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COVID-Krise: AI-Überwachung soll bei Menschentrauben in Büros Alarm schlagen

Alle Augen auf uns. © Fotolia/Igor
Alle Augen auf uns. © Fotolia/Igor

Nach gelockerten Regeln im Sommer und Home Office sagen Experten und Politik einen harten Herbst und Winter voraus. Wenn Menschen wieder zurück in die bald beheizten Büros kommen, dann sind das gute Bedingungen für eine Verbreitung des Coronavirus. Deswegen halten Tech-Unternehmen nicht mit Produkten zurück, um für dieses Problem eine Lösung zu bieten.

So nun auch Softwareentwicklungs- und Beratungsfirma Nagarro. Mit einer neuen COVID-AI-Lösung wird Unternehmen versprochen, Büroräume mit Hilfe von Machine Learning und Kameras effektiv auf die Einhaltung von Social Distancing überwachen zu können. „Technologische Innovation und Einfallsreichtum können uns im Kampf gegen diese Pandemie unterstützen. Gerade Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen spielen hier eine Schlüsselrolle“, so Anurag Sahay von Nagarro. Auch in Österreich wird die AI-Lösung angeboten.

Integration in bestehende Kamerasysteme

Die Software an bestehende Kamerasysteme in Unternehmen angedockt werden, heißt es seitens Nagarro. Nach einer einmaligen Kalibirierung können die KI-Algorithmen dann die Abstände zwischen Personen messen. „Die Menschenmenge wird über die Anzahl und Dichte der Menschen in einem Sichtfeld gemessen. Beide Zahlen muss die Lösung also liefern und dann mit einem Schwellenwert vergleichen, um die Ansammlung je nach Situation zu definieren“, heißt es seitens Nagarro gegenüber Trending Topics.

Mit dem Datenschutz soll die Lösung keine Probleme haben. „Da die Lösung vollständig anpassbar ist, kann sie sowohl mit Vor-Ort- als auch mit Cloud-Installationen arbeiten. Sie kann gemäß den verschiedenen Standards wie GDPR oder spezifischen Richtlinien und Anforderungen der Organisation in Bezug auf Datenschutz und -sicherheit in Einklang gebracht werden. Wir schauen uns diese Vorgaben sehr genau an, um sie im Detail zu verstehen“, so der Anbieter.

Software erkennt Personen mit und ohne Maske. © Nagarro
Software erkennt Personen mit und ohne Maske. © Nagarro

Datenauswertung in der Amazon-Cloud

Werden nun etwa zu viele Personen in einem Raum gemessen, kann das System Alarm schlagen. „Gegenwärtig ist unsere Lösung mit E-Mail über AWS SNS integriert. Wir können sie jedoch mit jedem anderen Alarmsystem oder Dienst wie SMS, Alarm oder mit vorhandener Hardware wie Drehkreuzen oder intelligenten Türen je nach Kundenwunsch integrieren“, heißt es weiter. So könnte gesteuert werden, wie viele Menschen in einen Raum gelassen werden.

Die Daten aus der Videoüberwachung laufen standardmäßig in der Cloud von Amazon Web Services zusammen. Dort werden Aggregations-Aktivitäten wie Analyse und Trendvisualisierung getätigt, um etwa der Unternehmensführung einen Überblick über die Vorgänge in den Büroräumen zu geben. „Die Kosten für die Installation sind abhängig von der erforderlichen Hardware, wobei pro Kamera mit Kosten von 50 bis 100 Dollar zu rechnen ist, dazu kommen Peripheriegeräte, Kabel, Anschlüsse. Die Arbeitskosten sind projektabhängig, je nach Größe und Komplexität der Installation“, heißt es seitens Nagarro.

Erprobt sind die eingesetzten Technologien bereits, allerdings in anderem Kontext. EinTelekommunikationsanbieter in den USA setzt sie etwa in der Zielgruppenanalyse, eine andere Firme verwendet sie, um Personen ohne Helmschutz zu identifizieren. Die Crowd-Analytics-Modelle wurden bereits in einem Sportstadion eingesetzt.

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