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Corona-Krise könnte Startups weltweit bis zu 86,4 Mrd. Dollar Investments kosten

© Photo by Headway on Unsplash
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Der Think-Tank Startup Genome hat sich in einer neuen Studie angesehen, wie sich die Coronavirus-Krise auf Startup-Investments auswirkt. Das Ergebnis: Die Krise könnte Startups weltweit bis zu 86,4 Milliarden Dollar kosten. Alleine in den Wochen um den Höhepunkt der Krise, könnten geschätzt 28 Milliarden Dollar an Risikokapital fehlen, nämlich dann, wenn Venture-Capital-Deals im selben Ausmaß zurückgehen, wie in China. In den zwei Monaten, in denen die Maßnahmen gegen das Coronavirus China am härtesten trafen, brachen dort Risikokapital-Deals für Startups um bis zu 57 Prozent ein.

In 12 Monaten könnten 86,4 Mrd. Dollar fehlen

Diese Zahlen gelten allerdings nur für zwei Monate – sieht man sich die Auswirkungen über den Zeitraum eines Jahres an, könnten globalen Startup-Ökosystemen insgesamt bis zu 86,4 Mrd. Dollar Risikokapital fehlen. Um ein runderes Bild über den Zeitraum eines ganzen Jahres zu zeichnen, haben die Studienautoren einen Blick auf frühere Wirtschaftskrisen geworfen. In den Krisen von 2000-2001 und 2007-2009 seien die VC-Investments binnen eines Jahres um 21.6 Prozent und 29,3 Prozent zurückgegangen. In absoluten Zahlen wären das umgelegt auf die heutige Zeit bis zu 86,4 Milliarden Dollar weltweit.

Es gibt aber auch einen Lichtblick: In den zwei vergangenen Krisen sei zwar massiv weniger Risikokapital geflossen, es gab aber mehr Deals. Es könnte im Zeichen der Krise also leichter sein, Finanzierungsrunden abzuschließen, auch wenn dann die Bewertung vielleicht viel niedriger ist.

Eine Chance für neue Unicorns

Außerdem könnten Startups, die eine Krise überstehen, besonders gestärkt daraus hervorgehen. Und Krisenzeiten sind oft die Geburtsstunde genialer Ideen. So wurde etwa Airbnb 2008 gegründet, nachdem die Gründer in der Wirtschaftskrise Schwierigkeiten hatten, ihre Miete zu bezahlen. Laut der Startup-Genome-Studie wurden in der Rezession von 2007 bis 2009 mehr als 50 Startups gegründet, die später zu Unicorns wuchsen und gemeinsam eine Bewertung von 145,2 Milliarden Dollar auf die Waage bringen.

Auch in Österreich ist die derzeitige Krise eine Chance für manche Startups. So erlebt zum Beispiel der Online-Bauernmarkt markta.at einen Boom und Business Angel Johann „Hansi“ Hansmann rechnet in einem Interview mit Trending Topics damit, dass der EduTech-Sektor gestärkt werden könnte.

Auch wenn jetzt zahlreiche Startups stark unter den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus leiden, sie könnten einen wichtigen Beitrag leisten und zwar gegen den starken Anstieg der Arbeitslosigkeit. So hätten gerade ganz junge Firmen in der Rezession in den USA wesentlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als Firmen, die es schon seit zehn und mehr Jahren gibt.

Erholung in 1 bis 3 Jahren

So dramatisch der Einbruch bei Risikokapital-Deals vielleicht sein wird, es könnte auch recht rasch wieder bergauf gehen: Ein bis drei Jahre habe es laut Startup Genome in vergangenen Krisen gedauert, bis sich Risikokapital-Investment wieder auf dem Niveau vor der Krise bewegten.

Der Think-Tank plant in den kommenden Wochen eine Serie weiterer Studien, die die Auswirkungen der Corona-Krise auf globale Startup-Ökosysteme beleuchten – darunter auch ein Vergleich der weltweit für Startups gesetzten Rettungsmaßnahmen und Hilfspakete.

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