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Konferenz zur Zukunft Europas

Cyber Security: Heimische Unternehmen fordern Tempo und mehr Bewusstseinsbildung

Digitalisierung und Cyber Security in Österreich als Diskussionsthema © BKA
Digitalisierung und Cyber Security in Österreich als Diskussionsthema © BKA

Die Europäische Union will sich verändern. Dabei unterstützen sollen sie die Bürger der EU. Seit dem Startschuss der Konferenz zur Zukunft Europas am 09.05.2021 sind die Bürger aller 27 EU-Staaten dazu aufgerufen, sich mit Verbesserungsvorschlägen und Ideen entweder auf der Online-Plattform der EU-Kommission, bei Veranstaltungen in Österreich, oder bei eigens organisierten Veranstaltungen einzubringen. Eine der aktuellen Herausforderungen ist nicht erst seit der Corona-Pandemie die fortschreitende Digitalisierung und der damit einhergehende Bedarf nach mehr Sicherheit im Netz. Daher sollen auch dazu Lösungen im Rahmen der Konferenz gefunden werden. Auf österreichischer Ebene wurden die verschiedenen Krisenherde nun bereits diskutiert. Im Rahmen des Zukunftslabors „Sicherheit im europäischen Datenraum“ befragte Österreichs Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) aktuell Vertreter der heimischen Wirtschaft zu der digitalen Sicherheit hierzulande. Dabei wurde deutlich, dass die Teilnehmenden verschiedene Problemherde orten und, dass sie klare Unterstützung seitens der Politik fordern.

„Digitalisierung geht nur mit Security“

Für den Präsidenten des Kuratoriums Sicheres Österreich (KSÖ), Erwin Hameseder steht die Zusammenarbeit zwischen der Regierung Österreich und den einzelnen Unternehmen im Bereich Digitalisierung und Cyber Sicherheit im Vordergrund. Insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen hebt er dabei hervor, da bei diesen oft sowohl das Know How, als auch die Investitionsbereitschaft fehle. Daher müssen diesen in die Prozesskette mehr mit eingebunden werden, um den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken. Mit dieser Auffassung steht er bei den Beteiligten des Zukunftslabores nicht alleine da. Auch Wolfgang Ebener vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort und ebenfalls Teil des KSÖ sieht viel Potenzial darin, KMUs und Startups zu unterstützen und somit das Innovations-Potenzial Österreichs stärker zuzulassen.

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Jeder, der sich im digitalen Raum bewegt, wird tagtäglich auch mit den Herausforderungen von eben diesen konfrontiert. Insbesondere in den Sozialen Medien lauern viele Gefahren. Im Zuge des Zukunftslabors der Europaministerin Edtstadler machte auch Peter Gerdenitsch von der Raiffeisen Bank International deutlich, dass für ihn „Digitalisierung nur mit Security“ geht. Entsprechende Bewusstseinsbildung zu dem Umgang mit Daten sei auf allen Ebenen notwendig, beginnend im frühsten Kindesalter. Darin stimmt ihm auch Robert Lamprecht von KPMG Austria zu. Er stellt fest: “ Es gibt keine Trennung mehr zwischen privater und beruflicher Welt“, und verweist auf die Gefahr eines Hackerangriffes auch für private Daten. Auch für Lamprecht braucht es mehr Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiter. Auch könnte er sich eine Art „Digitalen Schleuderkurs“ vorstellen.

Investitionen gefordert

Eines haben die Forderungen der Vertreter der heimischen Unternehmen alle gemeinsam: Alle Maßnahmen zu den Bereichen Digitalisierung und digialte Sicherheit müssen so schnell wie möglich passieren. Deutlich macht das auch Andreas Tomek ebenfalls von KPMG Austria: „Wir müssen schnell digitalisieren und wir müssen in Sicherheit investieren.“ Laut Tomek gäbe es im Moment in den Prozessen Systemschwächen. Daher müsse jetzt investiert werden. Dafür braucht es laut ihm einen Schulterschluss. Auch Lukas Praml, der Geschäftsführer der Österreichischen Staatsdruckerei forderte mehr Geschwindigkeit, insbesondere wenn es um die Thematik „Digitale Identität“ geht. Er fordert in dem Bereich eine lösungsorientierte Zusammenarbeit mit Datenschützern, denn Tempo sei hier sehr wichtig, da sich der Markt auch außerhalb von Europa sehr schnell bewege, so Praml.

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Die Europaministerin Edtstadler nennt in ihrem abschließenden Resümee des Zukunftlabors insbesondere die Forderungen nach mehr Wissensvermittlung zu den Technologien, den Bedarf an finanzieller Unterstützung für mehr Cyber Security und die Forderung eines gesetzlichen Rahmens für die Regulierung von Cyber-Sicherheitsstandards in Firmen als einige der Haupterkenntnisse der Veranstaltung. Die Vorschläge der heimische Wirtschaft will sie nun sammeln, um sie im Rahmen der Konferenz zur Zukunft Europas auf europäischer Ebene zu diskutieren. Die Konferenz selbst ist noch bis zum Frühjahr 2022 angesetzt. Bis dahin wird es immer wieder Möglichkeiten geben, sich zu zu aktuellen Schwerpunkten einzubringen.

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