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Das große DHDL-Finale: „Das ist kein Startup, das ist ein Startdown“

Die Investoren Nils Glagau und Dagmar Wöhrl nehmen das Kakaogetränk von "Elimba" genau unter die Lupe. © TVNOW / Bernd-Michael Maurer
Die Investoren Nils Glagau und Dagmar Wöhrl nehmen das Kakaogetränk von "Elimba" genau unter die Lupe. © TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Hitzig geht es los bei der letzten Folge von „Die Höhle der Löwen“ dieser sechsten Staffel. Die beiden Gründer Paul Seelhorst und Leon Benedens wollen für ihr Unternehmen „Fairment“ eine Wachstumsfinanzierung von 950.000 Euro für 10 Prozent der Anteile. Bei den Löwen sorgt nicht nur die Bewertung für erstaunte Gesichter.

Denn die beiden Gründer präsentieren sich hervorragend. Es gibt unisono Lob von den Löwen für die Produktpalette von Fairment. Das gemeinsame Thema der Drinks, Joghurts und sogar Biere: Fermentation. Gezeigt wird außerdem eine Besonderheit: Der Teepilz oder auch Kombucha-Pilz erlaubt es, gesunde Drinks zuhause zu erzeugen. Dazu wird die Kultur einfach mit Wasser, Tee und Zucker in Verbindung gebracht. Nach rund einer Woche ist der Drink fertig. Kombucha wird eine positive Wirkung auf die Darmflora nachgesagt, außerdem soll er die Leber bei der Entgiftung unterstützen und die Haut schöner machen.

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„Eine Million im Jahr ist jetzt nicht so der Hammer“

Eine Million Euro habe man im letzten Jahr rein online umgesetzt, erklären die Gründer, um die hohe Bewertung zu rechtfertigen. Die ersten Absagen folgen dennoch: „Eine Million im Jahr ist jetzt nicht so der Hammer“, erklärt Frank Thelen. Ihm sind die zehn Prozent zu wenig, ebenso wie Ralf Dümmel. Auch Dagmar Wöhrl hat ein „komisches Gefühl“ und fordert ihren Wert ein. Während die Gründer weiter pitchen, beraten sich Judith Williams und doch noch einmal Frank Thelen. Carsten Maschmeyer ist indes raus, die Zielgruppe sei zu klein, der prozentuale Anteil ist ihm ebenso zu gering.

Das ersehnte Angebot folgt dann aber doch noch: Judith Williams und Frank Thelen bieten gemeinsam die geforderten 950.000 Euro, wollen dafür aber 30 Prozent der Anteile: „Take it or leave it“. Das fruchtet nicht, die Gründer kommen mit einem Gegenangebot über 15 Prozent der Anteile. Wenig überraschend: Kein Deal.

Täuschende Schatten

Als nächste sind die zwei Wiener von „Home Shadows“ an der Reihe. Roland Huber und Gerd Wolfinger haben ein Gerät erfunden, das Anwesenheit in Wohnungen und Familienhäusern vortäuschen kann. Verschiedene Fächer bringen bewegte Schatten an Wand und Fenster, wodurch der Eindruck entstehen soll, es würde sich jemand in der Wohnung bewegen. Einbrecher sollen damit abgeschreckt werden. 100.000 Euro wollen die beiden Gründer für 20 Prozent der Anteile. Carsten Maschmeyer erzählt, auch bei ihm sei einmal eingebrochen worden, und findet das Produkt gut, letztlich ist es ihm aber „zu antiquiert“ und „nicht 2019“ genug: „Ich hätte mir mehr direkte Vernetzung erwartet“.

Gerd Wolfinger und Roland Huber von HomeShadows aus Wien. © TVNOW / Bernd-Michael Maurer
Gerd Wolfinger und Roland Huber von HomeShadows aus Wien. © TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Nils Glagau sagt ist danach raus, er ist vom Produkt nicht überzeugt. Sehr ähnlich, wenn auch mit mehr Widerspruch durch die beiden Wiener, äußern sich dann auch Dagmar Wöhrl und Georg Kofler. Bleibt noch Ralf Dümmel: „Ich sehe das anders als vier andere Löwen“. Er finde das Sample gut, immerhin gebe es auch viele ältere Menschen, gibt er zu bedenken. 100.000 Euro bietet er schließlich, allerdings für 33 Prozent der Anteil. Ein Hindernis ist das nicht – Deal. Im Firmenbuch hat sich der Deal aber noch nicht niedergeschlagen.

+++ Schatten-Simulator HomeShadows: „Kevin allein zu Hause“ lässt grüßen +++

Unterwäsche für die Periode

Die beiden Gründerinnen Kristine Zeller und Kati Ernst haben ihre gut bezahlten Jobs bei Zalando und McKinsey aufgegeben, um sich ganz ihrem Startup „Ooshi“ widmen zu können. Unter dieser Marke verkaufen die beiden Berlinerinnen Periodenunterwäsche mit einem dreifachen Membransystem im Schrittbereich. Tampons und Binden sollen damit obsolet sein. 300.000 Euro werden benötigt, im Gegenzug soll es 10 Prozent der Firmenanteile geben. Der Pitch ist überzeugend und auch die Umsatzzahlen passen. Frank Thelen verabschiedet sich schon davor, „das passt nicht als Investor“. Carten Maschmeyer folgt, er empfiehlt, sich eine Dame ins Boot zu holen. „Als männlicher Investor scheide ich aus.“

Ralf Dümmel würde gerne, die beiden Gründerinnen wollen aber vorerst online bleiben, das Produkt habe hohen Beratungsbedarf – und der funktioniere im Handel so nicht. Dagmar Wöhrl ist dann ebenfalls raus, also bleibt noch Judith Williams. „Ich habe kleine Zweifel, aber ich habe keine Zweifel an Ihnen“. Das Angebot folgt auf dem Fuß: 300.000 Euro für 30 Prozent der Anteile. Das ist den Gründerinnen zu wenig, sie bieten 15 Prozent. Judith Williams lehnt ab, kein Deal.

Kassa 2.0

Den stationären Einzelhandel revolutionieren wollen die beiden Wirtschaftsmathematiker Andreas Klett und Leo von Klenze. Sie haben „Scansation“ gegründet, einen digitalen Einkaufshelfer, der vor allem den Bezahlprozess beschleunigen soll. 500.000 Euro wollen die beiden für 15 Prozent der Firmenanteile. Das Prinzip der Idee ist schnell erklärt: Der Kunde scannt mit einer App alle Produkte, die er kaufen möchte. Danach reicht ein Tipp auf den Kassenbereich, um den Vorgang abzuschließen. Ein Foto zur Kontrolle reicht. Danach geht es ab zur Kassa, wo nur noch der generierte QR-Code gescannt wird – bezahlen, fertig. Die Demo funktioniert, die Löwen sind dennoch skeptisch. Vor allem Sicherheitsbedenken wegen möglicher Diebstähle gibt es zuhauf, immerhin kontrolliert ja niemand mehr den Inhalt des Wagens.

Bei genügend Produkten im Korb wäre Diebstahl einfach, befürchtet Nils Glagau. Die meisten anderen Löwen bringen ähnliche Argumente vor, Georg Kofler hätte sich mehr erwartet, Maschmeyer fragt, ob der Kunde das überhaupt möchte. Bergab geht der Pitch dann bei den Zahlen. Ganze zwei Läden verwenden das System erst, obwohl es schon seit zwei Jahren erhältlich ist. „Will das der Einzelhandel? Will das der Kunde? Ich denke nicht“, ist Glagau raus. Georg Kofler und Dagmar Wöhrl verabschieden sich ebenfalls, danach verabschiedet sich Ralf Dümmel.

Zuletzt liefert Carsten Maschmeyer Artikeltitel für drei Sendungen: „Eigentlich kann ich euch nur helfen, indem ich euch mein Beileid ausspreche“ und „Das ist kein Startup, das ist ein Startdown“ sind nur zwei der vielen Highlights. Das Conclusio daraus: Zu großer Markt, zu schwach übersetzt.

Kakao als Superfood

Elias hat auf einer Reise durch Südamerika ein Kakaoritual mit einem speziellen Getränk kennengelernt, das er nun auch in Deutschland etablieren will. Sein Unternehmen heißt Elimba und vertreibt Kakaokugel nach einer eigenen Rezeptur, die in Wasser und Milch aufgelöst und so zum Kakaogetränk werden. Elias Mutter hat bereits rund 35.000 in das junge Unternehmen gesteckt, das im Vorjahr bereits 38.000 Euro Umsatz machen konnte. Das Getränk soll belebend wirken, roher Kakao gilt zudem als Superfood. Ralf Dümmel ist dennoch skeptisch. Wirkung müsse man immer bestätigen können, was Studien erfordere. Außerdem sei die Marge dünn. Er ist raus, ebenso wie Georg Kofler, der das Unternehmen noch mehr als familiäre Manufaktur denn als Firma sieht.

Carsten Maschmeyer ist die ganze Sache zu verspielt, außerdem ist ihm die Zielgruppe zu klein. „Für einen Venture Capitalist ist das kein Investment Case“. Dagmar Wöhrl kämpft sichtlich mit sich, sie ist laut eigenen Angaben in einem „Zwiespalt“. Sie würde gerne mit Elias zusammenarbeiten, das Produkt sei aber sehr erklärungsbedürftig. Letztlich ist auch sie raus. Nils Glagau macht dann schließlich mit. Er sei selbst ein großer Fan der Gegend und liebe den Kakao aus Peru. „Das passt“. 25 Prozent will er für die gewünschten 50.000 Euro. Elias berät sich, macht ein Gegenangebot, diskutiert dann noch über das Working Capital und schlägt schließlich bei 24,9 Prozent als letzter Kandidat der sechsten Staffel für die geforderte Summe ein.

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