RSA Conference

Cybercrime: 6 Billionen Dollar Schaden pro Jahr

Spuren im Code. © Pixabay
Spuren im Code. © Pixabay

Cyberkriminalität ist eine der größten Herausforderungen, vor denen die Menschheit in den nächsten zwei Jahrzehnten stehen wird. „Cybercrime wird die Welt ab dem Jahr 2020 jährlich 6 Billionen Dollar kosten“, sagt Frank W. Abagnale, FBI-Consultant seit mehr als 40 Jahren voraus. Es war eine dieser Statistiken, die auf der RSA Conference 2019, die derzeit in San Francisco stattfindet, schockierten, denn diese Summe entspricht dem Finanzvermögen aller Deutschen bzw. einem Drittel des Finanzvermögens von China. Man spricht bereits jetzt vom größten Transfer wirtschaftlichen Reichtums in der Geschichte der Menschheit. Die Cyberkriminalität ist profitabler als der gesamte globale Handel. Denn selbst wenn die Wirtschaft am Boden liegt, über Wirtschaftskrisen debattiert wird und diese medial heraufbeschwört werden, gibt es einen Wirtschaftszweig, der floriert – Cybercrime.

Globale Zielgruppe

Cybercrime ist deshalb die am schnellsten wachsende Kriminalitätsart, da – anders als bei analogen Verbrechen – Kriminelle nicht „vor Ort“ sein müssen, sondern eine Attacke von überall aus gestartet werden kann – ein Internet-Anschluss reicht aus. Das „Dark Web“, das übrigens 500 Mal so groß ist wie das Oberflächen-Web, das Google durchforstet, ist nicht nur der Tummelplatz der Cyberkriminellen, sondern es ist auch der Umschlagplatz für Drogen, Falschgeld, Waffen und jenen Programmen und Tools, mit denen Hacker in unsere Computer und Smartphones eindringen und mit denen Firmen und Internet-Nutzer – Stichwort Ransome Ware – erpresst werden. Und die derzeit so heftig diskutieren Technologien wie etwa 5G, Artificial Intelligence (AI), Big Data, Blockchain und somit auch digitales Geld wie Bitcoin, bieten nicht nur Chancen und Möglichkeiten für „die Guten“, sondern beflügelt auch „die Bösen“, die neue Methoden und Tricks entwickeln und den Cybercops immer einen Schritt voraus sind.

5G wird eine Herausforderung

Cybersicherheitsexperten aller Sicherheitsunternehmen, von McAfee über Symantec bis Kaspersky warnen davor, dass vor allem durch die 5G-Technologie und das Internet of Things (IoT) nicht nur exponentiell viele Daten anfallen, sondern dass auch die Attacken auf das IoT exponentiell steigen werden, sind sich viele der Experten in den diversen RSA-Workshops einig. Daten werden in der IoT-Ära um bis zu zehnmal schneller übertragen als gegenwärtig und die Latenzzeiten werden praktisch bei null liegen. Hacker werden deshalb unbeobachtet in nicht ausreichend gesicherte Systeme eindringen können, weil man ihre Attacke nicht erkennt. Noch bevor man sie entdeckt, sind sie schon wieder fort. Und das ist die große Herausforderung im Internet der Dinge – es ist Fakt, dass alles, was gehackt werden kann, gehackt wird. Es ist auch Fakt, dass das IoT die Welt verändern wird, aber die Attacken auf Systeme exponentiell steigen werden.

Das ist erst der Anfang

Denn wir stehen erst am Anfang der digitalen Informationsgesellschaft – 99 Prozent der Welt sind – so sagt der US-Konzern Cisco – noch nicht vernetzt. Erst ein Prozent dessen, was digitalisiert werden kann, wurde bis dato digitalisiert. Bei Menschen ist man mittendrin, in absehbarer Zeit wird der implantierte Chip, der die Gesundheit überwacht oder als Schlüssel benutzt wird, salonfähig. Nun kommen nicht nur die anderen Lebewesen wie Tiere, Pflanzen und Bäume an die Reihe, sondern auch Gegenstände des Alltags – Küchengeräte, Kleidung, Straßenlaternen, Kanaldeckel oder auch Mülltonnen. In diesem „Internet der Dinge“, das schon lange das „Internet of everything“ geworden ist, wird alles, wirklich alles, vernetzt, mit Sensoren oder Chips auf die nächste Stufe gestellt.

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