Rundschau

Wie 10 österreichische Start-ups ändern wollen, wie wir Lebensmittel kaufen und konsumieren

Junk Food ist etwas, was man bei den Food-Start-ups eher nicht bekommt. © Fotolia/Alexander Trinitatov
Junk Food ist etwas, was man bei den Food-Start-ups eher nicht bekommt. © Fotolia/Alexander Trinitatov

Banken, Medien, Transport, Medizin, Hotellerie, Handel – und jetzt unsere Lebensmittel. Für Start-ups hat sich Ernährung und Gesundheit in wohlhabenden Gesellschaften zu einem großen Trend entwickelt, in dem auch Investoren viel Geld liegen sehen. Treiber des Startup-Trends ist aber nicht nur der Wunsch nach einem gesünderen Leben, sondern auch die ganz normale Faulheit der Konsumenten.

1. Delinski

Unter dem Motto “smart table booking” ist das Startup Delinski von Gründer Lukas Zielinski angetreten, um Nutzern eine Art Restplatzbörse für Restaurants anzubieten. Damit Lokale leere Tische leichter füllen können, lassen sie sich auf der Plattform listen. Nutzer können dort gegen eine Gebühr von fünf Euro einen Tisch (in derzeit 186 Restaurants in Wien und Graz) reservieren und bekommen dafür 30 Prozent Ermäßigung (ausgenommen sind Sonderangebote, Mittagsmenüs, Tabakwaren und in manchen Restaurants Weine, die mehr als 100 Euro kosten).

2. Feinkoch

Im 6. Wiener Bezirk gelegen, ist der Laden Feinkoch von Gründer Simon Jacko möglicherweise die Blaupause für den Single- bzw. Workaholic-Supermarkt der Zukunft. Denn hier kauft man nur genau das, was die Feinkoch-Rezepte vorgeben und keinen Gramm mehr. Die benötigten Mengen sind vorportioniert, und wer zu faul zum rausgehen ist, kann sich die Lebensmittel zu Ladenöffnungszeiten in Wien innerhalb von 60 Minuten per Fahrradboten zustellen lassen. Je nach Zutaten kostet ein Gericht pro Person zwischen 5 und 8 Euro, man kann natürlich auch Mengen für mehrere Personen kaufen bzw. bestellen.

3. Frische Fritzen

Das Startup aus dem niederösterreichischen Wieselburg hat nichts mit der bekannten Biermarke Wieselburger zu tun, sondern sich ursprünglich auf Biomüsli spezialisiert. Die Idee: Man beliefert die Kundschaft mit selbstkreierten Müsli-Joghurt-Variationen, die untertags für eine gesündere Ernährung vor allem im Job sorgen sollen. Mittlerweile hat das Dreier-Team allerdings eingestehen müssen, dass der Fokus ausschließlich auf Müsli wohl zu eng war. Seit dem 1. Oktober sind die Kunden an den auf vegetarische Speisen spezialisierten Liefer-Dienst Ritabringts.at aus Wien übergeben worden, der die beliebtesten Müsli-Variationen in sein Menü aufgenommen hat.

4. FoodNotify

Das Startup FoodNotify von Gründer Thomas Primus hat sich die seit Dezember 2014 in der EU verpflichtenden Allergenkennzeichnungen von Lebensmitteln zum Geschäft gemacht. Das Startup hilft Restaurants dabei, ihre Speisekarten einfach mit den Kennzeichnungen (z.B. für Gluten, Krebstiere, Erdnüsse, uvm.) zu versehen. Primus hat außerdem einen Deal mit dem Großhändler Metro an Land gezogen. Gastwirte, die bei Metro einkaufen, können sich automatisch eine Auflistung der Allergene, die in den gekauften Lebensmitteln enthalten sind, über eine App besorgen.

5. KochAbo

Die Marke KochAbo, die in Österreich dank der Werbung mit ORF-Moderator Andi Knoll durchaus Bekanntheit erreicht hat, soll nach der Übernahme durch den Berliner Zutaten-Lieferdienst Marley Spoon vorerst erhalten bleiben. 2012 gegründet, soll KochAbo 2014 pro Woche 70.000 Euro Umsatz gemacht haben und profitabel gewesen sein. Für KochAbo klappte die Expansion nach Deutschland nicht, jetzt ist es quasi das Vehikel für die Ausweitung des Geschäftsbereichs in die andere Richtung.

6. Porcella

Wer sich “Fleischraritäten aus biologischer Landwirtschaft” aus dem Waldviertel (z.B. Karree vom Turopolje-Schweinoder oder Rostbraten vom Waldviertler Blondvieh) frei Haus liefern lassen möchte, der bestellt bei Porcella von den Gründern Gregor Einetter und Miriam Strobach. Sie haben Kooperationen mit Biolandwirten und dem Biofleischermeister Roman Schober, um das Fleisch österreichweit an die Haustüren der Kunden zu liefern – denn die müssten ansonsten direkt zum Hof fahren, um Fleisch dieser Qualität zu kaufen.

7. Rita bringt’s

Der 2014 von Rita Huber gegründete Lieferdienst Ritabringts.at hat sich auf die Zustellung von vegetarischen Speisen in Wien (Achtung: noch nicht in allen Bezirken) spezialisiert. Die Jungfirma kocht täglich (ausschließlich Biozutaten, versteht sich von selbst) frisch und liefert die Mahlzeiten an Adressen in Wien aus. Jeden Tag gibt es eine andere Suppe und Hauptspeise sowie einen anderen Salat, außerdem gibt es wie unter Punkt 3 erwähnt, die Müslis von den Frischen Fritzen. Wer ein Menü ordert, muss etwa zehn Euro einrechnen, Liefergebühr gibt es keine (die Lieferung kommt zwischen zehn und zwölf Uhr).

8. Treats

“Casual Health Food” ist das Spezialgebiet des Wiener Startups Treats von den Gründerinnen Camilla Sievers und Ines Grangl. Sie wollen Kunden (und vor allem Firmenkunden) per Post gesunde Snacks und Kaltgetränke zusenden, ab liebsten im Abonnement. Zur Auswahl gibt es derzeit unterschiedliche Boxen wie “vegan”, “organic” oder “protein”, die jeweils etwa 14 Euro kosten und verschiedene Nuss- und Trockenfrüchte sowie Riegel beinhalten. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter mit Treats-Produkten versorgen, verspricht man mehr Produktivität und weniger Krankentage.

9. Yipbee

Für Faule oder Leute, die keine Zeit haben, schickt das Startup Yipbee der Gründer Patrick Pammer und Umut Kivrak, Studenten in den Supermarkt. Innerhalb von zwei Stunden sollen sie es in Wien (Montag bis Sonntag) schaffen, die Waren, die man auf der Webseite angibt, nach Hause liefern zu können. Der Mindestbestellwert liegt bei 15 Euro, die Liefergebühr bei 5,99 Euro. Yibe hat das Waldviertler Familienunternehmen Kiennast vom Geschäftsmodell überzeugt und sich ein Investment abgeholt, außerdem haben das Linzer Software-Unternehmen Catalyst und Eberhard Dürrschmid, Geschäftsführer des Spiele-Entwicklers Greentube, investiert.

10. Zuper

Zuper ist der direkte Konkurrent von Yipbee und wurde von David Savasci, Thomas Taschauer und Thomas Wagner gegründet. Innerhalb von zwei Stunden soll man Waren von Hofer, Billa, Merkur und lokalen Bio-Supermärkten online bestellen und nach Hause geliefert bekommen. Die Liefergebühr hängt vom Gewicht ab (0 bis 15 Kilo kosten 4,90 Euro, 15 bis 25 Kilo kosten 7,90 Euro), der Mindestbestellwert liegt bei 25 Euro. Neben der Liefergebühr will man Umsatz auch über Rabattaktionen mit den Supermarktpartnern machen. Michael Ströck, ehemaliger CEO von KochAbo, konnte bereits als Investor gewonnen werden.

Anmerkung: Listen sind selten vollständig. Wenn du ein österreichisches Food-Start-up vermisst, schreib`s in die Kommentare.

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