Channel

Mobility

Mobilität

Cruise Origin: Das selbstfahrende Auto ohne Lenkrad und Fahrersitz ist da

Das Cruise Origin. © Cruise

Wo bei diesem Auto vorne und hinten ist, ist von außen genauso wenig ersichtlich wie von innen. Denn das Cruise Origin, den die General-Motors-Tochter Cruise jetzt in San Francisco präsentiert hat, besteht nur aus einer geräumigen Passagier-Kabine und soll ohne Lenkrad komplett selbstfahrend sein und als Privat-Shuttle voll elektrisch seine Fahrgäste von A nach B chauffieren. Der Grundgedanke: Das Auto soll niemand kaufen, sondern wie ein Mini-Bus seine Arbeit verrichten und auf Bestellung seine Fahrgäste abholen. Im vorliegenden Prototyp ist Platz für vier Fahrgäste samt Gepäck.

Mit Cruise Origin hat die GM-Tochter, an der auch Honda aus Japan beteiligt ist, eine ziemlich mutige Vision der autonomen Mobilitäts-Zukunft gezeigt. Das Fahrzeug soll zu den halben Kosten eines elektrischen SUV (diese kosten heute oft 70.000 Euro oder mehr) produziert werden und bis zu einer Million Meilen schaffen. Durch einfach austauschbare Teile (z.B. die Sensoren) soll es auch simpel zu reparieren sein und so einmal preiswerte Individual-Mobilität auf die Straße bringen, die man per App buchen kann.

Autonomer Taxi-Dienst in Planung

Wann Cruise seinen selbstfahrenden Mini-Bus auf die Straße bringen kann, ist noch unklar. US-Behörden haben es noch nicht genehmigt, und wann die Serienproduktion starten wird, ist ebenfalls noch nicht bekannt. Einige der Fahrzeuge sollen zuerst auf den Firmengeländen von General Motors und Honda fahren und dort Mitarbeiter transportieren. Cruise, mit sieben Milliarden Dollar (neben GM investierten auch Honda und Softbank) Risikokapital ausgestattet, steht jedenfalls unter hohem Druck, einen autonomen Taxi-Dienst auf die Straße zu bringen.

Das Cruise Origin. © Cruise

Denn die Konkurrenten Waymo (eine Schwesterfirma von Google), Uber oder Argo AI (von Volkswagen und Ford finanziert) arbeiten ebenfalls emsig an selbstfahrenden Autos und den dazugehörigen Fahrdiensten. Waymo ist derzeit am weitesten und lässt seine selbstfahrenden Autos im kleinen Rahmen bereits ohne Sicherheitsfahrer Fahrgäste transportieren – ein klares Zeichen, dass die Technologie bereit ist.

Ridesharing per App

Bisher haben Waymo und Co bestehende Fahrzeugtypen mit zusätzlichen Sensoren und Technik ausgestattet, um sie selbstfahrend zu machen – das Cruise Origin hingegen ist von Grund auf als autonomes Fahrzeug konzipiert. Neben den Türen gibt es Zifferntasten, damit Fahrgäste die Schiebetüren per Code öffnen können, um Ridesharing in Anspruch zu nehmen. Spannend wird sein, ob die GM-Tochter den Wagen zu ansprechenden Kosten auf den Boden bringen kann – das entscheidet darüber, ob Konsumenten ein Fahrdienst mit attraktiven Preisen angeboten werden kann.

Der selbstfahrende Mini-Bus dürfte eher für den US-amerikanischen Markt und private Betreiber gedacht sein. In Europa gibt es wie berichtet in Österreich oder der Schweiz bereits Projekte, bei denen selbstfahrende Busse für dutzende Fahrgäste in den öffentlichen Verkehr integriert werden.

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen
Corona-Krise