Crashtalk: Soll die Schule voll durchdigitalisiert werden?

Der neue Crashtalk von 4GAMECHANGERS TV: Andreas Riepl, Leiter des Bundeszentrum eEducation-Austria, diskutiert mit der Kinder- und Jugendtherapeutin Doris Hebenstreit, wie weit die Ausbildung der nächsten Generation digitalisiert werden soll. Auf welcher Seite bist du?

Gepostet von TrendingTopics.at am Dienstag, 9. Oktober 2018
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Crashtalk: Sollen unsere Schulen voll durchdigitalisiert werden – oder besser nicht?

Für die einen ist die Sache klar: Nur wer schon in der Schule den Umgang mit Computern, Programmiersprachen und Software gelehrt bekommt, wird sich später am Arbeitsmarkt behaupten können. Die anderen sehen das nicht so: Digitalisierung in der Schule kann bereits früh zu negativen Folgen führen.

„Die Schule soll digital werden, weil wir uns in einer digitalen Gesellschaft befinden und wir zukünftige Generationen bestmöglich auf diese Gegebenheiten mit allen ihren Vor- und Nachteilen vorbereiten sollen“, sagt Andreas Riepl, Leiter des Bundeszentrums eEducation, im neuen „Crashtalk“ von 4Gamechangers TV.

„Blended Learning“ als Zwischenweg

„Durch Digitalisierung werden die sozialen Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler nicht gefördert. Das bestätigen auch die Lehrer, dass sie es mit immer mehr sozial inkompetenten Schülern zu tun haben“, kontert. Kinder- und Jugendtherapeutin Doris Hebenstreit. So gebe es etwa Verhaltensauffälligkeiten im Unterricht, auch Seh- Haltungsschäden oder ADHS könnten die Folge von zu viel Computer sein.

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Für solche Probleme gebe es aber Gegenmaßnahmen wie etwa kooperatives offenes Lernen, kontert Riepl. „Es soll ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Medium geschult werden. Es geht nicht darum, die ganze Zeit digital zu sein, sondern die Vorteile zu nutzen“, sagt Riepl. „Blended Learning“ sei eine Möglichkeit, um digitale und analoge Lehrmittel zu kombinieren.

Werden virtuelle Coaches Lehrer ersetzen?

Doch wie weit wird die Digitalisierung der Schule gehen? Wird es virtuelles Coaches statt Lehrer geben? Hebenstreit warnt vor solchen Entwicklungen: „Gibt es dann nur mehr die Mensch-Maschine-Interaktion? wir können jetzt noch gar nicht abschätzen, welche weitreichenden Folgen das im psychischen und psychosozialen Bereich für unsere Kinder ergibt.“

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