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Neuerlicher Einbruch der Krypto-Märkte und das Sorgenkind Ethereum

Ethereum. © Pexels
Ethereum. © Pexels

Blutbad an den Krypto-Märkten: Die Kurse von Bitcoin, Ethereum und Co. erleben derzeit derart herbe Verluste, dass die Marktkapitalisierung aller an Exchanges gehandelten Krypto-Assets 2018 erstmals unter die Grenze von 200 Milliarden Dollar gefallen ist. Die Marktkapitalisierung ist damit auf ein Niveau zurückgegangen, das zuletzt Anfang November 2017 gemessen wurde – also der Zeit vor dem großen Hype im Dezember 2017 und Jänner 2018.

Geht es mit dem Preisverfall so weiter, wird Bitcoin (BTC) im Laufe der nächsten Stunden unter die Marke von 6.000 Dollar fallen und damit so wenig wert sein wie noch nie dieses Jahr. Immerhin spricht für das „digitale Gold“ noch, dass sich Trader offenbar weg von den strauchelnden Altcoins wie Ethereum Richtung BTC flüchten. Die Marktdominanz von Bitcoin liegt derzeit bei fast 54 Prozent – BTC macht damit mehr als die Hälfte des Krypto-Markts aus.

Altcoins straucheln ordentlich

Innerhalb der letzten sieben Tage hat die Marktkapitalisierung um satte 60 Milliarden Dollar nachgegeben – sie ist von rund 250 Mrd. Dollar vor einer Woche auf aktuell rund 190 Mrd. Dollar eingesackt. Besonders schwer getroffen hat es Ethereum, der Nummer zwei am Markt. Ether (ETH) wird derzeit um nur mehr rund 265 Dollar gehandelt – vor einer Woche waren es noch mehr als 400 Dollar.

Ein ähnliches Bild auch bei anderen Altcoins: Ripple (XRP) ist nur mehr rund 0,25 Dollar wert, Bitcoin Cash (BCH) weniger als 500 Dollar, EOS weniger als 5 Dollar, Litecoin (LTC) nur mehr etwas mehr als 50 Dollar wert. Ein Blick auf CoinMarketCap, der beliebten Seite mit einem Überblick über die aktuellen Kurse, bestätigt: Der Krypto-Markt bricht an fast allen Stellen derzeit dramatisch ein. Währenddessen ist die Marktdominanz von Bitcoin auf über 50 Prozent gestiegen, weil viele Trader derzeit lieber in BTC investieren als Altcoins zu halten.

Sorgenkind Ethereum

Besonders dramatisch ist der Verfall der Nummer 2 am Krypto-Markt, Ethereum. Die Marktkapitalsierung von Ether (ETH) ist von 73 Milliarden Dollar Anfang 2018 auf derzeit rund 26 Milliarden Dollar zurückgegangen und damit auf einem Niveau vor einem Jahr vor dem großen Boom. Ethereum ist vor allem in der Startup-Welt zum präferierten Kryptowährung avanciert, hunderte ICOs wurden auf Basis von Ethereum abgewickelt.

Doch der ICO-Markt schrumpft derzeit ebenfalls (Trending Topics berichtete), Blockchain-Projekte können immer weniger Geld über Initial Coin Offerings einsammeln. Das hat mehrere Gründe: Zum einen schauen Behörden viel genauer auf Token Sales als noch vor einem Jahr und unterbinden viele davon, zum anderen sind sie teuer geworden. Große Investoren werden immer häufiger mit satten Rabatten gelockt, Werbeeinschränkungen bei Facebook oder Google machen das Marketing für ICOs kompliziert und teuer. Generell scheint das Interesse an ICO-Investments zu schwinden – auch, weil es dutzende Meldungen zu Scams gab.

Bloomberg zufolge ist der aktuelle Einbruch von Ethereum auch damit zu tun, dass viele Startups bei ICOs eingenommene Ether nicht mehr länger halten, sondern vermehrt verkaufen, um an Fiatgeld zu kommen. Laut Techcrunch zweifeln aber auch immer mehr generell an Ethereum als Plattform. Während dezentrale Apps (dApps) auf Ethereum-Basis sich nicht durchgesetzt haben, sollen nun so genannte LApps beliebter werden – also Applikationen, die auf Basis des Lightning Network für schnellere Transaktionen von Bitcoin laufen.

Weiter Zweifel an Massentauglichkeit

Ethereum-Mitgründer und Mastermind Vitalik Buterin hat sich erst kürzlich zur Massentauglichkeit von Krypto-Assets geäußert. Ihm stößt wie berichtet bitter auf, dass viele in der Krypto-Community sich über so genannte Bitcoin-ETFs (Exchange Traded Funds) den Kopf zerbrechen, aber nicht darüber, wie Krypto-Assets in der breiten Masse verteilt werden können.

Die vorläufige Absage der US-Börsenaufsicht an diese erwähnten Bitcoin-ETFs (also börsengehandelte Investment-Fonds) hat jedenfalls viele Trader enttäuscht. Nach einer kurzen Hochphase brauchen die Krypto-Märkte in den vergangenen Wochen immer stärker ein (Trending Topics berichtete). Beobachter führen das unter anderem auf enttäuschte Trader zurück, die mit ETFs rechneten.

Währenddessen gab es für Bitcoin und Co. eine neuerliche Breitseite seitens der Bankenwelt. In einer neuen Studie sprach die Schweizer Großbank UBS dem Bitcoin die Eignung als echtes Zahlungsmittel ab. Zum einen sei BTC viel zu volatil, um als Geld gewertet zu werden – 70 Prozent des Bitcoin-Preises seien reine Spekulation, so die UBS-Analysten. Außerdem sei die Zahl der möglichen Transaktionen viel zu klein, um wirklich alltagstauglich zu sein. Und: Um allein den Bargeldumlauf des Dollar zu erreichen, müsste ein BTC einen Wert von rund 213.000 Dollar haben.

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