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Der Grazer Chatbot „Wachhund“ soll Hundebesitzer vor Giftködern warnen

Wachhund © Gerry Frank puls4
Das Grazer Startup "Wachhund" warnt vor Giftködern © Gerry Frank puls4

Es ist der Alptraum eines jeden Hundebesitzers. Der vierbeinige Freund frisst bei der Gassirunde einen Giftköder. Es ist eine reale Bedrohung. Leider kommt es immer wieder vor, dass Tierhasser Leckeris mit Gift oder Rasierklingen spicken. Mit dem Chatbot für den Facebook-Messenger Wachhund wird der Tierhalter vor etwaigen Gefahren gewarnt.

„Im Schnitt werden 4 bis 5 Köder täglich in der DACH-Region gefunden und mit Wachhund alarmiert“, sagt Christoph Temmel, Gründer und Chef von „Wachhund“. „Aber es reicht leider nur einer aus, dann ist der Hund tot.“

Der Chatbot ist ein Produkt aus der Zusammenarbeit der Digitalagentur Wunderwerk und dem Chatbot-Entwickler botential. Man muss keine App runterladen, der Facebook Messenger reicht, kum den „Wachhund“ gratis zu benutzen. Auf der Homepage folgt man der Anleitung zur Bot-Aktivierung. Dann könne jeder über das Handy während dem Gassigehen beim Auffinden von Giftködern einen Alarm absenden oder in gefährdeten Gebieten vom Chatbot gewarnt werden.

Temmels Bulldoggen sind „wie Staubsauger“

Temmel, der bei Wunderwerk seinen Brotjob hat, ist auch Macher von „Steirischen Geheimtipps“, einer Seite für Ausflügetipps und „Design to pet“, einem Hersteller von Designermöbel für Katzenbesitzer.

Die Inspiration für die Chatbot-Anwendung kam ihm 2017. Der Grazer selbst ist Halter von zwei französischen Bulldoggen. „Die sind wie Staubsauger. Die fressen wirklich alles.“ Finden die Hunde ein Leckerli, kann es ganz schnell gehen. Daher ist die Sorge wegen Giftködern unter Hundehaltern groß.

Zwar kann man die Polizei rufen, aber Strafen sind schwer exekutierbar. Für den Hund ist es dann meist schon zu spät. Warum Menschen die totbringenden Giftköder auslegen, darüber kann Temmel nur mutmaßen: „Vielleicht hat man schlechte Erfahrung gemacht und einfach Abneigung entwickelt.“ Er habe schon oft Giftköder gefunden.

Aufmerksamkeit für das Herzensprojekt

„Momentan verdienen wir kein Geld damit“, erklärt der Hundeliebhaber sein Herzensprojekt. Aber man sei mit Versicherungen im Gespräch. Es gäbe nämlich eine eigene Giftköder-Versicherung, erzählt Temmel.

Am Dienstagabend stellt der Produktmanager seine Idee bei der TV-Show 2 Minuten 2 Millionen vor. „Wir probieren es einfach“, dachte sich Temmel. „Ich wollte auf das Thema aufmerksam machen. An vielen Hundebesitzern geht das Thema völlig vorbei.“

Wie emotional das Thema ist, sieht man an dem Engagement der Nutzer. Es sind zwar nur 6.291 User, aber dafür sind diese auf der Facebook-Seite sehr aktiv. Fleißig würden Berichte geteilt werden. Sein Ziel wären 180.000 Nutzer. Europaweit expandieren, wäre schön, aber zunächst soll Wachhund in der DACH-Region organisch wachsen. Derzeit seien die Nutzer größtenteils in Wien und Graz unterwegs, aber auch in München und Berlin gebe es regen Gebrauch.

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