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Cortical.io: Wiener Big-Data-Start-up bekommt 1,8 Mio. Dollar Investment und ist 18 Mio. US-Dollar wert

Soll das menschliche Gehirn imitieren: Cortical.io
Soll das menschliche Gehirn imitieren: Cortical.io

„Natural Language Processing“ oder kurz NLP – das ist das Spezialgebiet des Wiener Start-ups Cortical.io, das heute überraschend ein Investment in der Höhe von 1,8 Mio. US-Dollar (1,6 Mio. Euro) bekannt gegeben hat. Der vormalige Investor Reventon und der neue New Yorker Geldgeber Open Field Capital (u.a. Cloudera, Evernote, Twitter, Facebook, Palantir, Box) bewerten Cortical.io mit 18 Mio. US-Dollar und haben sich demnach zehn Prozent der 2011 in Wien von Francisco Webber (CEO) und Daniel Schreiber (CFO) gegründeten Firma geschnappt. Das frische Kapital soll unter anderem in die Eröffnung eines Büros im Silicon Valley gesteckt werden, der Hauptfirmensitz in Wien soll bleiben.

Für die, die Cortical.io nicht kennen: Die Firma lief früher unter dem Namen CEPT Systems und hat bis dato von Reventon aus Tschechien insgesamt 2,75 Mio. US-Dollar Investment bekommen. Außerdem hat die Firma von der FFG Förderungen in der Höhe von insgesamt 445.000 Euro erhalten.

Sprachanalysen in der Cloud

Und wofür nun das ganze Geld? Nun, Cortical.io baut an einer Software, die Dokumente anhand ihrer Bedeutung und nicht mittels von Stichwörtern zu findet. Texte werden dabei auf Basis von 16.000 semantischen Merkmalen analysiert, die Technologie soll dabei das menschliche Gehirn imitieren und dadurch Textinformation wirklich verstehen und nicht einfach nur nach Wörtern durchsuchen können. Ziel ist, dass Computer menschliche Sprache verstehen können. Die Technologie soll große Mengen strukturierter und unstrukturierter Informationen mit relativ geringer Computerleistung verarbeiten können und außerdem komplett sprachunabhängig sein: Das ermöglicht es, dass eine auf Deutsch formulierte Anfrage verwendet werden kann, um Dokumente in Englisch zu durchsuchen.

Wer Cortical.io einsetzen möchte, kann die Software entweder lokal auf eigenen Firmenservern installieren oder sie in der Cloud betreiben. Die Verwendung für kleine Datenmengen ist via API (api.cortical.io) kostenlos, bei größeren Datenmengen kann man die Technologie via Azure Marketplace und Amazon Web Services Marketplace auf Stundenbasis mieten. Kunden, die bekannt gegeben werden dürfen, sind derzeit das Bruce Henderson Institute der Boston Consulting Group sowie die Firma Zoomrank.

Die Anwendungsgebiete sind den Betreibern zufolge vielfältig. Produkte von Web-Shops könnten damit automatisch kategorisiert werden, um intelligente Kaufempfehlungen anzubieten; Online-Nachrichten können nach Themen anstatt nach Stichwörtern gefiltert werden: oder durch Vergleiche zwischen Lebenslauf und Stellenausschreibung könnte die Software die Vorauswahl von Kandidaten präzisieren und automatisieren.

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