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Pitch-Event

Sitworxx gewinnt Gesamtpreis beim Demo Day von Startup Salzburg

Demo Day Salzburg: Die Gewinner der Sonderpreise und alle Startups, die ihre Geschäftsmodelle präsentierten. © wildbild
Demo Day Salzburg: Die Gewinner der Sonderpreise und alle Startups, die ihre Geschäftsmodelle präsentierten. © wildbild

In Salzburg wächst was. Als Indikator dafür dienen die Zahlen Wirtschaftskammer Salzburg: 2017 wurden durch das Netzwerk Startup Salzburg 107 Startups in der Gründungsphase beraten, 27 befinden sich im aktuellen Coaching und 12 Jungunternehmen sind im Inkubationsprogramm der Startup Salzburg Factory, die auch den Demo Day veranstaltet. Das Modell umfasst fünf Service-Points, die eine individuelle Roadmap mit den Startups erstellen und unterschiedliche Unterstützungen für die Unternehmen anbietet. „Insgesamt zählt sie Szene hier mittlerweile 1.500 Interessierte“, sagt Kurt Oberholzer von der Wirtschaftskammer Salzburg.

Vor zwei Jahren noch Startup-Niemandsland

Außergewöhnlich, weil Salzburg vor zwei Jahren noch ein blinder Fleck auf der Landkarte war.  Lediglich Romy Sigl als Dreh- und Angelpunkt der Salzburger Jungunternehmer hatte mit CoWorking Salzburg eine Anlaufstelle. Doch eine Kooperation unterschiedlicher Institutionen trieb die Entwicklung in den vergangenen Jahren voran. Die Universitäten der Stadt, die Wirtschaftskammer und die Regierungsstellen entwickelten mit Startup Salzburg ein Inkubationsnetzwerk, das als Nährboden für die Startups der Region dient.

Prominente Gäste am Demo Day

Lorenz Maschke leitet als Startup-Beauftragter der Wirtschaftskammer Salzburg die Organisation des Demo Days und freut sich über wachsendes Interesse. Gestern kamen zur dritten Auflage über 250 Gäste (unter ihnen Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Business Angel Hansi Hansmann und aaia-Geschäftsführerin Lisa Fassl) und wählten unter den zehn Startups, die beim Pitch-Wettbewerb teilnahmen die Arbeits- und Stehhilfe für Gehbeeinträchtigte „Sitworxx“ zum Gesamtgewinner. Entwickler Bernhard Tichy darf sich über zwei Tickets für das Pioneers Festival freuen. Die Sonderpreise (eine Silicon Castles Startup Executive Academy-Teilnahme und ein Coaching mit einem aaia-Business Angel) von Startup Salzburg gehen an blumatrix consulting mit dem Produkt blu delta und muucare von Anton Gruber. Zu den verheißungsvollsten Newcomern wurden Bike Parker und Adlight gekürt.

Diese Startups sind uns in Salzburg besonders aufgefallen

easyvegan

Produkte auf Linsenbasis, vegan und tiefgekühlt, aufbereitet für Gastronomiebetriebe und Großküchen, die auf die wachsende Anzahl der fleischbefreiten Konsumenten reagieren wollen. Das ist das grundlegende Geschäftsmodell von Cassandra Winter und Martin Jager. Die beiden kochen laktose- und glutenfreie Produkte, die sowohl halal als auch koscher sind. easy vegan hat alle rechtlichen Hürden genommen und steht aktuell vor der Herausforderung Kunden im Gastronomiehandel zu finden. easyvegan benötigt für den Ausbau der Produktionskapazitäten und der Vermarktung aktuell frisches Kapital.

Blumatix

2017 wurden im EU-Raum 97 Prozent der 15 Milliarden Rechnungen in unstrukturierter Form (Papier oder PDF) übermittelt. Hunderttausende Rechnungslayouts gestalten die Automatisierung sehr schwierig. Die Software Blu Delta der Firma blumatix consulting will diesen Layout-Dschungel mittels Machine Learning vereinheitlichen. Die Software erkennt Rechnungsmuster und speist sie in ein einheitliches System. Die Firma von Martin Loiperdinger und Hans-Peter Haberlandner hat mit Porsche Informatik (1 Mio. Rechnungen pro Jahr) und Abacus Accounting (1,2 Millionen) bereits namhafte Kunden gewonnen und ist aktuell auf der Suche nach weiteren Großkunden.

muucare

Das Unternehmen von Anton Gruber setzt auf die Technologisierung des Agrarbereichs. Genauer: auf eine Sensor- und Steuerungssoftware, die das Stallklima von Milchkuhbeständen optimiert und so die Qualität der Kuhmilch auf einem konstant hohen Level hält. Die Sensoren übertragen die Daten direkt auf eine App. Erste Installationen in Testbetrieben laufen und Kooperationen mit Hardwarepartnern sind am entstehen. Gruber ist vor allem auf der Suche nach Partnern, die bei der Vermarktung und beim Vertrieb unterstützen.

barkinsulation

Back to the roots. Marco Morandini und Bernhard Lienbacher wollen ihren Beitrag zum nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit der Natur leisten. Ihr Zugang: Baumrinde zu Isolierzwecken einsetzen. Als erste Prototypen haben sie mit ihrer Firma barinsulation Wein- und Bierkühler, sowie Thermoskannen entwickelt, die unter dem Namen Patronus bereits Marktreife erreicht hat. Für die Weiterentwicklung und die Diversifizierung der Produktpalette benötigen die beiden Gründer aktuell 100.000 Euro.

Sitworxx

Laut EU-Statistikamt Eurostat gab 2015 jeder Dritte Österreicher ab 16 Jahren an, „seit langem bestehenden Einschränkungen betroffen zu sein“. Die mit Abstand häufigsten dauerhaften Beeinträchtigungen sind Probleme mit der Beweglichkeit. Bernhard Tichy hat die Steh- und Arbeitshilfe Standing Ovation entwickelt, die über ein Deckenschienensystem und eine Hebevorrichtung, dem Benutzer eine Entlastung der Beine und der Hüfte ermöglicht und dennoch die Bewegungsfreiheit nicht einschränkt. Das patentierte System besteht bereits als Prototyp und wurde als Medizinprodukt der Klasse I zertifiziert. Tichy will seine Arbeitshilfe künftig direkt an Versicherungsträger und medizinische Einrichtungen verkaufen.

SplitMode

Die Software von Gründer Sebastian Sessler wird in Online-Shops integriert und erleichtert Menschen, die Kosten von Bestellungen mit anderen zu teilen. SplitMode konsolidiert alle Teilbeträge auf ein Treuhandkonto und bezahlt die reservierte Ware, wenn der erforderliche Betrag erreicht wird. Für die Händler sollen sich durch SplitMode neue Kundenschichten erschließen, die sich die angebotenen Produkte alleine nicht leisten können. Für die Konsumenten soll die Zeitersparnis im Vordergrund stehen, etwa für Urlaubsreise, das Geld einer Gruppe einzusammeln. Sessler hat die regulatorischen Anforderungen bereits erfüllt und eine Seed-Runde abgeschlossen.

AdLight

Leuchten aufzuhängen gehört zu den unbeliebtesten Tätigkeiten im Haushalt. Durch ein Click-System wollen die Gründer Matthäus Wimmer und Heinz Rottner die Leuchten-Montage ohne Werkzeug ermöglichen. Das Projekt soll im Frühjahr 2018 flächendeckend eingeführt werden.

BilliTii

Die besten Apps entstehen aus der eigenen Not. Horst Eckstein hatte mit 16 Jahren einen Mopedunfall und kann seither seinen rechten Arm nicht mehr bewegen. Er stand vor Herausforderungen, die alleine schwer zu lösen waren. Mit seiner App BiLLitii will er anderen Menschen mit Beeinträchtigung helfen, Alltagsprobleme schneller zu lösen. Dazu können Nutzer der App auf den Erfahrungsschatz anderer zugreifen. Und zwar, indem sie Fragen an die Community stellen: Wie kann man mit einem Arm Radfahren? Wo gibt es barrierefreie Restaurants? Was kann ich tun, wenn eine Prothese zwickt? Ein Algorithmus kategorisiert thematisch und erstellt einen Chat mit anderen Nutzern mit ähnlichen Bedürfnissen und Interessen. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Fragen bei den richtigen Adressaten landen und beantwortet werden. 2500 Nutzer beteiligen sich derzeit an der Community.

View Elevator

Aufzüge tragen einen gewichtigen Teil zu den Betriebskosten eines Gebäudes bei. Bei Störungen sind Notfallsysteme an veraltete Kommunikationswege gekoppelt, die oftmals ins Leere laufen. Johannes Schober hat mit VIEW eine innovative All-In-One-Lösung entwickelt, die sowohl Informationsfläche für Werbeschaltungen als auch barrierefreies Notfallsystem ist. Das Geschäftsmodell sieht vor, dass die Aufzugbetreiber mit 20 Prozent an den Umsätzen beteiligt werden. Eine weitreichende Kooperation hat Schober bereits mit dem Aufzugbetreiber Kone AG abgeschlossen. Der finnische Konzern gehört zu den internationalen Marktführern und hat einen Abnahmevertrag von mindestens 500 Displays unterzeichnet.

Original+

Der Skimarkt ist gewaltig. Rund 1.400 Modelle stehen Konsumenten zur Auswahl. Original+ von den Gründern Siegfried Rumpfhuber und Veronika Stadler kombiniert die Software „Origo“ auf Basis künstlicher Intelligenz mit der Präzision der Serienproduktion. Die Software entwirft nach Eingabe der biometrischen Daten und Details über den Fahrstil einen individuellen Ski, der skalierbar in Masse produziert werden kann. Zur kommenden Saison sollen die ersten Ski verkauft werden. Zuvor wollen Rumpfhuber und Stadler das Marketing mittels Kickstarter-Kampagne ankurbeln. Innerhalb der kommenden fünf Jahre wollen die beiden 4.000 Paar absetzen und ca. drei Million Euro Umsatz machen. Wachstumskapitalbedarf sind 350.000 Euro.

Bikeparker

Das Metallgestänge kann bis zu zwölf Fahrräder vertikal um Bäume oder Laternen auf sieben Quadratmetern im Stadtbereich verwahren. Der modulare Fahrradständer von Tanja Friedrich ist auch mit Dach erhältlich. Durch eine neuartige Mechanik soll auch das Aufstellen der Räder nicht schwerfallen.

Tjiko

Lukas Schiffer hat industriell und modular vorgefertigte Badezimmer für den mehrgeschossigen Holzbau entwickelt. Damit ist seine Firma Tjiko der erste Anbieter von individuellen Bad-Modulen. Mit einer Konfigurations-Software können Architekten die Grundrisse anpassen, im Anschluss übernimmt der Endkunde in einer zweiten Stufe die Gestaltung mittels derselben Software. Je nach Größe und Ausstattungsgrad werden die Bäder zwischen 8.000 und 15.000 Euro verkauft. Die Marge liegt zwischen 10 und 20 Prozent. Schiffer braucht für die Referenzfertigung, Marketing und Team-Aufbau rund eine Million Euro.

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