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Roter Donnerstag

Crypto-Crash: Bitcoin und Co sind auf den Jahrestiefststand gestürzt

Bitcoin auf Abwegen. © Pexels
Bitcoin auf Abwegen. © Pexels

Minus 11 Prozent bei BTC. Minus 9 Prozent bei XRP. Minus 13 Prozent bei Ethereum. Und sogar mehr als minus 14 Prozent bei Bitcoin Cash. Das Erwachen am Donnerstag morgen war für viele Crypto-Trader kein schönes. Der neuerliche Absturz der Krypto-Märkte begann am Mittwoch Abend (Trending Topics berichtete) und setzte sich die ganze Nacht auf Donnerstag fort. Anleger wurden wieder einmal daran erinnert, wie extrem volatil der Markt sein kann.

Innerhalb von 24 Stunden sind rund 24 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet worden. Die Marktkapitalisierung von allen an Exchanges gehandelten Crypto-Assets ist auf aktuell rund 185 Milliarden Dollar gesunken – so tief wie noch nie im Jahr 2018. Vor einem Jahr war der Markt noch bei 215 Milliarden Dollar, damit liegt der Wert deutlich unter dem Vorjahreszeitraum.

XRP überholt Ethereum

Der Bitcoin (BTC) hat sein Jahrestief erreicht, er wird derzeit bei nur mehr rund 5.600 Dollar an Krypto-Börsen gehandelt. Die bisherige Nummer zwei am Markt, Ethereum (ETH), ist so stark abgestürzt, dass die Marktkapitalisierung zeitweise unter jene von XRP, der bisherigen Nummer drei, gesunken ist. Bei Krypto-Assets liegen bei einer Marktkapitalisierung von rund 18,7 Milliarden Dollar.

Stablecoins im grünen Bereich

Auch sonst überall rote Zahlen. Ob Bitcoin Cash (BCH), EOS, Litecoin (LTC), Cardano (ADA) oder Monero (XMR), alle anderen großen Krypto-Assets sind ebenfalls abgestürzt. Die einzigen zwei Assets, die noch grün sind, sind zwei Stablecoins in den Top 50: Tether (USDT) und TrueUSD (TUSD). Kryptowährungen, die an den Kurs des US-Dollar gebunden sind, werden bei starken Marktfluktuationen von Tradern gerne genutzt, um Werte ins Trockene zu bringen, ohne in Fiatgeld wechseln zu müssen. Von USDT oder TUSD kann man später wieder leicht in andere Crypto-Assets wechseln.

Streit um Bitcoin Cash

Über die Gründe für den neuerlichen Einbruch bei Kryptowährungen wird derzeit eifrig spekuliert. Da heute der Hard Fork bei Bitcoin Cash (BCH) ansteht, könnte es sein, dass Trader diesen abwarten wollen und zuvor Assets aus dem Markt gezogen haben, um sich auf etwaige ungünstige Entwicklungen vorzubereiten. Bei dem Hard Fork geht es darum, welche Gruppierung mit welcher Technologie sich durchsetzt. Die Aufspaltung der BCH-Blockchain wird für 16:40 Uhr UTC (= 17:40 Uhr in Deutshcland und Österreich) erwartet und kann unter https://forkmonitor.info/ mitverfolgt werden.

So stehen sich die Gruppierungen Bitcoin ABC (Adjustable Block Cap) und Bitcoin SV (kurz für „Satoshi’s Vision“) gegenüber. Jede der beiden Gruppen hat eine eigene Vorstellung davon, wie sich BCH künftig technologisch weiterentwickeln soll. Während Bitcoin ABC (unterstützt von Roger Ver, Bitmain, Money Button, OpenBazaar, Binance, Coinbase) die Traditionalisten sind und keine großen Änderungen bei Bitcoin Cash wollen, sehen sich Bitcoin SV (unterstützt von Craig Wright, nChain, CoinGeek, CalvinAyre, Bitcoin.org) als die Erneuerer. Sie wollen die Block-Größe von derzeit 32 Megabyte auf 128 Megabyte erhöhen.

Viele Gründe

Wie auch immer der Streit und der Hard Fork ausgehen werden – Crypto-Trader haben das Datum des Tages vor der Abspaltung zum Anlass genommen, Kapital aus dem Markt zu ziehen. Dazu kommen noch andere Faktoren: So laufen dieses Monat die Bitcoin Futures an den US-Terminbörsen CBOE und CME aus – bei diesen wird quasi auf steigende oder sinkende Kurse von BTC gewettet. Auch das kann zu einer Verunsicherung der Anleger beitragen, die sich dann lieber zurückziehen und auf bessere Zeiten warten.

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