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WEF: Unter CEOs macht sich immer mehr Pessimismus breit

Düstere Aussichten. © Photo by Ethan Sykes on Unsplash
Düstere Aussichten. © Photo by Ethan Sykes on Unsplash

Auch wenn die Sonne durch die Wolken blitzt – das 50. Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos steht dieses Jahr unter keinen guten Vorzeichen. Nachhaltigkeit, Klimakrise und der erwartete Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und Klimakativistin Greta Thunberg überragen zwar viele andere Themen, doch auch darunter brodelt es ordentlich. Denn im schweizerischen Davos finden sich unter den rund 3.000 Teilnehmern nicht nur Politiker, Klimaaktivisten und Forscher, sondern natürlich auch CEOs vieler internationaler Marktführer. So haben sich etwa

  • Alphabet-CEO Sundar Pichai
  • Microsoft-CEO Satya Nadella
  • Apple-CEO Tim Cook
  • Mastercard-CEO Ajay Banga
  • Alibaba-CEO Daniel Zhang
  • Volkswagen-Chef Herbert Diess
  • Salesforce-CEO Marc Benioff
  • Blackrock-CEO Laurence Fink
  • Ikea-CEO Jesper Brodin
  • YouTube-CEO Susan Wojcicki

und viele weitere Firmenchefs angekündigt. Doch die Stimmung bei den Wirtschaftskapitänen in punkto ökonomischem Ausblick dürfte gemischt sein. Das zeigen auch die Ergebnisse einer Umfrage unter mehr als 1.500 CEOs, die der Unternehmensberater PwC im Rahmen des WEF veröffentlicht hat. Wie berichtet hat sich die Angst vor einem Wirtschaftsabschwung auch in der Startup-Szene breit gemacht (Trending Topics berichtete).

„Zu Beginn des neuen Jahrzehnts erreicht der Pessimismus von CEOs im Hinblick auf die Weltwirtschaft ein Rekordniveau: Weltweit prognostizieren über die Hälfte (53 %) der Unternehmenslenker einen Rückgang der Wachstumsrate für 2020 – in Österreich sind es sogar über zwei Drittel (68 %)“, heißt es seitens PwC. Das ist auf globaler Ebene viel – 2019 waren es nur 29 Prozent und lediglich 5 Prozent im Jahr 2018. „Während 2019 noch 42 Prozent der Manager in Führungsetagen einen Anstieg des Wirtschaftswachstums prognostizierten, blicken 2020 weltweit nur mehr 22 Prozent optimistisch in die Zukunft, in Österreich sind es lediglich 12 Prozent“, heißt es weiter.

Österreichs CEOs besonders pessimistisch

Der Pessimismus, der sich unter CEOs breit macht, schlägt sich also in Österreich besonders deutlich durch, glaubt man der PwC-Umfrage. „Der auf einem Rekordhoch befindliche Pessimismus unter österreichischen Führungskräften spiegelt die wichtigsten Konjunkturprognosen wider, die für 2020 sehr schwach aussehen“, so Christine Catasta, Senior Partner bei PwC Österreich.

Der Klimawandel liegt der Umfrage zufolge gar nicht unter den fünf größten Bedrohungen für die Wachstumsaussichten, auch nicht bei österreichischen CEOs. So werden Protektionismus, Populismus, Handelskonflikte, Cyber-Attacken und die Suche nach Fachkräften als wichtigste Gründe für die Sorgen um die Wachstumsaussichten genannt. Etwa ein Viertel der heimischen Chefs sieht den Klimawandel als Chance: Investitionen in Klimaschutzinitiativen würden Reputationsvorsprung steigern meinen 24 Prozent. Ebenso erwarten 24 Prozent, dass Initiativen zum Klimawandel zu neuen Produkt- und Servicemöglichkeiten für ihre Organisation führen werden.

„In Anbetracht der anhaltenden Ungewissheit in Bezug auf Spannungen im Handel, politischen Fragen und der mangelnden Einigkeit beim Umgang mit dem Klimawandel kommt zwar der Vertrauensverlust im Hinblick auf das Wirtschaftswachstum nicht überraschend, jedoch schon das Ausmaß des Stimmungsumschwungs“, so Christine Catasta. „Die Herausforderungen, vor denen die heimische Wirtschaft steht, sind nicht neu – ihr Ausmaß und die Geschwindigkeit, mit welcher sich manche Themen zuspitzen, haben jedoch zugenommen.”

Zur Studie: PwC führte im September und Oktober 2019 1.581 Interviews mit CEOs in 83 Ländern. Die Stichprobe wird mit dem nationalen BIP gewichtet, um sicherzustellen, dass die Ansichten der CEOs über alle wichtigen Regionen angemessen vertreten sind. 46 % der befragten Unternehmen erzielten einen Umsatz über 1 Mrd. US-Dollar; 35 % der Unternehmen erzielten zwischen 100 Mio. und 1 Mrd. US-Dollar Umsatz; 15 % der Unternehmen erzielten einen Umsatz von bis zu 100 Millionen US-Dollar; 55 % der Unternehmen befanden sich in Privatbesitz.

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