Hidden Champions

Crystalline Mirror Solutions: Die Laser-Superspiegel aus Wien, die vom Science Magazine gefeiert werden

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Die beiden Co-Founder Garrett Cole und Markus Aspelmeyer von CMS, dem hochtechnischen, multinationalen Startup mit Wiener Wurzeln. © Crystallinemirrorsolutions
Die beiden Co-Founder Garrett Cole und Markus Aspelmeyer von CMS, dem hochtechnischen, multinationalen Startup mit Wiener Wurzeln. © Crystallinemirrorsolutions

Es gibt so ein paar Startups, die großartige Sachen machen und kaum jemand bekommt es mit. Sie haben keine App, laufen nicht in Känguru-Kostümen über Festivals, sondern sind Weltmarktführer in ihrer Nische. Das hochspezialisierte Physik-Unternehmen Crystalline Mirror Solutions (CMS) ist so ein Fall: Das Spin-off der Universität Wien und des Vienna Center of Quantum Sciences and Technology (VCQ) gewinnt renommierte Preise wie den Leibinger Innovationspreis und den Vienna Startup Award der Wiener Wirtschaftsagentur und mischt bei der Beweisführung  der Gravitationswellen und Einsteins Relativitätstheorie mit. Im Büro am Parkring stand tagelang die Arbeit still, nachdem die Kollegen des LIGO-Konsortiums, mit dem CMS zusammenarbeitet, zu Beginn des Jahres erstmals Gravitationswellen nachweisen konnten. Bahnbrechende Forschungen, die mithilfe der Technologie des Wiener Unternehmens möglich gemacht wurden, finden Niederschlag in Publikationen im Science Magazine.

Quantenphysik aus Wien, Halbleiter aus dem Valley

Präzise Spiegel, etwa für Atomuhren oder Raumfahrt. © Crystallinemirrorsolutions
Präzise Spiegel, etwa für Atomuhren oder Raumfahrt.

„CMS ist die Fusion von Wiener Quantenphysik mit Halbleitertechnik aus dem Silicon Valley. Durch die Kombination von Ideen aus diesen zwei verschiedenen Bereichen entstand eine völlig neuartige Spiegeltechnologie mit Anwendungen in Wissenschaft und Industrie”, sagt CEO Christian Pawlu, Ex-McKinseyaner, der gemeinsam mit dem Universitätsprofessor Markus Aspelmeyer und dem kalifornischen Materialforscher Garrett Cole die Firma 2013 gründete.

Erste Investmentrunde im November

Mittlerweile beschäftigt CMS zwölf feste Mitarbeiter an den Standorten Wien, Santa Barbara und Zürich. “Manchmal fühlt man sich bei uns an wie im Reich Karls V., in dem die Sonne nie unterging. Wenn unsere Teams in Wien und Zürich am Abend nach Hause gehen, beginnt die Arbeit in Santa Barbara. Manchmal entstehen so gleichsam über Nacht grandiose Ideen für neue Produkte und Anwendungen”, sagt Gründer Pawlu, der Ende November eine größere Investmentrunde abschliessen möchte.Bisher hat sich die Firma ausschließlich aus Umsätzen sowie Forschungs- und Fördermitteln finanziert. 

Kristalline Superspiegel

Die zentrale Entwicklung von CMS – kristalline Superspiegel – sind international durch verschiedene Patente geschützt. Die Anwendungsmöglichkeiten von kristallinen Superspiegeln reichen von optischen Komponenten in ultrapräzisen Atomuhren, über Präzisionsinterferometrie und Spektroskopie bis zu Lösungen für das Wärmemanagement von Hochleistungslasern und Anlagen für die Laserbearbeitung. Die von CMS entwickelte optische Technologie im mittleren Infrarotbereich wird von der amerikanischen Forschungsagentur DARPA unterstützt. 

Kunden aus aller Welt

Die Kunden von CMS sind renommierte Firmen und Weltmarktführer aus der Laserindustrie, der Luft- und Raumfahrttechnik und der Messtechnik. Daneben gibt es zahlreiche wissenschaftliche Anwendungen der Spiegel. Zu den Kunden und Kollaborationspartnern aus dem Wissenschaftsbereich gehören Universitäten wie Caltech, MIT, ETH Zürich und die  TU München. Auch nationale Institute für Standards und Messtechnik, wie etwa die Physikalisch-technische Bundesanstalt in Deutschland, das NIST in den USA, das NPL in Großbritannien und KRISS in Korea, nutzen die Technologie von CMS. Das Unternehmen wird im Jahr 2017 am Standort Österreich erheblich in den Aufbau einer Serienproduktion investieren. CMS schafft dafür hochqualifizierte Stellen für Mitarbeiter mit einem Hintergrund in Halbleitertechnik und Optik. Gegenwärtig sucht CMS zwei Produktionsingenieure.

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