at

„Die Zusammenarbeit mit Startups hat in unserem Unternehmen einen sehr hohen Stellenwert, da wir einerseits in diesen Projekten sowohl betriebswirtschaftlich als auch steuerrechtlich immer wieder vor neuen Herausforderungen stehen, und auch unseren Mitarbeitern spannende Aufgaben bieten können an der wir als Team auch gemeinsam wachsen“, sagt Mario Pregetter, Geschäftsführer von Horvath Pregetter-Großauer Steuerberatung mit Hauptsitz in Wien. Seit der eigenen Gründung 2008 bietet der Steuerberater spezielle Leistungspakete für Startups an. Je nach Projekt wird ein individueller Mix aus vergünstigten Gesamtpaketen zu Pauschalpreisen und zum Teil erfolgsabhängigen Komponenten erstellt.

Enge Kontakte zu Förderstellen, Behörden und Investoren-Netzwerken bestehen Pregetter zufolge seit Jahren, er selbst ist als Mentor beim Founder Institute Vienna tätig. In der Vergangenheit hätte man sich selektiv an Startup-Projekten beteiligt, in den letzten Jahren hätte man aber verstärkt spezielle Beratungspakete mit vergünstigten Konditionen in den jeweiligen Startup-Phasen mit zum Teil erfolgsabhängigen Komponenten mit den Mandanten vereinbart.

 

5. LBG Österreich

Heinz Harb von LBG Österreich. © LBG Österreich
Heinz Harb von LBG Österreich. © LBG Österreich

„Gründungs- und Startup-Beratung samt umfassenden, damit verbundenen Leistungen war schon immer und ist künftig mehr denn je ein wesentlicher Geschäftsbereich bei LBG. Wir freuen uns, dass Gründer, Startups und Unternehmertum nun verstärkt und positiv in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden – das haben sie sich verdient“, sagt Heinz Harb, Managing Partner bei LBG Österreich. Für Startups gibt es individualisierte Komplett-Packages (von Business-Plan-Erstellung über Förderungen, Finanzierung, Rechtsformwahl, Steuern, Buchhaltung bis hin zu Jahresabschluss und Lohnverrechnung). Attraktive Honorare würden vorab mit den Jungfirmen vereinbart werden.

LBG Österreich begleitet das Jungunternehmer-Patentprogramm des österreichischen Gewerbevereins (ÖGV) und steht Gründern immer wieder mit Fachreferenten zur Verfügung. Wenn das Geschäftsmodell und dahinter stehenden Gründer zu den Beratungs- und Dienstleistungen in den Bereichen Steuern, Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Business-Software und Digitalisierung der kaufmännischen Organisation passen, dann sind Investments in Startups möglich.

 

6. LeitnerLeitner

Oliver Mavher von LeitnerLeitner. © LeitnerLeitner
Oliver Mavher von LeitnerLeitner. © LeitnerLeitner

Seit 2014 verbinden wir innovative Startups mit der Old Economy. Durch die Initiative StartupLeitner konnten wir bis heute 200 Matches herstellen. Mit diesem Netzwerk sind wir umfassender Berater für bestehende und auch neue Klienten“, sagt Oliver Mavher, Manager bei LeitnerLeitner. Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bietet neben vergünstigten Steuerberatungsleistungen – dem „Startup Tax Package“ – ein kostenloses Mentoring-Programm an (u.a. mit Heinrich Prokop, Boris Nemšić, Eveline Steinberger-Kern). Außerdem gibt es seit 2015 einen hauseigenen Accelerator namens SLAX. In einem viermonatigen Intensiv-Programm werden ausgewählte Startups für Investoren „investable“ gemacht. Alumni sind u.a. Gatherer, Herosphere und ViraCube.

StartupLeitner kooperiert mit aaia, AustrianStartups, Akostart, Speedinvest, Pioneers, LawClinics Juridicum, TU Wien i2c sowie mit internationalen Acceleratoren. Ebenso gibt es eine Partnerschaft mit dem Startup ChillBill. Dessen Buchhaltungs-Software kann von den eigenen Klienten zur automatischen Belegaufbereitung genutzt werden.

Direkt investiert wird in Startups aktuell nicht.

 

7. TPA Österreich

Monika Seywald von TPA. © TPA
Monika Seywald von TPA. © TPA

„Für mich persönlich haben Startups einen sehr großen Stellenwert. Ich habe 1991 bei TPA als Berufsanwärterin angefangen und beschäftige mich seit diesen Zeitpunkt immer wieder mit Startups und Jungunternehmern“, sagt Monika Seywald, Partnerin beim Steuerberater und Wirtschaftsprüfer TPA Österreich. Bereits seit den 1990er-Jahren würde man maßgeschneiderte Leistungen für Jungfirmen anbieten. Startups bekommen in den ersten zwei Jahren vergünstigte Leistungen – konkret fixe Pauschalen für Buchhaltung, Lohnverrechnung und Jahresabschluss. Wenn bei der Erstellung von Businessplänen unterstützt wird, werden fixe, günstige Pauschale verrechnet oder günstige Stundensätze vereinbart. Voraussetzung für die Vergünstigungen sind innovative Ideen, auf Branchen legt sich TPA nicht fest.

In der Vergangenheit haben sich einzelne Partner von TPA Österreich – u.a. auch Seywald – an jungen Unternehmen beteiligt. Außerdem beteiligt man sich finanziell an Aktivitäten in der Startup-Szene, die individuell ausgewählt werden.

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